Flüchtlinge an der Gedächtniskirche setzen Mahnwache fort

Flüchtlinge an der Gedächtniskirche setzen Mahnwache fort

Die etwa zehn afrikanischen Flüchtlinge haben auch in der Nacht zum Mittwoch ihre am Sonntag begonnene Mahnwache für ihr Bleiberecht in Berlin-Charlottenburg fortgesetzt. Zu Zwischenfällen ist es nach Angaben der Polizei nicht gekommen. Am Donnerstag müssen sie den Breitscheidplatz aber verlassen. Dann werden dort zum DFB-Pokalfinale Tausende Fußballfans erwartet. Nach Ansicht der Berliner Integrationsbeauftragten Monika Lüke sollten die Männer nach Sachsen-Anhalt zurückkehren, wo sie Asyl beantragt haben. Die Flüchtlinge waren am Alexanderplatz in einen Hungerstreik getreten und dann zur Gedächtniskirche umgezogen.

Pfarrer Martin Germer im Gespräch mit den Flüchtlingen

© dpa

Bis Donnerstag können die Flüchtlinge ihre Mahnwache abhalten. Foto: B. Pedersen

Seit Sonntagabend haben sich die französisch sprechenden Männer mit Decken und Plastikplanen unter dem Baugerüst an der Kirche niedergelassen. Sie drohten damit, wieder in den Hungerstreik zu treten, sollten ihre Anliegen nicht erfüllt werden. «Wir werden nicht von unseren Forderungen abrücken», sagte ein Sprecher der Afrikaner am Montag. Die Flüchtlinge erhoffen sich Hilfe von der Kirche.
«Man hat uns mit der Polizei gedroht, sollten wir die Kirche nicht verlassen», sagte ein Flüchtlingssprecher. Die evangelische Landeskirche widersprach dieser Darstellung. Es habe sich um ein Missverständnis gehandelt. Man habe Verständnis für die Anliegen der Flüchtlinge und wolle im Gespräch bleiben, teilte die Landeskirche mit.
Die Asylbewerber sind Teil einer Flüchtlingsgruppe, die am 3. Mai am Alexanderplatz in den Hungerstreik getreten war. Später tranken sie auch nichts mehr. Viele von ihnen wurden immer wieder vorübergehend ins Krankenhaus gebracht. Einige der Männer stammen nach eigenen Angaben aus Burkina Faso und waren bisher in einer Flüchtlingsunterkunft in Sachsen-Anhalt untergebracht. Verbindungen etwa zu den Flüchtlingen in der Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg oder der Gruppe vom mittlerweile geräumten Oranienplatz haben sie nach eigener Darstellung nicht.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 14. Mai 2014 06:53 Uhr

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