Direkt zum Inhalt der Seite springen

JVA Moabit - Freizeit und Kultur -

Die Sozialpädagogische Abteilung


Der Auftrag der Sozialpädagogischen Abteilung ergibt sich aus den Grundsätzen der UVollzO und des StVollzG, wonach die Persönlichkeit des Gefangenen zu achten, schädlichen Folgen des Freiheitsentzuges entgegenzuwirken und die Unschuldsvermutung zu beachten ist. Die einschränkenden Bedingungen der Haft werden als sehr belastend erlebt und können zu aggressivem oder depressivem Verhalten sowie psychosomatischen Beschwerden führen.
Vor diesem Hintergrund bemüht sich diese Abteilung, ein bedarfsorientiertes und adäquates Angebot an Bildungs-, Freizeit-, sozialpädagogischen, kulturellen und sportlichen Maßnahmen sowie Beratungsmöglichkeiten für die Gefangenen vorzuhalten. Dabei sind die unterschiedlichen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Neigungen, insbesondere auch der ausländischen Gefangenen, zu berücksichtigen.

Gruppenraum in der Teilanstalt 2

Diese Angebote wirken der Monotonie von Tagesabläufen, subkulturellen Entwicklungen sowie der Reduzierung des Reizvolumens entgegen und vermindern damit das Eskalationspotential in den Unterbringungsbereichen. Insbesondere tragen sie auch bei zur Stärkung der Persönlichkeit, Auseinandersetzungs- und Kommunikationsfähigkeit, sinnvollen Freizeitgestaltung und Förderung der Motivation für Behandlungsmaßnahmen bei einer späteren Verlegung in den Strafvollzug.

Zugang zum Gruppen- und Beratungszentrum in der Teilanstalt 1

Im GBZ bieten Institutionen und Einrichtungen der Straffälligenhilfe Beratungen zu vielfältigen Themen an, z. B. zur Wohnungs-, Arbeitsplatz- und Therapieplatzsuche, Schuldenregu lierung, zu ausländerrechtlichen Fragen u. Ä. Um die Beratung ausländischer Gefangener sicherzustellen, werden ggf. Sprachmittler/innen hinzugezogen. Die Sozialpädagogische Abteilung ist bemüht, dieses Beratungsangebot bedarfsorientiert zu erweitern und zu aktualisieren.

Die Dienststelle organisiert auch kulturelle Veranstaltungen (z. B. Theateraufführungen, Konzerte, Lesungen usw.). Derartige Aktivitäten stellen eine wichtige Abwechslung im Haftalltag dar und tragen zu einer Entlastung sowie einer verbesserten Befindlichkeit der Gefangenen bei.
Auf Grund des hohen Anteils ausländischer Gefangener ist auch eine Vielzahl an Glaubensrichtungen vorhanden. Deshalb wird versucht, religiöse Gesprächs- und Gebetsgruppen sowie Feiern zu bestimmten Feiertagen zu fördern.
An sämtlichen Gruppenangeboten können Untersuchungsgefangene nur teilnehmen, sofern eine richterliche Genehmigung vorliegt und keine weiteren Ausschlusskriterien bestehen. Die Teilnahme am Sport setzt zudem eine ärztliche Genehmigung voraus.

Zur weiteren Freizeitgestaltung befinden sich in allen Teilanstalten Büchereien, die deutsche und ausländische Belletristik
sowie Sachbücher vorhalten. In den Büchereien haben die Gefangenen auch die Möglichkeit, verschiedene Gesetzestexte und Kommentare einzusehen, um sich z. B. auf ihren Prozess vorbereiten zu können. Gefangene können auf eigene Kosten Zeitungen abonnieren. Mittellose Gefangene können sich wegen einer Spendenzeitung an den Verein "Freiabonnements für Gefangene e. V." wenden. Die Sozialpädagogische Abteilung informiert und berät auch über Weiterbildungsmöglichkeiten an Fernlehrinstituten oder an der Fernuniversität Hagen.