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Bildcollage Vollzugsbereiche

Vollzugsbereiche
Teilanstalt I

Teilanstalt II

Teilanstalt III

SothA

Teilanstalt V

Teilanstalt VI

Einweisungsabteilung

Sicherheit / Zentr. Aufgaben

Ressourcen & Vollzugsmanagement

Vollzugsdienstmanagement

Pfeil rechts

Schule

Sozialpäd. Abteilung
Medizinischer Dienst

Psychologischer Dienst

Psychotherapeutische Beratung / Behandlung

Seelsorger/innen

Vollzugsbereiche/Schulausbildung

Leitidee der Schule

Wir, die Mitarbeiter der Schule, sind Mitgestalter des vollzuglichen Alltags und sehen uns als primären Bildungsträger für die Inhaftierten in der JVA Tegel.

Unsere Zielsetzung ist zum einen die Wissensvermittlung mit den grundlegenden Arbeits- und Lerntechniken, zum anderen die Entwicklung und Förderung der sozialen Kompetenzen der Lernenden, wie z.B. der Gruppen- und Konfliktfähigkeit, eines angemessenen Selbstwertgefühls und des Verantwortungsbewusstseins.

Zu unserer pädagogischen Arbeit gehört das Erlernen eines angemessenen Umgangs mit sozialen und gesellschaftlichen Verhaltensregeln in einer den Lernprozess unterstützenden Atmosphäre.

Dafür schaffen wir die notwendigen organisatorischen Voraussetzungen.

Wir stellen ein breit gefächertes Bildungsangebot zur Verfügung. Dieses umfasst Deutsch als Fremdsprache, Grundbildung sowie Alphabetisierung, die Vorbereitung auf Schulabschlüsse, die Unterstützung und Beratung von Fernabiturienten und Fernstudenten.

Somit berücksichtigen wir die individuellen Bildungsbedürfnisse der Inhaftierten und schaffen die Grundlage für ihre weitere berufliche Bildung. Durch unsere Kenntnisse der spezifischen Gegebenheiten im Strafvollzug sehen wir uns besonders befähigt, die pädagogische Arbeit in einer JVA zu leisten.

Wir kooperieren mit den internen Bereichen der JVA und externen Institutionen, insbesondere mit der Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport, der Fernuniversität Hagen und dem Institut für Lernsysteme (ils).

Auf Fortbildungen qualifizieren wir uns weiter, um die Effizienz unserer Arbeit zu erhalten und uns an den neuesten pädagogischen Standards innerhalb und außerhalb des Vollzugs zu orientieren.

Durch eine Erweiterung der räumlichen Ausstattung streben wir eine Verbesserung der Qualität unserer pädagogischen Angebote an.


Gesetzesvorlage

Pädagogische Ansätze in Gefängnissen gibt es nicht erst seit dem Sozialstaatsgebot, doch ist deren Festschreibung in Gesetzen o.ä. in den letzten Jahrzehnten manifester geworden. Das Recht auf Bildung ist ein Grundrecht – das legt die Empfehlung Nr. R (89) 12 des Europarats zur Bildung im Strafvollzug vom 13. Oktober 1989 fest.


Realisierung

Hier schliesst das Strafvollzugsgesetz an, wenn es eine Reihe pädagogischer Ansprüche verfolgt wie z.B:

  • das Wecken bzw. Fördern der Bereitschaft zur Mitarbeit (§ 4).
  • die Erhaltung, Vermittlung und Förderung von Fähigkeiten für eine Erwerbstätigkeit nach der Entlassung (§§ 37 bis 45)
  • eine sinnvolle Freizeitgestaltung (§§ 67 bis 70).
  • das Entwickeln bzw. Fördern von Verantwortungsbewusstsein (§ 81).
  • Nach-Sozialisierung/Lernprozesse haben Priorität, vor »Verwahrung«.
Bild: Schulgebäude neben der Sozialtherapeutischen Anstalt

Schulgebäude neben der Sozialtherapeutischen Anstalt


Die Schule stellt sich vor

Der Grundbildungskurs I/Alphabetisierung

Der Grundbildungskurs II

Der Hauptschulkurs

Der Realschulkurs

Das Fernabitur

Das Fernstudium

Der Kurs „Deutsch für Ausländer“

Notwendigkeit schulischer Bildung im Vollzug

Ein erheblicher Stellenwert kommt dabei der Schule im Vollzug zu. Unterricht soll Gefangenen helfen, selbständiges Arbeiten, Kooperationsvermögen, Dialogfähigkeit, Frustrationstoleranz und Kritikfähigkeit zu entwickeln und somit soziale Inkompetenzen abzubauen. Unterricht ist also nicht nur blosse Wissensvermittlung und auf einen Schulabschluss orientiert, sondern vielmehr die Verknüpfung konkreter fachlicher Ziele mit allgemein/ erzieherischen.

In der Justizvollzugsanstalt Tegel werden seit Jahren Schulkurse für Gefangene durchgeführt, da nachweislich viele Inhaftierte erhebliche Bildungsdefizite im schulischen Bereich aufweisen. 1993 wurde in der hiesigen Anstalt die Schulbildung aller Insassen überprüft.

Es hatten 18% aller Gefangenen einen Realschul- oder höheren Abschluss, 43% einen Hauptschul- und 39% keinen Schulabschluss. Die hohe Rate der Schulversager unter den Inhaftierten beruht nicht primär auf deren Mangel an Intelligenz, sondern hauptsächlich aus sozialen und soziopsychischen Faktoren, wie beispielsweise zerrütteten Familienverhältnissen, unzureichender Förderung durch Familie und Schule oder frühzeitig erworbenem Fehlverhalten. Das Schulversagen hat für die Betroffenen oft tragische, bleibende Folgen:

  • Sie besitzen nicht die Voraussetzungen für das Erlernen qualifizierter Beruftätigkeiten.
  • Schulversager haben häufig ein vermindertes Selbstwertgefühl, sind unsicher und gehen Leistungsanforderungen aus dem Weg.

Angebot schulischer Lehrgänge

Die Schulabteilung betreut z. Zt. ca. 85 Schüler (entspr. ca. 5-6% der Gefangenenpopulation) in unterschiedlichen Niveaukursen, wobei ein nicht geringer Teil von Bewerbern aus Kapazitätsgründen abgelehnt werden muss. Die Schulkurse konzentrieren sich entsprechend den festgestellten Bildungsdefiziten auf Veranstaltungen vom Alphabetisierungskurs bis hin zu Lehrgängen, die zu mittleren Bildungsabschlüssen führen. Der Unterricht findet während der regulären Arbeitszeit statt.

Für die Teilnehmer besteht der Schultag aus vier bis sechs Stunden Unterricht sowie ca. zweistündiger Hausarbeit. Das Ziel ist nicht allein, ihnen ein entsprechendes Bildungsniveau zu vermitteln, sondern sie auch auf eine erfolgreiche Teilnahme an qualifizierten beruflichen Ausbildungslehrgängen vorzubereiten.

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Letzte Aktualisierung: Mittwoch, 19. Oktober 2005 I Copyright 2004 Justizvollzugsanstalt Berlin Tegel