Gestaltungsempfehlungen für Altstadt Köpenick

Schloss Köpenick
Bild: Rainer Friebe

Der Geltungsbereich der Altstadt Köpenick umfasst das Gebiet der gesamten Altstadtinsel, umgeben von den Gewässern der Müggelspree, Dahme, Frauentog und Katzengraben. Die genaue Abgrenzung des Erhaltungsgebietes ist hier dargestellt.

Im Gebiet der Erhaltungsverordnung befinden sich fast deckungsgleich der Denkmalbereich (Ensemble) Altstadt Köpenick und zahlreiche Einzeldenkmale, die dem Denkmalschutzgesetz Berlin (DSchGBln) unterliegen. Aufgrund ihrer besonderen Bedeutung wurde die Altstadt Köpenick bereits 1991 als eine der ersten Gebiete für die Sanierung in das Bund-Länder-Programm “Städtebaulicher Denkmalschutz” aufgenommen. Das Gebiet war gleichzeitig Bestandteil des 1993 förmlich festgelegten und 2007 erfolgreich wieder aufgehoben Sanierungsgebietes “Köpenick Altstadt / Kietz Vorstadt”. Sanierungsgebiet und Denkmalbereich haben eigene gesetzliche Grundlagen.

Als eine der drei mittelalterlichen Stadtanlagen Berlins ist die Altstadt Köpenick vor allem durch ihre Insellage am Zusammenfluss von Dahme und Spree geprägt. Die vorhandene Bebauung dokumentiert die bauliche Entwicklung von über 250 Jahren und bietet noch heute das Bild einer märkischen Kleinstadt. Die schützenswerte Eigenart des Gebietes begründet sich aus der überlieferten Grundstruktur, der Insellage und deren Zugänglichkeit als Dreiecksverbindung zwischen drei Brücken. Die städtebauliche Anlage ist gekennzeichnet durch ein unregelmäßiges Raumsystem und das Nebeneinander von zwei,- drei- und viergeschossigen Gebäuden.

Beschreibung des Erhaltungsgebietes Altstadt Köpenick

Die Raumstruktur der Altstadtinsel wurde hauptsächlich durch die Straßenführung zu den Flussübergängenbestimmt. Ehemalige Brand- und Wassergassen sind als Zugänge zum Wasser wesentliche Elemente des Raumsystems. Der bauliche Ursprung der Altstadt war eine unbefestigte Einstraßenanlage im Bereich der heutigen Straße alt-Köpenick. Ab 1300 dehnte sich die Bebauung nach Osten in Richtung Alter Markt aus. Auf der südlich der Altstadt gelegenen Schlossinsel wurden nach der gotischen Burganlage ein Renaissanceschloss und nach dessen Zerstörung das neue Schloss im holländischen Barock errichtet. Im Zuge der barocken Umgestaltung der Stadt wurde die zum Schloss führende Straße verbreitert, der Schlossplatz angelegt und es entstanden zahlreiche Neubauten.

Mit der Zuwanderung Französisch-Reformierter vollzog sich im Zusammenhang mit einem wirtschaftlichen Aufschwung die weitere bauliche Entwicklung. 1705 wurde zur Ansiedlung von Kolonisten auf der Nord- und Ostseite der Altstadt Land aufgeschüttet. Neben meist 2-geschossigen Wohnhäusern mit 3 oder 5 Achsen wurden auch Manufakturgebäude zur Verarbeitung von Wolle errichtet. Mit der einsetzenden Industrialisierung ab 1860 wurde die Bebauung erheblich verdichtet. Auf den schmalen Grundstücken wurden 3- bis 4-geschossige Mietshäuser teilweise mit Seitenflügeln und Nebengebäuden errichtet, die noch heute im Nebeneinander mit der zweigeschossigen Bebauung das Bild der Altstadt prägen.

Mit dem Ausbau der Müggelheimer Straße 1979/1980 wurde der historische Siedlungszusammenhang zwischen Altstadt, Schlossinsel und Kietz gestört. Aufgrund größerer Abrisse in den 70er und 80er Jahren ist nur noch in Teilbereichen die historisch gewachsene Struktur ablesbar. Insbesondere am Katzengraben ist die typische kammartige Bebauung der Parzellen mit Neben- und Wirtschaftsgbäuden erhalten, die die Wasserseiten der Altstadt bestimmen. Die Silhouette der Altstadtinsel wird im Wesentlichen durch die Türme der Laurentiuskirche und des Rathauses geprägt.

Abgrenzung und Beschreibung der Teilbereiche im Erhaltungsgebiet

A1: Bereich Alt-Köpenick, Grünstraße, Kietzer Straße, Kirchstraße
Dieser Bereich ist mit den Straßen Alt-Köpenick und Grünstraße auf das Schloss ausgerichtet und verdeutlicht den städtebaulichen Zusammenhang zwischen Schlossinsel und Altstadt. Die Bebauung wird charakterisiert durch einige wenige 2-geschossige Traufhäuser aus dem 18. Jh. und Wohn- und Geschäftshäuser aus der 2. Hälfte des 19. Jh. mit 3 und 4 Geschossen. Mit der Gründerzeit beginnt die vorwiegend 3 bis 4-geschossige Bebauung meist im Stil der Neorenaissance. Die überwiegende Wohnnutzung wird durch kleinteilige Einzelhandels- und Dienstleistungsangebote ergänzt.

A2: Bereich Freiheit, Katzengraben, Lüdersstraße, Alter Markt
Hier dominiert die 2-geschossige Bebauung mit Wohn- und Manufakturgebäuden des 18. Jh. und einigen 3 bis 4-geschossigen Gründerzeitgebäuden. Die schlichten, 2-geschossigen Traufhäuser um den Alten Markt und am Katzengraben dokumentieren die für die Altstadt charakteristische kleinstädtisch bescheidene Wohnhausarchitektur. Die ursprünglich nach alle Seiten prägende Wasseransicht der Altstadt in Form der kammartigen Hofbebauung ist hier sehr gut erhalten.

Fassaden

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Bild: BA Treptow-Köpenick

Die Bebauungstruktur der Altstadt wird durch eine Vielzahl von Gebäudetypen mit rigoros wechselnden Bauhöhen bestimmt. Brandwände sind daher ein selbstverständliches Element des Straßenbildes.Weitere Informationen

Fenster und Türen

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Bild: BA Treptow-Köpenick

Trotz der Vielzahl von Gebäudetypen aus den unterschiedlichsten Bauepochen sind in der Altstadt fast ausschließlich stehende Fensterformate vorzufinden. Die Ausführung erfolgte meist als vierflügliges Holzfenster mit geteiltem oder ungeteiltem Oberlicht.Weitere Informationen

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Bild: BA Treptow-Köpenick

Im Erhaltungsgebiet sind Bauformen anzutreffen, die von der zweiten Hälfte des 17. Jh. bis ins 20. Jh. reichen. So differenziert die Bebauungsstrukturen angelegt sind, so differenziert ist die Gestaltung der Erdgeschosszonen bezüglich der Werbeanlagen zu beurteilen.Weitere Informationen