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Umweltfreundlich Reisen und Natur genießen

Januar Februar 2021

Fahrtziel Natur: Die offene und weitläufige Auenlandschaft im UNESCO-Biosphärenreserat Flusslandschaft Elbe hat viel Platz für Erholung und tolle Naturerlebnisse
Fahrtziel Natur: Die offene und weitläufige Auenlandschaft im UNESCO-Biosphärenreserat Flusslandschaft Elbe hat viel Platz für Erholung und tolle Naturerlebnisse
Bild: Paul Meixner

von Ursula A. Kolbe

Es ist inzwischen zu einer guten Tradition geworden: Seit 19 Jahren engagieren sich Nationalparke, Naturparke und Biosphärenreservate in der Kooperation Fahrtziel Natur und haben in dieser Zeit die Vernetzung von nachhaltigem Tourismus und umweltfreundlicher Mobilität in Fahrtziel Natur-Gebieten erheblich verbessert. Eine Voraussetzung für mehr klimafreundliche Urlaubsreisen mit der Bahn. Die Träger der Kooperation BUND, NABU, VCD und Deutsche Bahn würdigen dieses Ziel alle zwei Jahre mit dem Fahrtziel Natur-Award.

Bereits zum siebten Mal ist der Fahrtziel Natur-Award 2020 verliehen worden. Und wie viele andere Veranstaltungen und Ehrungen in den vergangenen Corona-Monaten auch erfolgte diese Auszeichnung virtuell für drei Naturareale, die in diesem Sinne mit besonderem Engagement wirken.

227 Quadratkilometer ist er groß und mitten im Herzen der bayerischen Berge gelegen, der Naturpark Ammergauer Alpen. Für sein umfassendes Mobilitätsangebot wurde dieser Naturpark als besonders engagiertes Schutzgebiet mit dem Fahrtziel Natur-Award ausgezeichnet. Ebenfalls geehrt worden sind der Nationalpark Harz für das auf weite Teile des Westharzes ausgeweitete Harzer Urlaubsticket HATIX und das Biosphärenreservat Flussland Elbe für die nachhaltig entwickelte Mobilität im Landkreis Prignitz.

In seiner Laudatio würdigte Dr. Michael Peterson, Vorstandsvorsitzender der DB Fernverkehr AG, die Ausrichtung der Verantwortlichen im Naturpark Ammergauer Alpen für ihre engagierte konsequente Ausweitung des Mobilitätsangebotes. Touristen können jetzt das gesamte Linienbusangebot der regionalen Anbieter vom Tegernsee bis ins Allgäu und die relevanten Bahnlinien der Region bis Murnau und Garmisch-Partenkirchen kostenlos mit der Gästekarte oder der Königscard nutzen. Das seien entscheidende Voraussetzungen für die Anreise mit der Bahn. Die Gästekarte wird von allen Gastgebern im Naturpark ausgegeben. Das Auto kann zuhause bleiben.

Für die VCD-Vorsitzende Kerstin Haarmann ist die Ausweitung der im Landkreis Harz seit Januar 2010 bestehenden HATIX-Buslinie auf weite Teile des Westharzes ein bedeutender Meilenstein für die Zusammenarbeit über die Grenzen der Bundesländer hinweg. In 25 Gemeinden können Besucher jetzt die einzigartige Natur des Nationalparks mit dem HATIX klimaschonend erkunden. Auch die Kommunikation von und für HATIX sei mit einem Info-Blatt, den Internet-Seiten von harz-nah-dran.de und der Harz-App noch einmal verbessert worden.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger hob das außerordentliche Engagement und die zielgerichtete Zusammenarbeit hervor, mit der in den letzten beiden Jahren im Landkreis Prignitz ein Basismobilitätsangebot für Urlauber und Einheimische geschaffen wurde. Und betont, dass mit dem neuen PlusBus „Prignitzer Elbtalaue“ im täglichen Stundentakt ein optimaler Anschluss an den Fern- und Regionalverkehr in Wittenberge garantiert. Das macht Urlaubern die bequeme Anreise mit der Bahn etwa aus Berlin und Hamburg in die Elbtalaue möglich.

Der BUND-Vorsitzende Olaf Brandt lobte die Verknüpfung von Tourismus und Mobilität in den Fahrtziel-Natur-Gebieten allgemein. Er stellte heraus, dass der Ausbau der nachhaltigen Mobilitätsangebote in den letzten Jahren deutlich an Dynamik gewonnen habe. Auch die ausgezeichneten Projekte des Jahres 2020 würden belegen, wie sehr das gemeinsame Engagement von Umweltverbänden, Verkehrsunternehmen und regionalen Akteuren im Rahmen der Kooperation Fahrtziel Natur mittlerweile Früchte trage.

Vom Alpenraum bis zum Wattenmeer vereinigt die Kooperation heute insgesamt 23 Fahrtziel Natur-Gebiete. Alle setzen sich vor Ort dafür ein, dass attraktive Tourismusangebote mit klimafreundlichen Mobilitätskonzepten verknüpft werden. So können Urlauber Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks entspannt und umweltschonend geniessen.