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Leitbilder

Die Leitbilder der Lokalen Agenda 21 werden in diesem Jahr überarbeitet.

Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung haben Leitbilder für den Bezirk Marzahn-Hellersdorf beschlossen.

Die Leitbilder beziehen sich auf die prinzipiellen Ansprüche einer Lokalen Agenda 21 und integrieren da, wo es Sinn macht, Prozesse des Landes Berlin. Sie haben aber vor allem einen sehr starken bezirklichen Akzent. In ihnen finden sich Entwicklungen, die nach der Bezirksreform an Relevanz gewonnen haben und Ergebnisse der Lokalen-Agenda-21-Prozesse der Bezirke Marzahn und Hellersdorf wieder.

Die Leitbilder stellen den politischen Zielkonsens des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf dar und drücken die Unterstützung des Rio-Prozesses aus. Sie dienen als Richtschnur für politische Entscheidungen des Bezirksamtes und der Bezirksverordnetenversammlung, als Auftrag für die Bezirksverwaltung und als Impulse für die Zivilgesellschaft.

Lokale Agenda 21 für Marzahn-Hellersdorf Leitbilder für eine nachhaltige Entwicklung des Bezirkes Hellersdorf

1. Leben und Wohnen im Grünen - Gesunde Umwelt nachhaltig sichern

Marzahn-Hellersdorf, als ein Teil von Berlin, entwickelt eine neue Stadtlandschaft, die modernes und bezahlbares Wohnen mit städtischen Qualitäten mit der Freiheit einer offenen Landschaft verbindet.

Marzahn-Hellersdorf entwickelt seine besondere Qualität der Symbiose von Wohnen und Freizeit mit naturnahen Räumen. Sie bildet ein Qualitätspotential des Bezirkes. Die Balance zwischen Natur und stadträumlicher Nutzung ist ein wichtiger Aspekt bezirklicher Entwicklung.

Naturnahe Landschaften und Artenvielfalt werden als unverzichtbare Qualitätsmerkmale und Nachhaltigkeitskriterien anerkannt und ihre natürliche Form bei der Gestaltung urbanen Lebens bewahrt. Der Bezirk ist an der Erhaltung und nachhaltigen Entwicklung der Naturräume des Wuhletals, des Seelgrabentals, des Kienbergs, der Ahrensfelder Berge, der Biesdorfer Höhe, der Kaulsdorfer Seenlandschaft, des Barnimhanges und der Hönower Weiherkette für die Lebensqualität der Bewohner/innen und für den Arten- und Landschaftsschutz interessiert.

Besondere Schwerpunkte für die Entlastung der Umwelt bildet der effektive Umgang mit Boden (Bodenschutz), Wasser und Energie und die effektive Gestaltung von Stoffkreisläufen, vor allem die Erfassung wiederverwendbarer Stoffe. Das sind wichtige Beiträge für den globalen Klimaschutz. Vor allem in kommunalen Einrichtungen nimmt der Bezirk seine Verantwortung wahr.

Marzahn-Hellersdorf fördert eine nachhaltige Flächennutzungsplanung und Flächenbewirtschaftung.

Marzahn-Hellersdorf ist ein Teil Berlins. Zugleich ist der Bezirk in seiner Lage am Rand der Stadt, zwischen Barnimhochfläche und Berliner Urstromtal, Teil der märkischen Landschaft. Die regionale Verflechtung mit dem Brandenburger Umland ist im Sinne eines nachhaltigen Prozesses weiterzuentwickeln. Gewachsene Siedlungsstrukturen sind als ein Moment lokaler Identität und stadtlandschaftlicher Qualität zu erhalten.

Der Bezirk setzt sich für eine nachhaltige Verkehrpolitik ein, die gleiche Mobilitätschancen für alle gewährleistet, die verkehrsbedingte Belastungen reduziert und die Verminderung des verkehrsbedingten Verbrauchs natürlicher Ressourcen zum Ziel hat.

2. Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Identifikation mit dem Bezirk fördern

Leben im Kiez – kleinräumige Strukturen unterstützen den sozialen Zusammenhalt und die Identifikation mit dem Bezirk.

Die Gesundheit der Menschen als hochrangiges Gut ist ein Schwerpunkt der bezirklichen Entwicklung. Allen Menschen soll ein hohes Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit ermöglicht werden. Dabei wird die Gesundheit nicht als erreichter Zustand, sondern als lebenslanger Prozess angesehen. Unter der Berücksichtigung einer sozialen Chancengleichheit werden die Voraussetzungen für die Schaffung gesundheitsförderlicher Orte unterstützt. Der Bezirk ist aktives Mitglied im „Gesunde-Städte-Netzwerk“ der Bundesrepublik Deutschland.

Das interkulturelle Leben im Bezirk ist geprägt durch Toleranz und Respekt. Den im Bezirk lebenden Migranten/innen wird jene Unterstützung zuteil, die sie zur Integra- tion in das Gemeinwesen benötigen.

Der Bezirk bekennt sich zur Herstellung gleichwertiger Lebensbedingungen von Menschen mit und ohne Behinderungen.

Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit durch gerechte Verteilung von Ressourcen und gesellschaftliche Einflussmöglichkeiten beider Geschlechter sowie der Abbau von Diskriminierung und Gewaltverhältnissen zwischen Männern und Frauen sind ein wichtiger Aspekt bezirklicher Entwicklung.

Die Partizipation aller betroffenen Personen und Gruppen ist Anspruch aller Planungs- und Entwicklungsverfahren. Die Förderung bürgerschaftlichen Engagements soll eine konkrete, ergebnis- und lebensweltorientierte Beteiligung zum Ziel haben. Damit erfahren alle Entwicklungen im Bezirk eine besondere Qualität und Legitimation.

Schaffung einer bürgernahen Verwaltung durch die Verbindung von Regionalisierung der Verwaltung, Bürgerbeteiligung und der Unterstützung von Bürgerengagement.

Marzahn-Hellersdorf – ein Bezirk für Familien

Kinder sollen stark und gleichberechtigt sein, damit sie mit Kreativität und Kompetenz unseren Bezirk mitgestalten. Kinder haben die Möglichkeit ihre Rechte selbst vertreten zu können.

Lebensumfeld altersgerecht gestalten – den demographischen Wandel meistern

3. Attraktive kulturelle Lebensbedingungen ermöglichen

Die soziale und kulturelle Infrastruktur garantiert ein notwendiges Maß an kulturellen Lern- und Aktionsorten und die Möglichkeiten der Förderung und Unterstützung. Der Bezirk hält alle notwendigen Optionen bereit, die eine selbstbestimmte und selbstorganisierte Lebensgestaltung unterstützen.

Ein allgemein zugängliches und vielfältiges Kulturangebot schaffen und ein reges, vielfältiges Interesse an Kultur wecken. Neue künstlerische Entwicklungen fördern und ein kreatives Umfeld schaffen.

Förderung identitätsstiftender Orte und anregende kulturelle Milieus für den Stadtteil und den Bezirk ist Ziel der kulturellen Entwicklung.

4. Bildung und lebenslange Lernprozesse ermöglichen

Mit der Bereitstellung und Entwicklung einer vernetzten Infrastruktur und Angebotsstruktur für Bildung sollen Lernorte entstehen (z.B. Schule, Kindertagesstätte, Volkshochschule, Projekte der Lernenden Region) die so zu gestalten sind, dass ein ungehinderter Zugang zu Bildung ermöglicht wird und die lebenslanges Lernen unterstützen.

Der Übergang von Schule in weiterführende Ausbildung ist zu fördern. Dazu entwickelt der Bezirk Betreuungs- und Beratungsangebote, die die Kooperation zwischen inner- und außerschulischen Partnern unterstützen.

Der Bezirk entwickelt die Infrastruktur, die eine Vielfalt sportlicher Betätigungen fördert.

5. Wirtschaftsstandort entwickeln, Beschäftigung und Europafähigkeit fördern

Die Ziele bezirklicher Wirtschaftsförderung sind auf die Stärkung der Wirtschaftsregion und die Entwicklung der Gewerbegebiete gerichtet.

Schwerpunkte sind die Erhaltung und Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze, alle Aktivitäten und Maßnahmen, die auf die Erhaltung und Betreuung bestehender Unternehmen sowie auf die Neugründung von Unternehmen gerichtet sind.

Es wird eine nachhaltige beschäftigungswirksame Entwicklung des Bezirks angestrebt. Sie soll über die Bündelung von vorhandenen Ressourcen, über eine abgestimmte Gesamtkoordination aller bezirklichen Akteure/innen und über die Bildung und den Ausbau von lokalen Netzwerken und Kooperationen im Bezirk erreicht werden.

Die Förderung der Europafähigkeit von Unternehmen, freien Trägern und Verwaltung steht im Mittelpunkt der bezirklichen Europaarbeit.

Eine hohe Verkehrssicherheit im Bezirk wird durch gezielte präventive Verkehrserziehungs- und Verkehrsaufklärungsarbeit unterstützt.