Die Anfängerin

Januar/Februar 2018

Ältere Damen auf einer Bank beim Anziehen von Schlittschuhen
Bild: Pressefoto/Flare Film_Kolja Raschke

von Rudolf Winterfeldt

Kinostart für den neuen Film „Die Anfängerin“ ist der 18.Januar 2018. In diesem Film geht es um Eine Frau, die mit ihrem bisherigen Leben nicht mehr zufrieden ist und ein neues Leben beginnen will.

Dr. Annebärbel Buschhaus (Ulrike Krumbiegel) hat die Arztpraxis von ihrer Mutter, Dr. Irene Hanschke (Annekathrin Bürger), übernommen und geht ganz in Ihrer Arbeit auf. Liebe und Wärme hat sie von ihrer Mutter nie erfahren. Sie wurde zu einer disziplinierten Ärztin, die keine Emotionen zulässt.

Sie lebt in einer freudlosen Welt und nur die Meinung ihrer Mutter zählt für sie. Als ihr Mann sie verlässt, bricht ihre Welt zusammen. Ihre Mutter Irene erfährt von der Situation der Tochter und beweint sich selbst und den verlorenen Schwiegersohn Rolf. Sie gibt ihrer Tochter Annebärbel die Schuld an allem.

Annebärbel flüchtet aufs Eis und will ihren Kindheitstraum, Eiskunstlauf, verwirklichen. Hier findet sie Zuwendung und Wärme von der kleinen Jolina. Sie trainiert, auch mit Unterstützung ihrer kleinen Freundin, für eine eigene Kür auf dem Eis. Als bei ihrem Training die Eiskunstlauf-Legende und Weltmeisterin Christine Stüber-Errath auf dem Eis erscheint, ist ihr Ehrgeiz geweckt.

Sie ist beflügelt und will es nun gerade wissen. Bei der Vorführung ist selbst ihre „harte“ Mutter Irene gerührt. Alexandra Sell, die das Buch zu diesem Film schrieb und Regie führte, sagt zu ihrer Arbeit an diesem Film: „Als ich meine Recherche in den Eishallen Berlins begann, machte ich eine unerwartete Entdeckung. Nur ein paar Straßenbahnhaltestellen von meiner Wohnung entfernt liegt das Sportforum Berlin-Hohenschönhausen.

Zu DDR-Zeiten als Sportkaderschmiede gegründet, trainieren hier heute 3.000 Leistungssportler und Sportlerinnen – auf einer Fläche von über 100 Fußballfeldern!! Meine Neugier war geweckt. Ich recherchierte die Rolle des Eiskunstlaufs im Berlin der DDR und fand heraus, dass sie eine viel spektakulärere war als die im Westen.

Ich lernte Christine Errath kennen, die 1974 für die DDR als einzige Berlinerin aller Zeiten Weltmeisterin im Eiskunstlauf wurde. Christine zeigte mir unzählige Kartons mit Fanpost von damals. Durch deren Lektüre begann ich zu begreifen, was der Eiskunstlauf damals für die Menschen in der DDR bedeutete. Es entstand eine Idee, die Christine zu meiner Freude mit Begeisterung aufnahm: Die fiktive Geschichte der Anfängerin mit der realen Person Christine Errath zu verknüpfen.

Eine Geschichte aus Berlin-Hohenschönhausen zu erzählen, deren Off-Story zu DDR-Zeiten beginnt, aber einmal nicht von Stasiverbrechen oder sonstigen Repressalien des Systems erzählt, sondern von der ganz privaten Sehnsucht nach den Sternen“.

Aus meiner Sicht ist es ein gelungener Film über Menschliche Befindungen. Besonders auch das Wiedersehen mit der DEFA-Legende Annekathrin Bürger als Dr. Irene Hanschke. Gehen Sie ins Kino und überzeugen Sie sich selber. Ich wünsche viel Vergnügen.