Berliner Clubverband: Maskenpflicht wäre eine Zwischenlösung

Berliner Clubverband: Maskenpflicht wäre eine Zwischenlösung

Der Dachverband der Berliner Clubs hält die derzeit diskutierte Maskenpflicht beim Tanzen für eine Zwischenlösung, sofern der Raum ausreichend belüftet wird.

Scheinwerferlicht spiegelt sich in einer Discokugel

© dpa

«Da aber Abstandsregeln schwer einzuhalten sind, erhoffen wir uns einen zusätzlichen Schutz durch Schnelltests», erklärte der Sprecher der Clubcommission, Lutz Leichsenring, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. «Wir arbeiten aktuell daran, Testbereiche in Nachtleben-Hotspots einzurichten.» Die Berliner Clubs sind seit Monaten in der Corona-Zwangspause und kämpfen ums Überleben, sie sehen sich zu Unrecht in der Rolle des Sündenbocks in der Pandemie. Manche haben ihre Außenflächen geöffnet.
In den Berliner Clubs wurde seit den Lockerungen der Corona-Kontaktbeschränkungen im Juli ein Ausbruch mit acht Virus-Fällen bekannt. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage hervor. Die Berliner Grünen sehen die Clubs vor diesem Hintergrund zu Unrecht als Verantwortliche für die steigenden Infektionszahlen abgestempelt.
Zuvor hatte der Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe eine klare Öffnungsperspektive für Clubs in der Corona-Krise gefordert. Er kann sich dafür auch eine Maskenpflicht vorstellen. Auch Wegekonzept, Lüftung, gegebenenfalls bezahlbare Schnelltests - darüber wolle man mit der Politik diskutieren. «Eine Maskenpflicht auf der Tanzfläche ist zwar nicht ideal, aber wir sollten es auch nicht ausschließen», sagte BDT-Geschäftsführer Stephan Büttner im Vorfeld des Branchentreffens Club Convention der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (NOZ/Dienstag).
Die Jugend werde sich über die Wintermonate nicht einsperren lassen, meinte Büttner. «Dann verlagern sich die Feiern in private Räumlichkeiten. Für das Infektionsgeschehen ist das gefährlicher als die Feier im Club.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 20. Oktober 2020