Vernissagen

Vernissagen

Kaum eine Stadt hat eine so lebendige Kunstszene wie Berlin: Street-Art, Museen und Galerien finden sich an jeder Ecke. Eine besondere Art die Kunstwelt Berlins kennenzulernen sind Vernissagen, denn hier treffen Künstler, Galeristen und Kunstinteressierte zusammen.
Kunstausstellung
dpa
Was ist eine Vernissage? Eine Vernissage ist die feierliche Eröffnung einer Ausstellung, bei der ein zeitgenössischer Künstler seine Werke präsentiert. Zu diesen Anlässen gibt es oft Reden und Führungen vom Kurator oder Künstler der Sammlung, nach denen über die Kunstwerke diskutiert wird. Größere Museen und Galerien veranstalten auch eine Midissage nach der Hälfte der Ausstellungszeit oder eine Finissage zum Abschluss.

Kunst mal anders erleben: Natürlich soll das Opening dazu dienen, Werke des Künstlers zu verkaufen oder versteigern. Aber es geht nicht nur ums Geschäftliche: Vernissagen bieten die Möglichkeit in die Kunstszene Berlins einzutauchen und sich beim Sektempfang mit Sammlern, Kunstliebhabern, Galeristen und Künstlern über moderne Kunst auszutauschen. Bis auf ganz exklusive Veranstaltungen, in die man persönlich eingeladen wird, sind Vernissagen kostenlos und für alle offen. Die folgenden Veranstaltungen stellen eine Auswahl dar.

Kommende Vernissagen

Dor Guez: Lilies of the field

In der Einzelausstellung «Lilies of the field» befasst sich der Künstler mit dem Zusammenhang zwischen Kultur und Natur. Ausgangspunkt seiner Auseinandersetzung mit dem Thema sind ehemals beliebte Souvernirs für Pilger in Israel: Getrocknete und gepresste Pflanzen und Blumen, welche von bekannte und relevanten Orten gepflückt wurden - etwa Nazareth, Jerusalem oder Bethlehem. Dor Guez hält die historischen Blumenarrangements in Fotografien fest und verwandelt sie im Negativ in blau leuchtende Ornamente.

Wo: Galerie Carlier-Gebauer
Wann: Freitag, den 24. Januar 2020 um 18 Uhr
Eintritt: frei

Arno Rafael Minkkinen: Going the Distance

Die Fotografien Arno Rafael Minkkinens präsentieren den menschlichen Körper inmitten der Natur. In den monochromen Aufnahmen zeigt Minkkinen den Mensch voller skulpturaler Ästhetik. Klare Linien, scharfe Kontraste, aufgeräumte Bildkompositionen und eine gewisse Intimität zeigen die Zugehörigkeit des Künstlers zur Helsinki School. Der Fotograf wird zur Vernissage anwesend sein.

Wo: Galerie Persons Projects
Wann: Freitag, den 24. Januar 2020 um 18 Uhr
Eintritt: frei

Herman de Vries: How green is the grass?

Die Einzelausstellung im Georg Kolbe Museum ist retrospektiv angelegt und beleuchtet das Werk Herman de Vries' aus den vergangenen 50 Jahren. Der Künstler befasst sich mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Seinen Werken ist die intensive und naturwissenschaftliche Betrachtung der Thematik anzumerken. Herman de Vries wird zur Vernissage anwesend sein.

Wo: Galerie Carlier-Gebauer
Wann: Sonntag, den 26. Januar 2020 um 11 Uhr
Eintritt: frei

Irène Hug: Sensation und Reflection

Die Macht der Worte steht im Focus der Schweizer Künstlerin - etwa bei ihren überdimensionalen, leuchtenden Buchstabeninstallationen. Auch in Skulpturen, Fotografien und Wandbildern befasst sie sich mit der Verknüpfung von Schrift, Oberfläche und Bild. Dabei hinterfragt sie das Konzept der Objektivität und betrachtet den Konsum kritisch.

Wo: Gotisches Haus
Wann: Freitag, den 31. Januar 2020 um 19 Uhr
Eintritt: frei

Georges Adéagbo: L'Abécédaire de Georges Adéagbo: la civilisation parlant et faisant voir la culture..!

In seinen Installationen gibt der beninische Künstler gefundenen und gesammelten Objekten Raum, um Geschichten zu erzählen. Dabei geht es ihm nicht darum, sich die gefundenen Gegenstände anzueignen, sondern vielmehr ihre möglichen Erinnerungen zu betrachten. Viele Installationen des Künstlers entstanden aus Einsamkeit und Isolation.

Wo: Galerie Barbara Wien
Wann: Freitag, den 07. Februar 2020 um 18 Uhr
Eintritt: frei

Zhou Tao: Winter North Summer South

Die ausgestellten Fotografien von Zhou Tao entstanden in zwei Jahren rund um die Dorfoase Gobi. Sie zeigen das an Besessenheit grenzende menschliche Streben, Wüste bewohnbar zu machen. Porträts, unberührte Landschaften und menschlich aufgebaute Ökosysteme wurden von der Kamera erfasst und zeichnen ein umfassendes Bild.

Wo: Times Art Center Berlin
Wann: Dienstag, den 14. Februar 2020 um 18 Uhr
Eintritt: frei

Beate Höing: Malerei und Skulptur

Den nahezu mystisch anmutenden Werken der Künstlerin Beate Höing ist die Inspiration durch Märchen, Sagen und Volkstradition schnell anzusehen. Während sie mit den Elementen des Kitsch liebäugelt, offenbart ein zweiter Blick auf die Skulpturen und Gemälde eine unterschwellige Düsternis oder gar einen zugrunde liegenden Schrecken.

Wo: janinebeangallery
Wann: Samstag, den 15. Februar 2020 um 18 Uhr
Eintritt: frei

Umbo. Fotograf

Umbo prägte die Fotografie die moderne Fotografie der 1920er Jahre maßgeblich. Die Ausstellung in der Berlinische Galerie zeigt rund 200 Werke des Fotografen. Die monochromen Fotografien Umbos zeichnen sich durch scharfe Kontraste, einer großen Nähe zu den Porträtierten und außergewöhnliche Bildausschnitte aus.

Wo: Berlinische Galerie
Wann: Donnerstag, den 20. Februar 2020 um 19 Uhr
Eintritt: frei

Georges Rousse: Utopia

Der französische Künstler verändert Räume, bevor er diese fotografisch festhält. Meist entstehen seine Kunstwerke in verlassenen Gebäuden. Ausgehend von dem Punkt, von welchem aus er fotografieren möchte, zeichnet er eine großflächige Anamorphose - meist geographische Formen - in den Raum. Die so entstandenen Bilder erwecken durch die scheinbar schwebenden bunten Formen den Eindruck, nachträglich bearbeitet worden zu sein.

Wo: Galerie Springer
Wann: Samstag, den 22. Februar 2020 um 13 Uhr
Eintritt: frei
Ausstellung in Berlin - «Based in Berlin»
© dpa

Kunst in Berlin

Seit dem Mauerfall hat die Gegenwartskunst Hochkonjunktur in der Stadt. Neben einer Vielzahl an Galerien hat die Künstlerszene Berlins natürlich noch mehr zu bieten. mehr