Berliner Clubs sehen sich als Corona-«Sündenbock»

Berliner Clubs sehen sich als Corona-«Sündenbock»

Die Berliner Clubs sehen sich in der Debatte um steigende Corona-Zahlen zu Unrecht als Verursacher abgestempelt. «Da muss man differenzieren», sagte Lutz Leichsenring vom Dachverband Clubcommission am 23. September 2020 der Deutschen Presse-Agentur.

Berliner Clubszene sieht sich als Corona-Sündenbock

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Die Berliner Clubs sehen sich in der Debatte um steigende Corona-Zahlen zu Unrecht als Verursacher abgestempelt.

«Da wird alles in einen Topf geworfen.» Das Clubleben findet derzeit ihm zufolge hauptsächlich in den Außenbereichen statt. Dort seien die Clubs die «striktesten Umsetzer» der Hygeniemaßnahmen. Sie seien angesichts des Aufgebots der Ordnungsämter «ein bisschen sprachlos» und sehen sich laut Leichsenring als «Sündenbock».

Gesundheitssenatorin plant Kontroll-Aktion in den Clubs

Clubs und ihre Besucher in drei Berliner Innenstadtbezirken müssen sich wegen der verschärften Corona-Lage auf Kontrollen einstellen. «Wir, das heißt, die drei Bezirke und ich, haben uns zu einer konzertierten Kontroll-Aktion zu den Clubs verabredet, wo manches illegal läuft», erklärte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag nach Gesprächen mit Vertretern der Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln. Diese weisen berlinweit derzeit die höchsten Neuinfektionszahlen im Verhältnis zur Einwohnerzahl auf.

Leichsenring: Private Feiern und illegale Raves sind nicht Teil der Clubszene

Leichsenring verwies darauf, dass sich das Infektionsgeschehen hauptsächlich in den Innenbereichen abspiele. Private Feiern, illegale Raves, Bars und Restaurants sind demnach etwas anderes als die Clubs. Aus der Clubszene seien keine großen Ausbrüche oder Superspreader bekannt, sagte Leichsenring. Die Kontrolleure der Ordnungsämter gingen derzeit «ein und aus». Neulich habe es bei einer Veranstaltung Lob für die Hygienemaßnahmen gegeben und dennoch sei kurze Zeit später die Polizei angerückt.
Die Berliner Clubszene mit rund 9000 Beschäftigten kämpft ums Überleben und ist auf Hilfsprogramme angewiesen. Zu den Mitgliedern der Clubcommission gehören Adressen wie das «About Blank», «Cassiopeia», das «Gretchen» und «Holzmarkt 25».

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 23. September 2020