Ausstellung zur NS-Militärjustiz in Gedenkstätte Topographie des Terrors

Ausstellung zur NS-Militärjustiz in Gedenkstätte Topographie des Terrors

Die Schau zeigt bis zum 17. April 2017 Einzelschicksale und analysiert die Militärjustiz der Nazis.

Dokumentationszentrum Topographie des Terrors

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Das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors. Foto: Soeren Stache/Archiv

Hingerichtet als Deserteure, «Wehrkraftzersetzer» oder «Volksschädlinge» - mehr als 20 000 Menschen starben durch solche Willkür-Urteile der NS-Justiz, wie Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Deutschlands am Donnerstag zu der neu gestalteten Ausstellung «Was damals Recht war...» mitteilte. Etliche der einstigen Richter konnten laut Neumärker nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Karrieren «nahtlos und erfolgreich» fortsetzen. Die Ausstellung sollte am Abend (23. März 2017) in der Gedenkstätte Topographie des Terrors eröffnet werden. Dazu wurde auch Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) erwartet.

Wanderausstellung ist seit 2007 unterwegs

Die Wanderausstellung wurde seit 2007 in 40 Orten in Deutschland, Österreich und Belgien gezeigt. Für die neue Präsentation wurden neue Schicksale recherchiert. Hinzugekommen ist auch ein Überblick zur Erinnerungspolitik.

Willkürliche NS-Urteile erst ab 1998 aufgehoben

Demnach mussten die meisten Überlebenden jahrelang auf ihre Rehabilitierung warten, bis dahin galten sie als vorbestraft. Etwa 30 000 Menschen in Deutschland und im besetzten Europa waren von Gerichten der Wehrmacht zum Tode verurteilt worden. Der Bundestag hat die Urteile in mehreren Beschlüssen erst ab 1998 für Unrecht erklärt und aufgehoben.

NS-Justiz wurde von Militärs gelenkt

Kurator Ulrich Baumann von der Denkmal-Stiftung betonte, in der NS-Zeit habe es keine neutrale Justiz mehr gegeben. Die Justiz sei von Militärs gelenkt worden. Gegen Kriegsende seien Todesurteile gegen Abtrünnige zunehmend zur Abschreckung der Bevölkerung vollstreckt worden.
Topographie des Terrors
© Stefan Müller / Stiftung Topographie des Terrors

Topographie des Terrors

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 23. März 2017 16:01 Uhr

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