Gesundheitsamt in Barnim wegen Corona-Fallzahlen überlastet

Gesundheitsamt in Barnim wegen Corona-Fallzahlen überlastet

Immer mehr Gesundheitsämter in den Brandenburger Landkreisen kommen wegen der rasant steigenden Corona-Fälle an ihre Grenzen. Im Barnim wird nach Angaben des Landkreises nun bei der Bearbeitung der Corona-Fälle priorisiert. Um Quarantäne-Bescheinigungen zeitnah ausstellen zu können, soll sich die telefonische Kontaktnachverfolgung künftig auf untere Altersstufen bis 17 Jahre sowie höhere Altersstufen über 65 Jahre konzentrieren. Menschen, die nicht zu diesen Gruppen gehören, sollen per Selbstauskunft helfen, hieß es am Dienstag vom Landkreis.

Corona-Test

© dpa

Ein Mann zeigt einen Abstrich für das Testverfahren auf das Virus Sars-CoV-2.

Andere Gesundheitsämter wie im südlichen Landkreis Elbe-Elster gerieten bereits im November an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Trotz des zusätzlichen Personals war die aktuelle Lage ohne Prioritätensetzung nicht mehr beherrschbar. Seitdem findet die Kontaktpersonennachverfolgung nur noch eingeschränkt statt. Im Landkreis ist die Sieben-Tage-Inzidenz mit derzeit 1087,2 die zweithöchste landesweit.
Das Gesundheitsministerium hatte den kommunalen Gesundheitsämtern bereits im November empfohlen, ihre Aufgaben in dieser ernsten Lage stärker zu priorisieren, besonders bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen bestätigter Covid-19-Fälle und der Anordnung von Quarantäne. Die Behörden sollen sich jetzt auf die sogenannten Index-Personen konzentrieren - also die Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden und nicht mehr auf sämtliche Kontakte der Betroffenen. Die Mehrzahl der Landkreise und kreisfreien Städte hat außerdem Allgemeinverfügungen mit zentralen Quarantäne-Vorgaben erlassen, das erleichtert die Arbeit der Ämter ebenfalls.
Wegen der drastisch steigenden Zahl der Corona-Infektionen in Brandenburg helfen 277 Bundeswehrsoldaten den Gesundheitsämtern bei der Kontaktnachverfolgung. Zudem unterstützten wie zu Beginn der Pandemie sogenannte Containment Scouts des Robert Koch-Instituts als Teams die Gesundheitsbehörden bei der Bearbeitung der Fälle.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 14. Dezember 2021 16:28 Uhr

Aktuelle Meldungen aus Berlin