Brandenburg schärft Regeln bei Treffen und Feiern nach

Brandenburg schärft Regeln bei Treffen und Feiern nach

Brandenburg steht vor schärferen Corona-Regeln vor allem bei privaten Treffen. «Es wird noch härtere Kontaktbeschränkungen geben für Ungeimpfte», sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Donnerstag in Potsdam. «Wenn ein Ungeimpfter dabei ist, reduziert sich die Zahl der Menschen, die sich treffen können auch für die, die geimpft sind.» Geplant ist, dass bei privaten Treffen drinnen oder draußen bei Anwesenheit nicht geimpfter oder nicht genesener Menschen nur bis zu zwei weitere Personen eines anderen Haushalts dabei sein dürfen, bisher waren es bis zu fünf. Ausgenommen sind Kinder, bisher in Brandenburg waren Kinder bis zum 12. Geburtstag ausgenommen.

Dietmar Woidke

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Dietmar Woidke (SPD) spricht im Landtag.

Das Kabinett wird voraussichtlich am kommenden Dienstag über die Pläne für Brandenburg entscheiden. Die neuen Regeln sollen spätestens am 16. Dezember in Kraft treten. «Ich bin zunächst mal froh, dass wir weitgehend bundesweit einheitliche Regeln haben», sagte Woidke. «Ich bin auch froh, dass die Regeln, die wir im Land haben, dadurch bestätigt werden.» Die 2G-Regel für Gaststätten, Theater und Einzelhandel hat Brandenburg bereits eingeführt. Das scheine sich auszuzahlen, weil die Zahl neuer Fälle gesunken sei, sagte Woidke. «Ich hoffe sehr, dass sich dieser Trend bestätigt, aber wir müssen weiter vorsichtig sein.»
Partys: Private Feiern sollen nach der Vereinbarung von Bund und Ländern ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 350 der 2G-Regel unterliegen, mit einer Obergrenze von 50 Menschen drinnen und bis zu 200 Menschen draußen. Bisher gilt in Brandenburg, dass nur bis zu fünf Ungeimpfte oder nicht Genesene privat zusammen feiern können, bei Geimpften und Genesenen galt hierfür keine Obergrenze. Eine Inzidenz von unter 350 hat derzeit nur Brandenburg/Havel.
Großveranstaltungen: «Es gibt jetzt auch eine klare Regelung für Großveranstaltungen», sagte Woidke. Im Freien sollen bei überregionalen Sport- und Kulturveranstaltungen nach den Plänen von Bund und Ländern höchstens 15.000 Menschen zusammenkommen dürfen, in Innenräumen höchstens 5000. Für Veranstaltungen ohne Unterhaltungscharakter gilt in Brandenburg eine Obergrenze von 250 Besucherinnen und Besuchern drinnen und 100 draußen, für Unterhaltung ist die 2G-Regel vorgeschrieben.
Hotspots: Nächtliche Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte in Kreisen oder kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 750, die es in Brandenburg derzeit gibt, sollen dem Regierungschef zufolge auch nach dem 15. Dezember gelten können.
Bars, Clubs und Diskotheken: Sie sollen nach der Vereinbarung der Ministerpräsidentenkonferenz bundesweit spätestens bei einer Inzidenz über 350 schließen. Für sie gilt in Brandenburg derzeit die 2G-Regel plus Test, ab 750 in Kreisen und Städten müssen sie schließen.
Kliniken: Die Intensivbetten in Brandenburger Krankenhäusern sind wieder stärker mit Covid-19-Patienten belegt. Ihr Anteil stieg auf 23,1 Prozent, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Am Mittwoch lag er bei 20,8 Prozent. Der Warnwert der Warnampel von 20 Prozent ist hierbei seit Dienstag überschritten. Damit ist eine Entspannung in den betroffenen Kliniken vorerst nicht in Sicht. Die Zahl neuer Infektionsfälle sinkt zwar in Brandenburg, doch diese Entwicklung kommt in den Krankenhäusern mit Verspätung an. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz zeigt die Warnampel trotz des Rückgangs auf 655 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen weiter Rot.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 2. Dezember 2021 17:29 Uhr

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