Ministerpräsident verleiht Orden an Holocaust-Überlebenden

Ministerpräsident verleiht Orden an Holocaust-Überlebenden

Der Holocaust-Überlebende George Shefi hat von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) den Verdienstorden des Landes empfangen. Woidke würdigte damit am Montag dessen außerordentliche Verdienste um das Wachhalten der Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus, wie die Staatskanzlei mitteilte. Seit 2013 kommt Shefi mindestens einmal jährlich nach Brandenburg und erzählt in Schulen und Vereinen seine Lebensgeschichte. «Es ist eine beispiellose versöhnliche Geste, dass diejenigen, die so viel Brutalität, Hass und Barbarei ertragen mussten, den Mut und die Kraft gefunden haben, uns davon zu berichten», so Woidke. 

Shefi habe sein Schicksal öffentlich und damit den nachfolgenden Generationen bewusst gemacht, dass Faschismus und Holocaust in einer Zeit entstanden, als Hass, Rassismus und Ausgrenzung politisch und gesellschaftlich salonfähig wurden, so Woidke weiter. «Wir alle tragen Verantwortung, dass so etwas nie wieder möglich wird.» 
Shefi, der 1931 in Berlin geboren wurde, kam nach Angaben der Staatskanzlei zum Schutz vor der Verfolgung durch die Nazis mit einem Kindertransport nach England und wuchs dort zunächst in einer englischen Familie auf. Seine Mutter und seine Tante wurden 1941 ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort vermutlich noch am Tag ihrer Ankunft ermordet. Im Alter von 17 Jahren emigrierte Shefi mit seinem Onkel nach Israel. 

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 16. September 2019 18:50 Uhr

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