Tausende Messer bei Kontrollen an Gerichten gefunden

Tausende Messer bei Kontrollen an Gerichten gefunden

Bei den Kontrollen an den Eingängen der Berliner Gerichte sind in diesem und im vergangenen Jahr tausende Waffen gefunden worden. Meistens wurden von den Wachleuten bei den Besuchern Messer und andere Stich- und Hiebwaffen entdeckt. Gefunden wurden aber auch Pfefferspray, Scheren und Schlagstöcke. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Linken-Anfrage hervor. In den Listen tauchen zudem Hunderte Funde von nicht erlaubten Glas- und Thermosflaschen, Nagelfeilen und Scheren auf. Die «Berliner Zeitung» (Freitag) hatte berichtet.

Allein bei den Einlasskontrollen von Angeklagten, Zeugen und sonstigen Besuchern am Justizcampus Moabit mit Landgericht und Amtsgericht Tiergarten stießen die Wachleute in diesem Jahr auf 1969 Hieb- und Stichwaffen (2020: 2248).
Am Amtsgericht Mitte waren es 266 normale Messer oder Taschenmesser (2020: 630), in Schöneberg 189 Messer (2020: 264). Besonders gut bewaffnet waren die Besucher im Amtsgericht Pankow, dort stießen die Kontrolleure auf 510 Messer und 826 Mal auf Pfefferspray. In anderen Bezirken gab es ebenfalls beträchtliche viele Funde.
Die Senatsjustizverwaltung sprach von etwa 20 000 Waffen und gefährlichen Gegenständen allein 2018. 2019 habe es einen weiteren Anstieg von sichergestellten oder verwahrten Waffen und gefährlichen Gegenständen gegeben. Darin enthalten sind allerdings auch Gebrauchsgegenstände wie Nagelfeilen und normale Glasflaschen. Der Anstieg habe zudem auch etwas mit der flächendeckenden Einführung von Einlasskontrollen zu tun. Die Daten für 2020 und 2021 seien wegen der Corona-Pandemie nur in reduziertem Maße aussagekräftig, da zeitweise ein Notbetrieb eingerichtet.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 10. Dezember 2021 14:27 Uhr

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