Großrazzia gegen internationale Drogenschmuggler

Großrazzia gegen internationale Drogenschmuggler

Mit einem Großaufgebot von rund 400 Polizisten haben der bayerische Zoll und die Kriminalpolizei am Dienstag und Mittwoch zahlreiche Wohnungen und Geschäftsräume einer mutmaßlichen Bande von Drogenhändlern in Berlin durchsucht.

Polizist

© dpa

Ein Polizist steht im Regen vor einem Streifenwagen dessen Blaulicht aktiviert ist.

Bei der Razzia seien am Mittwoch (14. April 2021) zwölf Verdächtige in Berlin verhaftet worden, erklärte ein Sprecher der federführenden Staatsanwaltschaft Aachen am Mittwoch. Weitere Festnahmen hatte es bereits am Dienstag gegeben. Mehrere Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Berliner Polizei, des Zolls und der Bundespolizei, darunter auch die GSG 9, waren im Einsatz. Im Verdacht steht eine vietnamesische Bande. Sie soll in den vergangenen Jahren mehrere hundert Kilogramm Rauschgift, synthetische Drogen und Cannabis-Produkte wie Marihuana, aus den Niederlanden nach Deutschland geschmuggelt und in Berlin und Bayern verkauft haben. Von einer Menge im mittleren bis oberen dreistelligen Kilogrammbereich war die Rede.
Mitglieder sollen laut Polizei auch bewaffnet gewesen sein. Durchsuchungen gab es unter anderem im Bezirk Lichtenberg nahe dem riesigen Asiamarkt-Center an der Herzbergstraße, das auch als Anlaufstelle für vietnamesische Schleuserbanden bekannt ist. Beschlagnahmt wurden große Mengen Bargeld, Handys und Glücksspielautomaten. Von vielen kontrollierten Verdächtigen sollen noch die Personalien festgestellt werden. Auch Aufenthaltserlaubnisse sollen geprüft werden, so der Sprecher. Die Ermittlungen liefen seit 2018, wie Sprecher Christian Schüttenkopf vom Zollfahndungsamt München sagte. Die Spur führte nach Angaben der Fahnder aus Erlangen und Nürnberg in Bayern über Aachen in die Niederlande und von dort aus wieder nach Berlin. Die bayerische Kriminalpolizei war deshalb auch in Berlin vor Ort.
Bereits am Dienstag erfolgten nach Angaben der Polizei erste Durchsuchungen in Berlin. Der Schwerpunkt der Aktion sei jedoch am Mittwoch gewesen. Insgesamt wurden 30 Wohnungen und andere Räume ins Visier genommen. Durchsuchungen sowie fünf Festnahmen habe es zudem parallel in den Niederlanden gegeben. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem umfangreichen Ermittlungskomplex. Die Berliner Kripo war mit einer großen Razzia ebenfalls am Dienstag gegen eine andere Dealerbande vorgegangen. Auch dabei gab es viele Durchsuchungen und eine Reihe von Festnahmen. Beide Ermittlungskomplexe liefen aber unabhängig voneinander gegen verschiedene Banden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 15. April 2021 07:58 Uhr

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