Zehntausende Menschen beim Berliner CSD

Zehntausende Menschen beim Berliner CSD

Bunt, schrill und politisch: Nach einem Jahr Pause tanzten und feierten in diesem Jahr wieder viele Tausend Menschen in Berlin ausgelassen am Christopher Street Day (CSD). Regenbogenfarben dominierten am 24. Juli 2021 das Straßenbild in Mitte.

Christopher Street Day 2021 (15)

© dpa

Tausende Menschen nehmen an der Parade des Christopher Street Day (CSD) vor dem Brandenburger Tor teil.

Zu dröhnenden Technobässen zog der Demonstrationszug von der Leipziger Straße über den Potsdamer Platz, das Brandenburger Tor und die Siegessäule bis nach Schöneberg. Unter den Demonstranten war auch Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke). Die Polizei sprach am Nachmittag von rund 35.000 Teilnehmenden. Ursprünglich waren lediglich 20.000 Menschen erwartet worden.

Motto «Save our Community - save your pride»

Doch auch wenn der Umzug dieses Jahr wieder auf der Straße stattfinden konnte, stand der CSD weiter ganz im Zeichen des Virus. «Durch die Pandemie wird die diesjährige Demonstration ihren Fokus auf eine nahezu reine Demo mit Protestzug-Charakter legen», hatten die Veranstalter zuvor angekündigt. Das Motto «Save our Community - save your pride» sollte neben der Einforderung von Rechten Homosexueller auch auf die schwierige Situation vieler queerer Einrichtungen aufmerksam machen, die aufgrund der Krise um ihre Existenz bangen.

Maskenpflicht, Alkoholverbot und Sicherheitsabstände: Keine größeren Zwischenfälle

Entsprechend reduziert war die Zahl der Lautsprecher-Lastwagen. Aus den Boxen drangen nicht nur Musik, sondern häufig auch politische Reden, in denen etwa über die Situation von Homosexuellen im Ausland gesprochen wurde, oder über die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung. Immer wieder riefen Veranstalter und Polizei dazu auf, das strikte Alkoholverbot, Maskenpflicht und Sicherheitsabstände einzuhalten. Größere Zwischenfälle und Verstöße stellte die Polizei aber nicht fest.

Keine Abschlusskundgebung beim diesjährigen CSD

Teilnehmende äußerten Verständnis für die Maßnahmen und lobten den friedlichen Ablauf des Umzugs. Aufgrund der Sicherheitsabstände zog sich der Aufzug laut Polizei sehr in die Länge. Während die Spitze des Zugs gegen 15 Uhr bereits das Ziel, die Urania in Schöneberg, erreicht hatte, hatten hintere Teile gerade erst das Brandenburger Tor passiert. Die Polizei setzte deshalb zur besseren Übersicht einen Hubschrauber ein.
Ganz ohne Party mussten die vielen Menschen den Tag aber nicht ausklingen lassen. Zahlreiche Clubs und Kneipen luden für den Abend und die Nacht zur Afterparty ein, darunter auch das renommierte Berghain. Die CSD-Parade geht auf die Ereignisse Ende Juni 1969 in New York zurück: Polizisten stürmten damals in Manhattan die Homosexuellen-Bar «Stonewall Inn» in der Christopher Street und lösten einen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen gegen willkürliche Kontrollen und Schikanen aus.
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Fotos: Christopher Street Day 2021

Zehntausenden kamen zum Berliner CSD am 24. Juli. Das Motto des Christopher Street Day 2021 lautete «Save our Community - save your Pride», eine Anspielung darauf, dass wegen der Coronakrise viele queere Einrichtungen um ihre Existenz bangen. mehr

Regenbogenfahne
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Gay Berlin

Die Schwulen- und Lesben-Szene in Berlin ist riesig. Es gibt eine Vielzahl an Shops, Bars, Clubs, Kinos, Museen und Saunen. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 24. Juli 2021 17:26 Uhr

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