In Corona-Krise viele Bewerber für Bundesfreiwilligendienst

In Corona-Krise viele Bewerber für Bundesfreiwilligendienst

Ein Einsatz beim Bundesfreiwilligendienst (BFD) ist in der Corona-Krise beliebt. Gerade in den letzten eineinhalb Jahren sei es für viele ein Bedürfnis gewesen, die Gesellschaft durch die Krise zu führen, sagte Lea Wengel, Bereichsleiterin der Freiwilligendienste des Berliner Landesverbandes der Arbeiterwohlfahrt (AWO). «Da hatten wir viele Bewerbungen». So gebe es durchschnittlich 115 Freiwillige pro Jahr. Im vergangenen Jahr seien es 140 gewesen. An diesem Donnerstag (1. Juli) feiert der Bundesfreiwilligendienst sein zehnjähriges Bestehen.

In den Einrichtungen des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg gab es seit der Pandemie zwar einen starken Rückgang bei älteren Freiwilligen, gleichzeitig aber auch einen erhöhten Zuwachs bei Menschen unter 27 Jahren, wie die Teamkoordinatorin Freiwilligendienste, Anja Bosse, mitteilte. Viele von ihnen seien Abiturienten gewesen, die normalerweise ins Ausland gegangen wären und stattdessen die Zeit beim BFD überbrückt hätten.
Sowohl die AWO als auch die Diakonie gehören nach eigenen Angaben zu den größten Trägern des Bundesfreiwilligendienstes in Berlin und Brandenburg. Das Programm ist ein Angebot an Frauen und Männer jeden Alters, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren – im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich oder im Sport, der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz.
So wurden in den vergangenen zehn Jahren bei der AWO über 1000, bei der Diakonie rund 1700 Freiwillige in verschiedenen Einsatzstellen vermittelt. Häufig werden die Freiwilligen in Kitas, Krankenhäusern, in der Jugend- und Behindertenhilfe, in Altenheimen oder auch in Geflüchteteneinrichtungen eingesetzt. «Wir beobachten, dass in den letzten Jahren vor allem im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe die Anfragen stark zugenommen haben. Während der Pandemie haben wir auch total viele Anfragen für das Krankenhaus erhalten», sagte Bosse.
Ein Einsatz dauert durchschnittlich zwölf Monate. Grundsätzlich ist der Bundesfreiwilligendienst ein unentgeltlicher Dienst. Freiwillige erhalten allerdings abhängig von der Einsatzstelle ein Taschengeld von bis zu 426 Euro monatlich. Zusätzlich werden die kompletten Sozialversicherungsbeiträge übernommen. Auch Verpflegung und Unterkunft kann je nach Einsatzort gestellt werden.
In manchen Bundesländern gibt es auch ein kostenfreies ÖPNV-Ticket. In Berlin-Brandenburg erhalten die Freiwilligen ein ermäßigtes Jahresticket für 365 Euro. «Da die Freiwilligen nur ein geringes Taschengeld erhalten und viele auf den ÖPNV angewiesen sind, wäre ein kostenloses Ticket wünschenswert und auch eine weitere Anerkennung für ihr Engagement», so Wengel.
Bislang haben sich nach Angaben des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben über den BFD bundesweit über 400.000 Freiwillige engagiert.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 30. Juni 2021 17:27 Uhr

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