Schleswig-Holstein: Drei Berliner Bezirke gelten als Risikogebiet

Schleswig-Holstein: Drei Berliner Bezirke gelten als Risikogebiet

Wegen zu hoher Corona-Infektionszahlen hat Schleswig-Holstein mit Friedrichshain-Kreuzberg bereits den dritten Berliner Bezirk als Risikogebiet im Inland ausgewiesen. Die Bezirke Mitte und Neukölln gelten auch weiter als Risikogebiet, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Eine Mitarbeiterin vom Gesundheitsamt hält einen Abstrichstäbchen

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Eine Mitarbeiterin vom Gesundheitsamt hält einen Abstrichstäbchen in der Hand.

Zudem sind im Norden die Städte Hamm und Remscheid - beide in Nordrhein-Westfalen - als Risikogebiete ausgewiesen. Für Urlauber oder Urlaubs-Rückkehrer hat das zur Folge, dass sie sich sofort 14 Tage in Quarantäne begeben oder zwei negative Corona-Tests innerhalb von fünf Tagen vorweisen müssen. Als Grundlage für die Einstufung als ein solches Gebiet dient die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung lag sie am Samstag (03. Oktober 2020) für Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg bei 59,2, in Mitte bei 61,7 und in Neukölln bei 56,7. Für die Stadt Hamm lag der Wert am Sonntag laut Robert Koch-Institut bei 99,4, in Remscheid bei 58,6.
In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Corona-Infektionen auf 4914 Fälle gestiegen. Bis Samstagabend erhöhte sich die Zahl der nachgewiesenen Fälle seit Beginn der Pandemie um 16, wie aus den von der Landesregierung im Internet veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Am Freitag waren 50 Neuinfektionen gezählt worden. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 in Schleswig-Holstein gestorben sind, blieb bei 162. In Krankenhäusern wurden am Samstag weiter 14 Corona-Patienten behandelt. Von allen seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein nachweislich mit Sars-CoV-2 Infizierten gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts rund 4300 als genesen.
Besonders stark vom Coronavirus betroffen ist die Kleinstadt Wesselburen (Kreis Dithmarschen). Dort hatten sich am Donnerstag 215 rumänische Einwohner sowie 94 Schüler und Lehrer der örtlichen Grundschule freiwillig testen lassen. Bislang liegen acht positive Testergebnisse vor, wie ein Sprecher des Kreises am Sonntag mitteilte. Die Ergebnisse der Labortests gingen nach und nach beim Gesundheitsamt ein. In Wesselburen leben 3400 Menschen, darunter etwa 500 Rumänen. Die Stadt liegt etwa 25 Kilometer südöstlich von St. Peter-Ording. Dort hatte es zuletzt 28 Corona-Fälle in der rumänischen Gemeinschaft gegeben. Daraufhin reagierten die Behörden mit Einschränkungen. So sind unter anderem Sportplatz, Spielplätze und die Bücherei bis zum 11. Oktober geschlossen und die Kita der Kirchengemeinde bis zum 9. Oktober.
«309 Testungen bieten uns eine große Chance zur Bewertung der aktuellen epidemiologischen Lage in Wesselburen», sagte der Dithmarscher Landrat Stefan Mohrdieck. «An den Ergebnissen werden wir unsere weitere Vorgehensweise für Wesselburen ausrichten.» Dagegen ist in Flensburg die Gefahr vorerst gebannt, den 50er Grenzwert zu erreichen. Die Zahl der akuten Corona-Fälle liege mittlerweile bei 27, sagte ein Stadtsprecher am Sonntag. Das RKI gab den 7-Tage-Inzidenz-Wert (Stand Sonntag 00.00 Uhr) mit 17,9 an, berechnet auf 100 000 Einwohner. Zwei Tage zuvor hatte er noch 29,0 betragen.
Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) sieht angesichts der Infektionszahlen aktuell keine Chance für Lockerungen. «Dass wir auf das Infektionsgeschehen zurzeit noch mit lokalen Maßnahmen reagieren können, ist ein großer Vorteil, den wir nicht leichtfertig verspielen dürfen», sagte Garg am Freitag. Zuvor hatte die Regierung Anpassungen der Landesverordnung beschlossen. Sie treten an diesem Montag in Kraft. Unter anderem müssen sämtliche Einzelhandels-Betriebe Hygienekonzepte vorlegen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 5. Oktober 2020 08:37 Uhr

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