Jugendweihe und Konfirmation im Trend

Jugendweihe und Konfirmation im Trend

Lange war Religion unter Jugendlichen out. Besonders im Osten hatte immer eher die Jugendweihe Tradition, deren Beliebtheit noch heute ungebrochen ist. Doch stetig mehr Brandenburger wollen für den Eintritt ins Erwachsenenleben auch den Segen der Kirche.

Eine Pastorin vor zwei Konfirmandinnen

© dpa

Jugendweihe und Konfirmation sind wieder in Mode.

Rund 5500 Mädchen und Jungen in Brandenburg haben sich in diesem Jahr für die Jugendweihe angemeldet, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Damit ist die weltliche Veranstaltung genauso beliebt wie in den vergangenen Jahren. «Rund 60 Prozent der Jahrgangsstufe 8 nehmen die Angebote der Jugendfeier wahr», sagte Gregor Steinbach, Projektleiter beim Humanistischen Jugendwerk Cottbus.
Doch die Zahl der 14-Jährigen, die im Rahmen eines Festgottesdienstes ihre Konfirmation feiern, wächst von Jahr zu Jahr. 2001 gab es in Brandenburg nach Angaben der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz erst 1000 Konfirmationen, inzwischen sind es fast 2500, wie Sprecherin Friederike Schwarz mitteilte.
Die Zahl der Kommunionen ist mit ungefähr 550 gleich geblieben, da es in der Mark nur kleine katholische Gemeinden gibt, wie das Erzbistum Berlin-Brandenburg registrierte. «Durch Zugezogene steigt aber auch die Zahl der Kommunionen», sagte Sprecher Stefan Förner.
Dass kirchliche Feiern beliebter werden, erklärt sich Friederike Schwarz von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz mit einem wachsenden Religionsbewusstsein. «In den vergangenen Jahren wurde viel über Religionen gesprochen, besonders auch im Zuge der Diskussion über den Islam. Eine entscheidende Rolle spielt auch der Gemeinschaftsaspekt», sagte sie: «Kirchen müssen sich außerdem der Zeit anpassen, um Jugendliche zu erreichen.»
Konfirmanden erhalten ein Jahr vorher Unterricht, bevor sie den Segen bekommen. Auch Katholiken haben eine Vorbereitungszeit. Wer seine Jugendweihe feiern möchte, kann ebenfalls zuvor an Seminaren teilnehmen, ist aber nicht Pflicht. Das Angebot reicht von Koch- bis zu Benimmkursen. «Leider geht der traditionelle Aspekt oft ein wenig verloren», betonte Gregor Steinbach, Projektleiter beim Humanistischen Jugendwerk. Sein Verband zählt in diesem Jahr 950 Anmeldungen, nicht alle nehmen die Seminarangebote wahr.
Henry Behrens, Geschäftsführer des Vereins Jugendweihe-Berlin-Brandenburg, registrierte 2000 Anmeldungen in diesem Jahr. «Wir sind moderner geworden und erreichen so auch weiterhin die Jugendliche», sagte er.
Eine große Rolle spielt oft auch die soziale Situation einer Familie. Die Feierlichkeiten kosten um die 100 Euro pro Kind, für manche einfach zu viel. Peggy Zipfel, Geschäftsführerin des AWO-Kreisverbandes Frankfurt (Oder) erklärt, dass die meisten Verbände mit vielen Eltern Ratenzahlungen vereinbaren würden.
Verbände und auch die Kirchen sind sich jedoch einig, dass der materielle Aspekt bei Konfirmation, Jugendweihe und Kommunion nach wie vor eine große Rolle spielt. Geschenke gehören einfach dazu.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 2. April 2011 11:11 Uhr

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