Wappen für Treptow-Köpenick

Das Bezirkswappen und alle seine Bestandteile unterliegen aufgrund von Rechtsvorschriften Verwendungseinschränkungen. Eine Abbildung ist jedermann zu künstlerischen, heraldischen oder wissenschaftlichen Zwecken sowie zu Zwecken des Unterrichts und der staatsbürgerlichen Bildung erlaubt, sofern dies nicht in einer Weise oder unter Umständen geschieht, die dem Ansehen oder der Würde dieses Hoheitszeichens abträglich sind bzw. nicht gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung nach dem Grundgesetz oder gegen gültige Rechtsvorschriften in der Bundesrepublik Deutschland verstoßen. Jeder andere als die oben ausdrücklich genannten Verwendungszwecke muss schriftlich bei der Senatsverwaltung für Inneres beantragt werden. Eine Verwendung zu kommerziellen oder gewerblichen Zwecken ist nicht genehmigungsfähig und damit ausgeschlossen.
Unzulässige Verwendungen ohne Vorliegen einer Genehmigung werden juristisch verfolgt und entsprechend geahndet.

1. Bezirkswappen von Treptow-Köpenick

Wappen Treptow-Köpenick

Das neue Wappen von Treptow-Köpenick wurde dem Bezirk am 21. September 2004 vom Berliner Senat verliehen.
Es zeigt in Blau ein grünes Taukreuz mit getatzten Enden, versehen mit einem goldenen Stabbord; begleitet von zwei nach innen gewendeten aufrecht gestellten silbernen Fischen. Das Taukreuz belegt mit einem goldenen Schlüssel mit linksgewendetem Bart und sieben vierstrahligen Sternen. Auf dem Schild ruht eine rote dreitürmige Mauerkrone, deren mittlerer Turm mit dem Berliner Wappenschild belegt ist.

Das Bezirkswappen Treptow-Köpenick besteht aus einer Kombination von mehreren heraldischen Motiven, die geeignet sind, den neuen Bezirk als Ganzes zu repräsentieren.

Fische sowie Schlüssel und Sterne sind historische Köpenicker Wappenmotive. Sie haben in Siegeln und Wappen eine jahrhundertlange Darstellungstradition in Köpenick. Das älteste Siegel von 1908 zeigt bereits hechtähnliche Fische und den Petrusschlüssel, der pars pro toto den Heiligen Petrus als Schutzpatron der Fischer symbolisiert. Damit stehen diese Motive in engem Bezug zur Erwerbsgeschichte und damit zur natürlichen Lage Köpenicks.

Der wesentlich jüngere ehemalige Bezirk Treptow verfügt ebenfalls über eine wasserreiche Flur, so dass die Fische neben ihrer in Gesamtberlin herausragenden Darstellungstradition gleichzeitig als geeignete Symbole für den heutigen Fusionsbezirk gelten. Die Farbunterlegung blau versinnbildlicht durch die Farbsymbolik nochmals den besonderen Wasserreichtum im Südosten Berlins.

Das Bezirkswappen wird durch ein heraldisches Taukreuz geteilt, das den Petrusschlüssel sowie das Siebengestirn trägt. Schlüssel und Sterne sind – ebenso wie die Fische – so gestellt, dass sie den vorhandenen Raum im Wappenschild aus wappenkünstlerischen Sicht optimal ausnutzen. Das grüne Taukreuz steht für Treptow und assoziiert das “T” als den Initialbuchstaben des Bezirks-Namens.

Die sogenannten getazten Enden ermöglichen die organische Einbindung dieses Heroldstücks in das Wappen. Sie erinnern an die Serifen eines Antiqua- “T” und betonen diese Form im Wappenbild, was durch den schmalen goldenen Bord am gesamten Taukreuz noch verstärkt wird. Die grüne Farbgebung dieses Motivs symbolisiert den hohen Anteil von bewaldeten Räumen im flächenmäßig größten Berliner Bezirk Treptow-Köpenick.

2. Altes Treptower Wappen

Wappen Treptow

Das von 1993 bis 2001 gültige Wappen des Bezirkes Treptow zeigt in silbernem Schild mit grünem Schildfuß einen zwischen zwei grünen Baumgruppen nach schräg rechts fließenden Fluss, vor dem links ein aufgerichteter, rotgezungter schwarzer Bär steht.

Der Bezirk hatte damit das Wappen der namengebenden Gemeinde Treptow übernommen, die 1876 gebildet worden war. Als durch die Deutsche Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 die bisher kommunal geführten Wappen und Flaggen quasi eine “Generalbestätigung” erhielten, war Treptow keine selbständige Landgemeinde mehr. Der Bezirk Treptow von Groß-Berlin (ab 1920) führte im amtlichen Gebrauch das Berliner Bärenwappen.

Das Treptower Ortswappen verweist in der Gestaltung auf die ursprüngliche Zugehörigkeit des lange unbesiedelten Wald- und Heidegebietes (daher wohl auch der Name “Treptow”, abgeleitet von slawisch “drowka” – Wäldchen, Gehölz) – zur Cöllnischen Heide.
Das dargestellte fließende Gewässer wird oft als Bezug zum Teltow- oder Landwehrkanal gedeutet, könnte aber auch eine Reminiszenz an die Oberspree sein, zumal die ältesten Darstellungsformen erkennbar eine Spreeinsel zeigen.

Wie auch das Köpenicker Wappen, war das Treptower Wappen Jahrzehnte lang als lokales Symbol gebräuchlich, aber quasi nicht “amtlich”. 1993 wurde es auf der Grundlage des “Gesetzes über die Hoheitszeichen des Landes Berlin” durch die Senatsinnenverwaltung in der o.g. Form, ergänzt durch die dreitürmige Mauerkrone, verliehen.

3. Altes Köpenicker Wappen

Wappen Köpenick

Das von 1992 bis 2001 gültige Wappen des ehemaligen Bezirkes Köpenick zeigte in blauem Schild einen aufgerichteten, links gewendeten goldenen Schlüssel zwischen zwei aufgerichteten silbernen Fischen. Um den Schlüssel sind sieben goldene Kreuze (Sterne) gruppiert, und zwar drei auf jeder Seite und einer im Schlüsselgriff.

Diese Darstellung geht auf das mittelalterliche Siegel der Stadt Köpenick zurück. Das Motiv wird unterschiedlich gedeutet: während die beiden Fische übereinstimmend als Hinweis auf die wasserreiche Umgebung und die alte Fischertradition Köpenicks erklärt werden, wird der goldene Schlüssel sowohl als “Stadtschlüssel” als auch als Attribut des heiligen Petrus als Schutzherrn der Fischer angenommen.
Unterschiedliche Erklärungen erfahren auch die vom Siegel in das Wappen übernommenen Andreaskreuze, die zuweilen die Gestalt vierstrahliger Sterne angenommen haben und in Anzahl und Anordnung variieren. Wie Zeichnungen des o.g. ältesten Siegels zeigen, handelt es sich ursprünglich wohl tatsächlich um ein Dutzend kleiner Schrägkreuze (sog. Andreaskreuze), die bald waagerecht entlang der Mittellinie des runden Siegels in einer Doppelreihe angeordnet, bald über das Bildfeld verteilt sind. Daher ist wohl nicht anzunehmen, dass es sich hier um die Darstellung eines Sternbildes handelt, wie zuweilen auch zu lesen ist. Wahrscheinlicher ist, dass die Kreuze als bloße Zierelemente eine Beigabe des mittelalterlichen Siegelstechers sind und ihnen keine besondere Bedeutung zu unterlegen ist.

Die Tingierung (Farbgebung) des Wappens ist sowohl im wechselnden Gebrauch der Tinkturen (Metalle auf Farben) wie auch in deren den natürlichen Vorbildern folgenden Anwendungen (Fische: silbern, Schlüssel: golden, Schild = Wasser: blau) korrekt.

Wie so häufig in der Kommunalheraldik, lässt sich auch im Falle Köpenicks nicht nachweisen, wann genau das städtische “Siegelbild” in ein “Wappenbild” überging. Bis zur Eingemeindung in Groß-Berlin 1920 war die oben beschriebene Stadtsymbolik in Köpenick auch amtlich in Gebrauch und trat dann hinter den Berliner Bären als Zeichen der neuen Verwaltungszugehörigkeit zurück.

Gleich anderen Bezirken und Ortsteilen behielt Köpenick zwar eine “heraldische Visitenkarte” (Machatschek), jedoch kein eigenständiges Hoheitszeichen. Aufgrund seiner Zugehörigkeit zu Berlin (Ost) fiel der Bezirk nicht unter das “Gesetz über die Hoheitszeichen des Landes Berlin” vom 13. Mai 1954, das den Bezirken eigene Wappen neben dem Berliner Wappen erlaubte. Für den Ostteil der Stadt gab es keine vergleichbare gesetzliche Regelung des Wappenwesens, wenngleich viel Orts- und Bezirkswappen “inoffiziell” geführt wurden und gerade im Zuge der 750-Jahrfeier Berlins 1987 heraldische Traditionen neu belebt wurden.
Mit der Wiedervereiningung der Stadt erlangte das “Gesetz über die Hoheitszeichen des Landes Berlin” Wirkung in den östlichen Bezirken. Das Köpenicker Wappen wurde durch die Senatsinnenverwaltung im Sommer 1992 in der oben beschriebenen Form bestätigt und, versehen mit der dreitürmigen Mauerkrone und dem Bärenschild, als Bezirkswappen verliehen.

Die heraldischen Analysen der Wappen wurden durch das Landesarchiv Berlin erstellt