Wohnungsbaupotenziale

Baustelle Wohngebäude
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Berlins Einwohnerzahl wächst und mit ihr die Zahl der Bewohner Treptow-Köpenicks. In den vergangenen zehn Jahren ist die Bevölkerung um rund 25.000 Einwohner gestiegen. Bis 2030 wird dieser positive Trend anhalten. Die Bevölkerungsprognose des Senats sieht einen weiteren Zuwachs auf rund 265.000 Einwohner bis 2030. Dadurch nimmt auch die Nachfrage nach Wohnungen zu. Um diesem steigenden Bedarf nach Wohnraum gerecht zu werden, sollen mögliche Wohnungsbaupotenziale im Bezirk aufgezeigt werden. Dazu werden umfangreiche Flächen identifiziert, die für den Wohnungsneubau zu aktivieren sind. Der Bezirk Treptow-Köpenick verfügt über ein hohes Wohnbaupotenzial. Insgesamt stehen nach derzeitigem Kenntnisstand, der jedoch unverbindlich ist, Flächen für ca. 13.400 Wohneinheiten bis 2020 zur Verfügung. Ein Teil davon schon kurzfristig, so sind für ca. 2.350 Wohneinheiten bereits Baugenehmigungen erteilt worden. Aufgrund der sich gegenwärtig in Bearbeitung befindlichen Bebauungspläne können weitere 7.950 Wohnungen realisiert werden. Diese Zahl ergibt sich aus den nach aktuellem Planungsrecht möglichen zu errichtenden Wohneinheiten je Bebauungsplan. In den schon bestehenden Siedlungsgebieten sind nochmals etwa 3.100 Wohneinheiten durch dichtere Bebauung in den Ortslagen möglich.

Insbesondere in den Ortsteilen Johannisthal, auf dem WISTA-Gelände in Adlershof, in Altglienicke und in Oberschöneweide ist künftig mit verstärkter Bautätigkeit zu rechnen.

Zahl der Wohnungsgenehmigungen 2016 weiterhin auf hohem Niveau

Die Zahl der genehmigten Wohneinheiten ist im Vergleich zum Vorjahr in Treptow-Köpenick weiterhin auf einem hohen Niveau. So wurden 2016 3.683 Wohnungen durch das Stadtentwicklungsamt Treptow-Köpenick genehmigt. Im Vorjahr lag diese Zahl bei insgesamt 3.953 Wohnungen. Auch die Zahl der Baugenehmigungen ist gegenüber 647 im Vorjahr annähernd gleichbleibend hoch mit 629 Baugenehmigungen im Jahr 2016.

Darunter sind Bauvorhaben der städtischen Wohnungsbaugenossenschaften, wie zum Beispiel der Wohnungsbaugesellschaft GWG „Berliner Bär“ in der Stillerzeile 123. Hier entsteht ein neues Wohnquartier mit 50 Wohnungen und einem kleinen Lebensmittelmarkt. Auch Ortsteile, die bisher nicht im Fokus standen, erhalten neuen Wohnraum, beispielhaft sei hier das Vorhaben der Degewo in der Wendenschlossstraße 128 genannt. Es sollen insgesamt 172 Wohnungen, davon 43 barrierefrei realisiert werden. Dazu kommen noch weitere Bauprojekte, auch privater Bauherren, die bereits genehmigt sind und in 2017 umgesetzt werden können. Oftmals in Kombination mit benötigten Infrastrukturleistungen, wie Kinderspielplätzen und Kindertagesstätten.

Wohnungsbaustatistik 2015/2016 Treptow-Köpenick

Die Zahl der genehmigten Wohneinheiten in Treptow-Köpenick ist im Vergleich zum Vorjahr erneut deutlich angestiegen. So wurden 2015 3.953 Wohnungen durch das Stadtentwicklungsamt Treptow-Köpenick genehmigt, davon entfallen 3.007 auf Neubauten. Im Vorjahr lag diese Zahl bei insgesamt 3.109 Wohnungen, davon entfielen 2.847 auf Neubauten. Auch die Zahl der Baugenehmigungen hat sich von 588 auf 647 erhöht. In der ersten Hälfte dieses Jahres wurden wieder bereits deutlich mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahreszeitraum (erste Jahreshälfte 2015: 1.998 WE; erste Jahreshälfte 2016: 2.540 WE).

Wohnungsbaukonzept beschlossen

Das Bezirksamt hat in seiner Sitzung am 25.11.2014 das „Entwicklungskonzept Wohnen– Wohnungsbaupotenzialanalyse 2013/14 für den Bezirk Treptow-Köpenick“ beschlossen. Aus der Analyse und fachübergreifenden Bewertung der ermittelten Wohnungsbaupotentiale wurden 10 Leitlinien abgeleitet, abgestimmt und als stadtentwicklungspolitische Strategie des Bezirkes bei der Sicherung eines nachhaltigen, sozialgerechten Wohnungsangebotes verabschiedet.

10 Leitlinien zur Entwicklung der Wohnungsbaupotentiale:

  1. Einsatz der Steuerungsinstrumente für eine nachhaltige Entwicklung.
  2. Gewährleistung einer ausreichenden und bedarfsgerechten Versorgung an sozialen Infrastruktureinrichtungen.
  3. Verringerung der verkehrsbedingten Belastung durch Lärm und Luftschadstoffe
  4. Erhalt der Lebensqualität durch ausreichende Versorgung mit wohnungsnahen Grün- und Freiflächen.
  5. Förderung einer fußläufigen Grundversorgung der Bevölkerung und Stärkung der vorhanden Zentren.
  6. Erhalt und Stärkung einer sinnvollen Nutzungsmischung unter Berücksichtigung der gewerblichen Wachstumspotenziale.
  7. Bedarfsgerechte und barrierefreie Ausrichtung der Wohnraumentwicklung für alle.
  8. Förderung einer flächensparenden Siedlungsentwicklung unter Berücksichtigung sozialer und ökologischer Aspekte.
  9. Verringerung und Vermeidung klimatischer Belastungen durch Berücksichtigung
    stadtklimatischer und ökologischer Belange.
  10. Förderung und Ausbau des Angebots an preiswertem Wohnraum.

Wohnungsbaukonzept beschlossen

Die in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt beauftragte Wohnungsbaupotenzialanalyse 2013/2014 gibt eine Übersicht über im Bezirk vorhandene Wohnungsbaupotenziale mit mehr als 50 Wohneinheiten sowie über geplante Vorhaben kommunaler Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften. Im Rahmen der Analyse und fachübergreifenden Bewertung wurden rund 95 Potentialflächen erfasst und ein Zuwachs von rund 15.000 Wohnungen bis 2030 prognostiziert. Dabei werden auch Bedarfe an Sonderwohnformen wie „studentisches und altersgerechtes Wohnen“ bedient. Von den insgesamt erfassten Potentialen werden ca. 22 % durch kommunale Wohnungsbauunternehmen umgesetzt.

Im Ergebnis werden für den Bezirk Treptow-Köpenick vor allem kurz- und langfristig deutlich mehr Wohnbaupotenziale erwartet als ursprünglich bei der Bevölkerungsprognose angenommen. Der damit verbundene Zuwachs an Wohnraum löst neue Bedarfe an Wohnfolgeeinrichtungen aus, welche die teilweise bestehenden Defizite weiter verschärfen. Hinzu kommen weitere, bisher nicht erfasste Potentiale u.a. durch Verdichtung, durch die ein weiterer Zuwachs in gleicher Höhe zu erwarten ist. Der Bezirksstadtrat für Bauen, Stadtentwicklung und Umwelt, Rainer Hölmer sagt: „Die aktuellen dynamischen Entwicklungen bei der Bautätigkeit sind erfreulich und zeigen, dass unsere eingeleiteten
Strategien und Maßnahmen zu wirken beginnen, dennoch darf nun die Infrastruktur nicht vernachlässigt werden, die eine wachsende Stadt erfordert.

Karte mit Wohnungsbaupotenzialen nach Wohnbautypen

PDF-Dokument (3.1 MB)

Karte mit zeitlicher Priorisierung der Wohnungsbaupotenziale

PDF-Dokument (9.1 MB)