Nikolassee

Notizblatt fixiert auf weißem Hintergrund

Steckbrief

  • Fläche: 1.820 ha
  • Einwohner:innen: 11.711
  • Erste urkundliche Erwähnung: 1901
  • Markenzeichen: Nikolassee, Strandbad Wannsee
  • Ausflugtipps und Sehenswürdigkeiten: u.a. S-Bahnhof Nikolassee, Insel Schwanenwerder, Rehwiese, Museumsdorf Düppel, Zollamt Dreilinden, Waldfriedhof Zehlendorf

Geschichte

Ursprünglich zum Gut Düppel gehörend, befindet sich im Ortsteil Nikolassee der gleichnamige Nikolassee und das Strandbad Wannsee. Im Jahre 1901 wurde die Villenkolonie gegründet und 1910 zu einer selbstständigen preußischen Landgemeinde erklärt. Im Jahre 1902 wurde der Bahnhof Nikolassee eingeweiht. Die Eingemeindung der Landgemeinde Nikolassee nach Groß-Berlin erfolgte 1920. In den 1930er-Jahren kam am Ostrand Nikolassees die Siedlung Wonnegauviertel hinzu.

Das 1907 eröffnete, denkmalgeschützte Strandbad Wannsee, wahrscheinlich das größte Binnengewässerbad Europas, liegt am Ostufer des Großen Wannsee.

Zwischen 1950 und 1974 befand sich in Nikolassee eine Überhorizont-Richtfunkanlage für den Funkverkehr mit dem damaligen Bundesgebiet. Mit der Inbetriebnahme der Richtfunkstelle in Frohnau wurde diese Anlage entbehrlich und die Masten wurden im Oktober 1974 abgebaut.

Sehens- und Wissenswertes

Die ersten eindringlichen Eindrücke des Ortsteils, gewinnen viele Besuchende bereits am S-Bahnhof Nikolassee selbst und dem daran anschließenden Hohenzollernplatz mit seinen zwei Statuen “Die Badende” und “Die Bogenschützin” sowie dem Gebäude des alten Rathauses Nikolassee, wo sich heute Teile der Polizeidirektion 4 – Abschnitt 43 befinden. Des Weiteren wird der Ortsteil durch die Rehwiese, das Museumsdorf Düppel, das Strandbad Wannsee, die Insel Schwanenwerder, den Waldfriedhof und viele Villen geprägt.

Blick auf den S-Bahnhof Nikolassee über den Hohenzollernplatz

S-Bahnhof Nikolassee

Das sogenannte „rot-weiße Schloß”, wie das Bahnhofsgebäude auch genannt wird, ist ein echter Blickfang. Als der Prunkbau 1902 gebaut wurde, entworfen von den Architekten Fritz Bräuning und Paul Vogler, sollte er vor allem auch wohlhabende Menschen bewegen, sich in der damals noch kaum besiedelten Gegend niederzulassen. Mittlerweile leben knapp 12.000 Menschen in Nikolassee.

Strandbad Wannsee

Strandbad Wannsee

Das Strandbad Wannsee gilt als Höhepunkt der Berliner Freizeitarchitektur und gehört zu den größten Binnenseebädern in Europa. Auf seinen 1.275 Meter langen und 80 Meter breiten Sandstrand bietet die unter Denkmalschutz stehende Anlage ca. 50.000 Gästen Platz. Zur sportlichen Betätigung bietet es u.a. Wasserrutschen, Volleyball- und Basketballfelder, Tischtennisplatten und einen Bootsverleih.

Der Name des Strandbads rüht natürlich daher, dass es am Wannsee liegt. Trotzdem gehört die Anlage selbst zum Ortsteil Nikolassee.

Einer von Berlins ältesten Bäumen am Ende der Rehwiese in Nikolassee

Rehwiese

Die ca. 1,5 km lange Rehwiese, früher auch Kuhfenn oder Franzosenwiese genannt, zieht sich von der Spanischen Allee bis hin zum Nikolassee. Namensgeben war, dass vor dem Anlegen der Kolonie Nikolasssee im Jahr 1901, dort häufig auch Rehe unterwegs waren. Die heute weitgehend trockengelegte Rehwiese verband seinerzeit als sumpfige Bodensenke als Bestandteil der Grunewaldseenkette den Nikolassee mit dem Schlachtensee.

Am nördlichen Ende der Rehwiese, direkt an der Spanischen Allee, thront ein echtes Prachtexemplar einer Eiche. Dieser schöne Baum, der sich trotz seiner gut 33 Meter Höhe fast ein bisschen in der Senke der Wiese zu verstecken scheint, hat schon ganz schön was erlebt und ist etwa 300 Jahre alt. Damit gehört die Eiche zu den ältesten Bäumen Berlins.

Schwanenwerder

Insel Schwanenwerder

Die Insel Schwanenwerder wurde das erste Mal 1704 als „Der Sandtwerder“ oder auch „Cladower Sandwerder“ erwähnt. Die Namen rühren wohl daher, dass die Insel einst weitgehend kahl und sandig war. Auf der einzigen Inselstraße fällt neben dem idyllischen Blick auf das Bootshaus auch der Ruinenrest des früheren Pariser Stadtschlosses „Palais des Tuileries“ ins Auge. Es brannte 1871 beim Aufstand der Pariser Kommune und wurde später abgerissen wurde. Teile der Ruine wurden verkauft, Lampenfabrikant Wilhelm Wessel – welcher im Jahr 1882 die Insel erwarb – kaufte die Säule und bettete sie in eine kleine Parkanlage, von der heute nichts mehr übrig ist. Doch die Säule thront dort immer noch. Auf der Insel stehen zudem mehrere Stelen rund um die Geschichte Schwanenwerders.

Eingang zum Schwanenhof

Schwanenhof

Der Schwanenhof gehört zu den ältesten verbliebenen Anwesen auf der Insel Schwanenwerder. Bauherr und Architekt war Hermann Wessel, einer der Söhne des Kolonialgründers Wilhelm Wessel, der die Insel 1882 kaufte. Das Anwesen wurde als Schwanenhof benannt, weil die Brüder im selben Jahr die Erlaubnis für die Umbenneung der Insel in Schwanenwerder erhalten hatten. Es handelt sich hier um ein Landhaus in den Formen der französischen Renaissance.

Museumsdorf Düppel

Museumsdorf Düppel

Das Museumsdorf Düppel in der Clauertstraße 11, 14163 Berlin, zeigt ein mittelalterliches Dorf, welches nach archäologischen Funden von 1967 nachgebaut wurde. Einst befand sich an diesem Ort ein Kontrollpunkt einer Handelsstraße mit der dazugehörigen Siedlung. Das gesamte Areal erstreckt sich über etwa acht Hektar und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Groß und Klein.

Radroute & Audiowalk

Pärchen mit Fahrrad am Uder mit Bäumen mit Blick auf den Wannsee

Bezirkliche Radroute: Nikolassee-Route

Die Nikolassee-Route lädt dazu ein, den Ortsteil mit dem Rad zu entdecken. Sie ist eine von vier bezirklichen Fahrradtouren durch den Berliner Südwesten, die von der Wirtschaftsförderung Steglitz-Zehlendorf in Kooperation mit Visit Berlin angelegt wurden. Weitere Informationen

Stand-Up-Paddler auf einem See aus der Audiowalk-Reihe Schlachtensee-Nikolassee

Audiowalk: Vom Schlachtensee zum Nikolassee – eine grüne Oase in Berlin

Lust auf einen schönen Spaziergang im Grünen mit einer interessanten Führung? Die fiktive Umweltschützerin Amelie bringt dich zu bemerkenswerten Orten in der Umgebung und erzählt dir dabei viele interessante Dinge über Natur und Geschichte. Weitere Informationen

Impressionen aus Nikolassee

  • Evangelisches Gemeindehaus Nikolassee

    Evangelisches Gemeindehaus Nikolassee

  • Sonnenuntergang über der Havel vor Schwanenwerder

    Sonnenuntergang über der Havel vor Schwanenwerder

  • Blick auf die Rehwiese in Nikolassee

    Blick auf die Rehwiese in Nikolassee

  • Königsweg im Winter

    Königsweg im Winter