Saisonale Influenza - akute Virusgrippe

Einer Frau wird eine Spritze in den Arm verabreicht
Bild: Adam Gregor / Fotolia.com

Dezember 2017

Die saisonale Influenza ist eine akute, weltweit verbreitete Erkrankung, die durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen wird. Besonders in den Wintermonaten kann es zu einer epidemieartigen Ausbreitung kommen.

Während der Influenza-Saison 2016/2017 war eine schwere Grippewelle zu verzeichnen, welche vor allem ältere Menschen betraf. Deutschlandweit wurden über 600 Todesfälle sowie mehr als 114.000 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle gemeldet.

Die wichtigste Maßnahme zum Schutz vor einer Influenza ist nach wie vor eine Schutzimpfung. Diese sollte bereits im Herbst (Oktober und November) erfolgen und jährlich aufgefrischt werden. Bereits 10-14 Tage nach einer Impfung sind ca. 90% aller gesunden geimpften Erwachsenen vor einer Infektion geschützt. Sollte es trotz einer Impfung zu einer Erkrankung kommen, verläuft diese meist wesentlich milder. Bei der saisonalen Grippeschutzimpfung handelt es sich um Tot-Impfstoffe, die selbst keine Infektion hervorrufen können und jedes Jahr an die aktuelle epidemiologische Situation angepasst werden.

Um möglichst schnell auf die neuen ‘um die Welt gehenden’ Varianten reagieren zu können, sammelt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das ganze Jahr über die Daten zu den Grippevirusvarianten und empfiehlt dann die Zusammensetzung des Influenza-Impfstoffes für die folgende Grippesaison.

Für die Saison 2017/2018 stehen drei tetravalente Influenza-Impfstoffe zur Verfügung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) veröffentlichte Anfang Dezember 2017 eine Vorabinformation mit der Empfehlung, zukünftig einen quadrivalenten Impfstoff mit aktueller, von der WHO empfohlener Antigenkombination zu verwenden. Diese Empfehlung soll ab Februar 2018 gelten.

Für Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis einschließlich 17 Jahren hat sich die Empfehlung der STIKO dahingehend geändert, dass nur in Ausnahmefällen (z.B. Spritzenphobie, Gerinnungsstörungen) der nasale Impfstoff vergeben werden soll.

Für Menschen über 65 Jahre gibt es Impfstoffe mit Wirkverstärker.

Auch Menschen mit einer Hühnereiweißallergie können sich gegen Grippe impfen lassen. Für sie steht ein Impfstoff zur Verfügung, der in Zellkulturen und nicht in Bruteiern hergestellt wurde.

Über mögliche Lieferengpässe der Impfstoffe können Sie sich auf der Internetseite des Paul-Ehrlich-Institutes informieren.

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt die Grippeschutzimpfung folgenden Personen:

  • Alle Personen über 60 Jahre
  • Alle Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel (d.h. ab 4. Schwangerschaftsmonat)
  • Schwangeren bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens (s. nächster Punkt) im 1. Schwangerschaftsdrittel
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens wie z.B. chronischer Krankheiten der Atmungsorgane (inklusive Asthma und COPD), chronischer Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und anderer Stoffwechselkrankheiten, chronischer neurologischer Krankheiten, z.B. Multipler Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben, Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten mit T- und/oder B-zellulärer Restfunktion, HIV-Infektion
  • Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen
  • Personen mit erhöhter Gefährdung: z.B. medizinisches Personal, Personen an Arbeitsplätzen mit umfangreichem Publikumsverkehr
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen fungieren können
  • Personen mit erhöhter Gefährdung durch direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln (Die saisonale Grippeschutzimpfung schützt nicht vor Vogelgrippevirusinfektion, kann jedoch eine problematische Doppelinfektion verhindern.)

Weitere Informationen zur Impfung finden Sie hier:

Inkubationszeit - Ansteckungsfähigkeit - Symptomatik

Influenzaviren treten meist im Winterhalbjahr auf. Die Inkubationszeit beträgt ca. 1 bis 2 Tage. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt kurz vor dem Auftreten der klinischen Symptome und dauert ca. 3 bis 7 Tage. Die Symptomatik zeichnet sich durch plötzlichen Krankheitsbeginn mit Fieber (≥ 38,5 Grad Celsius), trockenem Reizhusten, Halsschmerzen, Muskel-, Glieder-, Rücken- oder Kopfschmerzen aus. Weitere Symptome können Schwäche, Schweißausbrüche, Schnupfen, Übelkeit/Erbrechen und Durchfall sein. Die Erkrankung verläuft sehr unterschiedlich: möglich sind leichte bis tödliche Krankheitsverläufe, bei etwa einem Drittel der Infizierten ist der Verlauf asymptomatisch.

Welche allgemeinen Hygieneregeln sollten beachtet werden:

Sieben HYGIENETIPPS für Ihre Gesundheitsvorsorge:

  • Hände waschen
  • Hygienisch husten (d.h. in die Armbeuge husten)
  • Zuhause bleiben
  • Krankheit erkennen
  • Gesund werden
  • Familienmitglieder schützen
  • Regelmäßig lüften

Ausführlichere Informationen

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Grippe gibt das Robert Koch-Institut.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne unter der Telefonnummer (030) 90299-3603 zur Verfügung.