Entwicklungsdynamik in Marzahn-Hellersdorf

Baustelle mit Kränen
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Berlin ist eine wachsende Stadt.

Allein im Zeitraum von 2004 bis 2013 ist die Einwohnerzahl um über 147.000 EW gestiegen; dieser Trend wird sich voraussichtlich auch in den kommenden Jahren abzeichnen. Angesichts der dynamischen Bevölkerungsentwicklung nimmt auch die Nachfrage nach Wohnraum zu.

Das Land Berlin steht nun vor der Herausforderung, den angespannten Wohnungsmarkt zu entlasten und den Wohnungsneubau im Rahmen des Wohnungsbauförderprogramms des Landes Berlin zu fördern und zu beschleunigen. Im Rahmen des Neubaubündnisses hat der Berliner Senat mit den Bezirken dazu gemeinsame Zielvereinbarungen getroffen. Die Handlungsschwerpunkte liegen in der planerischen Vorbereitung geeigneter Flächen, der Schaffung von Baurecht sowie in der Schaffung der sozialen und technischen Infrastruktur in Folge neuer Wohnquartiere.

Nach Jahren des Bevölkerungsrückgangs verzeichnet der Bezirk seit 2010 bereits das vierte Jahr in Folge einen Bevölkerungszuwachs. Am 31.12.2013 erfasste der Bezirk insgesamt 254.226 EinwohnerInnen und damit einen Zuwachs von 2.347 Personen gegenüber dem Vorjahr. Dieser Bevölkerungsanstieg betrifft alle Ortsteile im Bezirk, insbesondere Hellersdorf-Nord und ist auf einen positiven Wanderungssaldo sowie auf einen Geburtenüberschuss zurückzuführen.

Laut Bevölkerungsprognose der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt (Stand 2012) sei mit einer Bevölkerungszunahme von rd. 7.800 Einwohnern in einem Zeithorizont bis 2020 zu rechnen. Bis 2030 werde die Einwohnerzahl um voraussichtlich +5% ansteigen. Dies bedeutete einen Bevölkerungszuwachs um rd. 12.700 Einwohner bis 2030. Diese Prognose von 2012 ist bereits überholt und die Werte sind überschritten. Das Amt für Statistik hat allein für das vergangene Jahr 2014 einen unerwarteten Bevölkerungszuwachs von rd. 44.700 Menschen für Berlin ermittelt.

Die starke Bevölkerungszunahme während der letzten Jahre löst einen erhöhten Wohnungsbedarf aus, der sich auch in Marzahn-Hellersdorf widerspiegelt. Bestehende Leerstandreserven wurden bereits aufgebraucht, sodass der Neubau von zusätzlichen Wohnungen einen wohnungspolitischen Handlungsschwerpunkt darstellt.

Mit einem Durchschnittsalter von 43,3 Jahren liegt der Bezirk leicht über dem Berliner Durchschnitt (42,9 Jahre). Insbesondere die Zahl der Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre sowie der Anteil älterer Menschen ab 55 Jahre steigen im Bezirk weiterhin an.
Resultierend aus dem zu verzeichnenden Bevölkerungsanstieg steigt die Nachfrage nach zusätzlichem Wohnraum im Bezirk. Der Bezirk hat für den Wohnungsneubau geeignete Potenzialflächen mit einer Größe ab 1 ha erfasst und ein Potenzial von 3.725 Wohneinheiten ermittelt. Ergänzend wird von einer steten Inanspruchnahme der Verdichtungspotenziale in den Siedlungsgebieten ausgegangen.