studio im HOCHHAUS

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Mit den Ausstellungen des Studios im Hochhaus wird ein künstlerischer Blick auf die Utopie und auf das heutige Leben in einer Großsiedlung geworfen. Das Haus ist ein Ort der Begegnung – mit der Kunst, mit Künstlern und Kunstbegeisterten.

Freie Kunst | Architektur | Video | Projekte | Veranstaltungen

Aktuelle Ausstellung

Ein Rest bleibt immer

Bildvergrößerung: Ein Bild, zwei Autorinnen: Sonja Alhäuser und Heike Kati Barath
Bild: Sonja Alhäuser und Heike Kati Barath

Malerei und Installation von Sonja Alhäuser und Heike Kati Barath
12.04. bis 07.06.2017

Vernissage am Dienstag, 11. April 2017, um 19 Uhr

Die in Berlin lebenden Künstlerinnen Sonja Alhäuser und Heike Kati Barath verbindet seit etwa 20 Jahren eine Freundschaft, die immer wieder zu einem intensiven Dialog in Form von künstlerischen Kollaborationen führt. Nach „Nachtgelee“, der gemeinsamen Ausstellung im Essenheimer Kunstverein im Jahr 2014 folgt nun “Ein Rest bleibt immer”.
Zu sehen sind großformatige und kleine Zeichnungen, in denen beide Künstlerinnen sich gegenseitig mit Hilfe von Pinsel und Stift befragen und antworten. Blätter sind gefüllt mit kampflustigen Szenen und überbordenden Geschichten, die sich aus den Köpfen der zwei “Autorinnen” – mal polternd, mal versöhnlich – ineinander verweben. Zudem sind Skulpturen aus Margarine und Schokolade zu sehen.
Das Zentrum der Ausstellung ist eine Tischvitrine. Hier kommen sowohl Objekte als auch Papierarbeiten der Künstlerinnen zusammen, die den Prozess der Kommunikation der beiden fortsetzen, eine ganz eigene Sammlung von Ideenfetzen, Denkmustern, Aufzeichnungen zum Tagesgeschehen und Persönlichem.

Abb.: Ein Bild, zwei Autorinnen, gemeinsame Arbeit von Sonja Alhäuser und Heike Kati Barath

Architektur

Wie wollen wir wohnen?

Bildvergrößerung: Blick in die Ausstellung
Bild: studio im Hochhaus

Der Architekturbereich möchte Diskussionsanlass und Ideengeber sein in einer Zeit, in der Lösungen gesucht werden müssen, wie städtisches Wohnen auch für „Normalverdiener*innen“ bezahlbar bleiben kann.
Bei der Ausstellung geht es nun um die Kostenreduktion beim Bauen, die durch Selbsthilfe kompensiert werden kann. Ein Beispiel aus Chile, Villa Verde von Elementa, bei der für Erdbebenopfer eine neue Reihenhaussiedlung gebaut wurde, aber aufgrund der begrenzten Mittel, nur 40 qm fertig gebaut wurde und die andere Hälfte zum Selbstausbau vorbereitet wurde. Eine radikale Idee für die erst Gesetze geändert werden mussten um sie realisieren zu können, aber ein Ansatz nicht nur bezahlbare, sondern auch individuell gestaltete Räume zu schaffen. Für das städtische Wohnen ist Villa Verde natürlich kontraproduktiv und eher als Warnung zu verstehen, der Hang zum Eigenheim in einer Phase der Verstädterung muss als Antagonismus bezeichnet werden. Leider werden in Berlin und hier nicht zuletzt in Lichtenberg immer noch große innerstädtische Fläche für Einzel- oder Reihenhaussiedlung, heute als Townhouses bezeichnet, ausgewiesen, was die Flächen für Alternativen immer weiter verkleinert.
Es geht also um Wohnformen, Grundrisse, Preise, Bauen und nicht zuletzt um Besitz, gerade wurde die deutsche Idee der Genossenschaft zum Weltkulturerbe und sie ist aktueller den je.

Video

Das Medium Video erlaubt es, tiefer in den Kosmos der bildenden Kunst einzudringen, da es sich um immaterielle Werke handelt, die kopiert, bewegt und gelöscht werden können. So ist es möglich, Videos von Künstlern zu zeigen, deren Werke aufgrund der Transport- und Versicherungskosten nicht ausstellbar wären. Auch der internationale Austausch wird so grenzenlos.

ab 11. April:
Matthias Beckmann “Atlas der Anatomie”
Das Thema des Skeletts und der Puppe als Stellvertreter für den menschlichen Körper beschäftigt den Zeichner Matthias Beckmann schon seit langer Zeit. Die Bleistiftzeichnungen für diesen Film, der mit Vanitasmotiven spielt, entstanden ohne Korrekturen oder fotografische Hilfsmittel vor dem Motiv.
Die Modelle bewegen sich, drehen sich und werden dabei zuweilen durch mehrere Spiegel vervielfacht. Es sind: das lebensgroße Skelett “Stan”, mal als Ganzes und mal in seine Teile zerlegt, ein kleineres Skelettmodell, eine Puppe, ein Puppenkopf, Ärmchen, Beinchen, Plastiktiere, Messer, Gabeln, eine Gesamtausgabe Edgar Allen Poe sowie Bildzitate nach Dürers “Ritter, Tod und Teufel”, Bellinis Dogenbildnis, Franz Xaver Messerschmidts grotesken Grimassenköpfen und Holzschnitten aus dem legendären Anatomiebuch von Andreas Vesalius aus dem Jahre 1543.
Matthias Beckmann flüsternde Stimme, mit der er die Namen der Muskeln, Sehnen und Knochen aus einem Atlas der Anatomie vorträgt, bildet die Grundlage für eine Klangcollage, in der sich mehrere Tonspuren überlagern. Die Begriffslitanei wird zu konkreter Poesie.
Animationsfilm, 2013, 4:02 Minuten
Idee, Zeichnungen, Sprecher: Matthias Beckmann
Ton: Dirk Schaefer
Filmtechnik: Matthias Daenschel

Projekte

Exploring Hohenschönhausen

Bildvergrößerung: Exploring Hohenschönhausen - Karte zur Erkundung des Stadtteils
Bild: ISSSresearch&architecture

Wir erleben Stadt jeden Tag in unserem Alltag. Wir nutzen bekannte Wege und so bleibt uns Vieles verborgen, weil wir eine vermeintlich bekannte Umgebung immer schneller durchschreiten als eine unbekannte. In der Stadt als soziokulturell produziertem Raum überlagern sich jedoch viele solcher Alltagsrealitäten miteinander und mit Schichten aus Geschichte, Bedeutungen und Räumen.
Wenn die Realität heute oft auf objektive Begebenheiten abstrahiert wird, versuchen wir sie mit subjektiven Narrativen, mit Erzählungen zu ergänzen. Persönliche Geschichten von Bewohner*innen und deren Erinnerungen sind ebenso Teil des kollektiven Wissens über Stadt wie flüchtige Eindrücke Einzelner.

Das Projekt Exploring Hohenschönhausen macht für die Besucher*innen des Studios im Hochhaus das kollektive Gedächtnis und Wissen um den Stadtteil Hohenschönhausen spielerisch und explorativ zugänglich. Mit einer Karte ausgestattet kann man den Stadtteil selbst erkunden und sich dabei von Geschichten und Erzählungen von Bewohner*innen begleiten und führen lassen. Die Hörspiele kann man im Studio im Hochhaus ausleihen, um sich auf den Weg der eigenen Erkundung zu machen. Diese sind auch kostenlos im Internet zu finden.

Das Studio im Hochhaus wird so zu einem Netzwerkknoten in der Stadt und zur Plattform des Austausches rund um die eigenen Erfahrungen. Die Hörspiele bilden den Rahmen, in dem jeder Einzelne zum Akteur seiner eigenen Tour wird. Gemäß der eigenen Geschwindigkeit und ohne feste Route kann das Hörspiel jederzeit gestoppt und an beliebiger Stelle weiter gestartet werden.

Ein Projekt von ISSSresearch&architecture, in Kooperation mit dem Studio im HOCHHAUS, gefördert durch den Bezirkskulturfonds Lichtenberg

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Veranstaltungen

Erzählsalon

  • Sonntag, 19.03.2017
    15 Uhr

    „Woche der Brüderlichkeit”
    Gabriel Berger liest in der aus seinem Buch „Umgeben von Hass und Mitgefühl“ über die jüdische Autonomie in Polen nach der Schoah und die Hintergründe ihres Scheiterns. Anschließend Gespräch bei Kaffee und Kuchen mit dem Autor.
    Gesprächsleitung: Brigitte Graf, Eintritt 4, ermäßigt 2 Euro

  • Sonntag, 02.04.2017
    15 Uhr

    „Trump – und wie weiter?“
    ist das Thema des Gesprächs mit Dr. Sabine Kebir und Professor Mario Keßler. Es gibt Kaffee und Kuchen.
    Gesprächsleitung: Brigitte Graf, Eintritt 4, ermäßigt 2 Euro

Ausstellungen 2017

  • 01.02. – 05.04.2017

    Kai Richter, Tommy Støckel
    Vernissage am 31. Januar, um 19 Uhr

  • 12.04. – 07.06.2017

    Sonja Alhäuser, Kati Heike Barath
    Vernissage: 11. April, 19 Uhr

  • 14.06. – 23.08.2017

    Bankleer, Dellbrügge & de Moll
    Vernissage: 13. Juni, 19 Uhr

  • 30.08. – 01.11.2017

    Thorsten Goldberg, Martin Kaltwasser
    Vernissage: 29. August, 19 Uhr

  • 08.11. – 09.01.2018

    Seraphina Lenz, Sonya Schönberger
    Vernissage: 7. November, 19 Uhr
    bis 9. Januar 2018

Geschichte des Studios

  • 1990

    Gründung des – studio im hochhaus -, kunst- und literaturwerkstatt.
    Besonderen Stellenwert hatte die Zusammenarbeit zwischen jungen internationalen Künstlerinnen und Künstlern, KulturarbeiternInnen und dem an den damaligen gesellschaftlichen Prozessen interessierten Publikum aus dem Bezirk und weit darüber hinaus.

  • ab 1991

    Ausstellungsprojekte mit national und international namhaften Künstlerinnen und Künstlern aus Lateinamerika, Afrika, Asien, Europas und Osteuropas, aber auch mit jungen noch nicht etablierten Künstlern dieser Kulturregionen entstanden zu unterschiedlichen Themen der Gegenwartskunst, vor allem in den Bereichen Malerei, Grafik, Zeichnungen, Plastik, aber auch Fotografie, Fotoobjekte und Installationen.
    Veranstaltungsreihen zu gesellschaftlich relevanten Themen mit Persönlichkeiten aus Kunst, Wissenschaft und Politik.

  • ab 1993

    Zeitgenössische experimentelle Projekte, unter anderem zur visuellen und experimentellen Poesie.
    Experimentelle und internationale Literaturreihen
    Die Edition – interWall – entstand.

Fakten

Die Galerie verfügt über eine Ausstellungs-, Veranstaltungsfläche von etwa 150 Quadratmetern. Insgesamt ermöglichen zwei Ausstellungsräume mit zirka 50 Quadratmetern, ein Raum mit etwa 15 Quadratmetern und zwei kleine Räume mit zirka 10 Quadratmetern eine variable Ausstellungskonzeption/ Veranstaltungskonzeption. Im großen Veranstaltungsraum können für etwa 60 Personen Sitzplätze (außer Stehplätze) gestellt werden. Der Eingang zur Einrichtung befindet sich zu ebener Erde und ermöglicht einen behindertengerechten Zugang. (WC – ist nicht behindertengerecht). Ein Parkplatz befindet sich in unmittelbarer Nähe.
Besucher im Schnitt pro Jahr: 4000
Veranstaltungen im Schnitt pro Jahr: 50