Lebensmittelretter:innen

Logo Preis Berliner Lebensmittelretter:in

In Berlin engagieren sich zahlreiche staatliche und nichtstaatliche Einrichtungen dafür, Lebensmittelabfall zu reduzieren. Mit dem Preis „Berliner Lebensmittelretter:in“ würdigt die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz dieses Engagement. Die Auszeichnung wurde erstmals im April 2021 an engagierte und kreative Lebensmittelretterinnen und Lebensmittelretter aus Berlin verliehen.
Die Verschwendung von Lebensmitteln verursacht hohe wirtschaftliche, aber auch ökologische Schäden. Werden Lebensmittel weggeworfen, gehen wertvolle Rohstoffe, Energie und Wasser verloren, die in der Produktionskette vom Anbau bis zum Handel gebraucht werden.
Nach Angaben der Verbraucherzentralen landen in Deutschland Jahr für Jahr bundesweit rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Verbraucherinnen und Verbraucher werfen demnach pro Kopf etwa 75 Kilogramm Lebensmittel im Jahr weg, rund 50 Kilogramm davon sind vermeidbar. In der Summe sind das jedes Jahr Lebensmittel im Wert von circa 20 Milliarden Euro. Um die Lebensmittel zu transportieren, die in Deutschland jährlich auf dem Müll landen, sind 480.000 Sattelschlepper notwendig. In eine Reihe gestellt, ergibt das die Strecke von Lissabon nach St. Petersburg.

Bewerbung

Die Bewerbung ist bis zum 23. Dezember 2022 möglich.
Bewerben können sich Privatpersonen, Initiativen, Projekte, Vereine und Unternehmen, die dazu beitragen, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Bewerber*innen müssen ihren Erstwohnsitz bzw. Hauptsitz in Berlin haben. Von einer Bewerbung ausgeschlossen bzw. nicht einreichungsfähig sind durch die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz zuwendungsgeförderte Einrichtungen oder Projekte.
Während der Bewerbungsphase wird für interessierte Lebensmittelretterinnen und Lebensmittelretter ein Bewerbungsformular auf der Webseite der Senatsverwaltung bereitgestellt. Dieses Formular kann heruntergeladen werden und nach erfolgtem Download am PC ausgefüllt werden.

  • Bewerbungsformular Lebensmittelretter:innenpreis 2023

    PDF-Dokument (826.0 kB)

Der Preis

Neben einem Aufmerksamkeitsschub für ihr Projekt erhält die Preisträgerin bzw. der Preisträger ein Preisgeld von 5.000 Euro.

Sie haben weitere Fragen?

Gerne stehen wir Ihnen unter der E-Mail-Adresse blmr@senumvk.berlin.de zur Verfügung.

Bisherige Preisträger

foodsharing Berlin

Die ehrenamtliche Initiative foodsharing Berlin wurde 2021 mit dem Preis „Berliner Lebensmittelretter:in“ ausgezeichnet. Die Initiative setzt sich seit 2013 als eigenständiger foodsharing-Bezirk lokal gegen Lebensmittelverschwendung in der Hauptstadt ein. Die Mitglieder sind über die Online-Plattform foodsharing.de organisiert und damit national und international mit anderen foodsharing-Standorten vernetzt. Dies ermöglicht einen schnellen und stetigen Informationsaustausch mit anderen Bezirken sowie die Entwicklung von weiteren Konzepten zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung, um somit die Wertschätzung für Lebensmittel zu erhöhen, z. B. durch ein gemeinsames Kochbuch oder die Sammlung zur vielfältigen Verwendung von harten Backwaren und anderen Lebensmittelresten.
In Berlin engagieren sich mehrere tausend Foodsaver:innen ehrenamtlich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln, indem sie in kooperierenden Betrieben überproduzierte Ware abholen und unentgeltlich weiterverteilen. Auch Privatpersonen können nicht mehr benötigte Lebensmittel über sog. Essenskörbe auf der Website zur Selbstabholung anbieten. Zudem unterhält foodsharing Berlin Fairteiler. Fairteiler sind öffentlich zugängliche (Kühl)Schränke, die täglich gereinigt und mit überproduzierten Lebensmitteln befüllt werden. Zusätzlich wird bei regelmäßig stattfindenden öffentlichen Fairteilungen auf die enorme Lebensmittelverschwendung aufmerksam gemacht. Foodsharing versteht sich als bildungspolitische Umweltbewegung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, auf persönlicher Ebene Aufklärung, Umdenken und verantwortliches Handeln anzustoßen.
Foodsharing arbeitet komplett unkommerziell, weshalb Spenden und Fördergelder besonders wichtig sind, um die Lebensmittelwertschätzung weiterzutragen und die Lebensmittelrettung ressourcenschonender zu gestalten.

Weitere Informationen zu „foodsharing“ finden Sie auf deren Homepage

Statements der Jurymitglieder zu foodsharing:

  • Dr. Britta Schautz (Verbraucherzentrale Berlin): „Beeindruckend ist das ehrenamtliche Engagement und die große ehrenamtliche Arbeit der Foodsaver:innen, die diese hauptsächlich in ihrer Freizeit leisten, um möglichst jedes einzelne Lebensmittel zu retten.“
  • Stephanie Otto (BSR): „Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und damit den Klimaschutz auszubauen gelingt nur gemeinsam. Foodsharing hat viele engagierte Leute, um das auf die Beine zu stellen.“
  • Janna Falkenstein (rbb): „Auszeichnungswürdig ist die Tatsache, dass jeder einzelne Berliner und jede einzelne Berlinerin zu jedem Zeitpunkt, zu dem sie oder er sich entscheidet, mitmachen zu wollen, dass auch kann und zwar direkt vor der eigenen Haustür. So entsteht ein beachtliches Netzwerk. Lebensmittelverschwendung fängt zu Hause an. Jeder kann noch genießbare Lebensmittel in den (Kühl)schränken von foodsharing abgeben. „
  • Margit Gottstein (SenJustVA): „Beeindruckend ist die große Anzahl an ehrenamtlichen Mitarbeitern und dass sie dadurch eine enorme Menge (über 6000 Tonnen) Lebensmittel retten konnten.“
  • Sabine Werth (Berliner Tafel): „Foodsharing beeindruckt sehr, weil viel ehrenamtliches Engagement sehr zeitgemäß eingesetzt wird. Lebensmittel werden da gerettet, wo sie im Übermaß verschwendet werden“