Kleingärten in Marzahn

Kräutergarten KGA "Am Fuchsberg"
Kräutergarten KGA "Am Fuchsberg"
Bild: Kleingartenverein "Am Fuchsberg" e. V.

Der Bezirksverband Berlin-Marzahn der Gartenfreunde e. V.

Am 20. Juni 1990 wurde der Bezirksverband Berlin-Marzahn der Garten- und Siedlerfreunde als Rechtsnachfolger des VKSK-Kreisverbandes Berlin-Marzahn gegründet. Damals umfasste der Verband insgesamt 26 Mitgliedsvereine. Im Jahr 1992 wurde die kleingärtnerische Gemeinnützigkeit nach § 4 Abs. 2 des Bundeskleingartengesetzes anerkannt und der Verband beim Vereinsregister des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg eingetragen. Seit 1999 trägt der Verband den Namen „Bezirksverband Berlin-Marzahn der Gartenfreunde e. V.“. Heute sind noch 14 Vereine Mitglied im Bezirksverband. In diesen Vereinen gibt es ca. 1.500 Parzellen mit über 3.000 Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern.

Stellvertretend werden hier einige Kleingartenanlagen näher vorgestellt.

Kleingartenanlage „Am Kienberg“

Die Kleingartenanlage „Am Kienberg“ ist mit einer Fläche von 135.684 m² und 260 Parzellen eine der größeren Marzahner Anlagen. Sie wurde im Jahr 1983 als die 10.000. Kleingartenanlage der DDR gegründet. Bei der Gesamtgestaltung der Anlage mussten damals einige Grundforderungen eingehalten werden, die noch heute das Erscheinungsbild der Anlage prägen. Die Kleingartenanlage errang beim Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ 2002 eine Goldmedaille. Der Festplatz der Anlage trägt seit 2015 den Namen „Wilhelm-Naulin-Platz“. Naulin war Verfechter der Kleingartenbewegung und gab den Anstoß für die Durchführung der ersten Grünen Woche nach dem II. Weltkrieg in Berlin.

Im Mittelpunkt des Vereinslebens steht die aktive Teilnahme an der Internationalen Gartenaustellung IGA Berlin 2017. Ein Kooperationsvertrag zwischen der IGA Berlin 2017 GmbH und dem Landesverband Berlin der Gartenfreunde e. V. regelt die Zusammenarbeit.

Auf den öffentlichen Wegen der Anlage wurden bei mehreren Pflanzaktionen über 200 alte einheimische Obstsorten und Wildobstarten gepflanzt. Die weitere Pflege erfolgt durch die Kleingärtner. Es besteht die Möglichkeit für einen Baum eine Patenschaft zu übernehmen. Die Bäume erhalten noch eine Beschilderung mit entsprechenden Erläuterungen. Im Oktober 2015 wurden aus Anlass des 25. Jahrestages des Bezirksverbandes Berlin-Marzahn der Gartenfreunde e.V. an den Kienberbergterrassen am Südhang des Kienberges durch die 18 Berliner Bezirksverbände weitere 18 Hochstämme alter einheimischer Obstgehölze gepflanzt.

Die Kleingartenanlage „Am Kienberg“ verfügt über einen Gartenlehrpfad mit Kräuterbeeten, Nistplätzen für verschiedene Tiere und viele Insektenhotels. Zusätzlich wird zur IGA ein Rundweg mit „offenen Gärten“ geschaffen. Die Kleingärtner ermöglichen einen Blick in ihre grünen Oasen.

Die Parzelle 2.001 mit ca. 600 m² wird für die IGA Berlin 2017 neu gestaltet. Die Teilnehmer des 21. Ulrich-Wolf-Preises zum Thema „Startergarten – Kleingarten neu denken“ hatten die Aufgabe, Entwürfe und Ideen für diesen Kleingarten zu entwickeln. Es wurden 25 Entwürfe eingereicht. Eine Jury, bestehend aus vierzehn Preisrichterinnen und Preisrichter der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur DGGL e. V., der IGA Berlin 2017 und des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde e. V. legte die Preisträger fest. Den ersten Preis errang der Entwurf „Kultur lebt Natur“ von Eva Lange und Alexander Roscher aus Berlin. Sie erhielten ein Preisgeld von 2.000 Euro und die Beauftragung für den Bau ihres Gartens in der Kleingartenanlage „Am Kienberg“.

Kleingartenanlage „Am Fuchsberg“

Die Kleingartenanlage „Am Fuchsberg“ ist die größte Anlage in Berlin-Marzahn. Sie verfügt über eine Fläche von 144.052 m² und 272 Parzellen. Die Teilnahme am Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ im Jahr 2010 wurde mit einer Silbermedaille belohnt. Besonders stolz sind die Kleingärtner auf ihren Schaukräutergarten.

Das Anlegen eines Kräutergartens wurde als Ausgleichsmaßnahme für gefällte Pappeln beschlossen. Mit der Errichtung des Schaugartens wurde 2004 begonnen. Mit großem Elan und Ausdauer haben die Gartenfreundinnen und Gartenfreunde der Kleingartenanlage das Vorhaben realisiert. Mit über 200 unterschiedlichen Kräuterpflanzen wurde er dann 2005 feierlich eröffnet. Seitdem befindet sich hier eine umfangreiche Sammlung von Küchenkräutern, Heilkräutern, Duftpflanzen und Färbepflanzen.

Im Jahr 2013 wurde im Rahmen eines Wettbewerbes ein Konzept zur Umgestaltung erarbeitet. Seitdem erfolgt die Gestaltung des Kräutergartens jährlich zu einem anderen Thema. Im Mittelpunkt stehen essbare Blüten, alte deutsche Gemüsesorten, Medizinpflanzen und Bienenfutter. Zur IGA Berlin 2017 wird der Kräutergarten weiter umgestaltet. Er wird als ein Zentrum von Ökologie und Umweltbildung weiterentwicklet.

Im Kräutergarten wurden Nisthilfen für Wildbienen angebracht. Die neuste Errungenschaft ist ein in ehrenamtlicher Arbeit errichtetes Insektenhotel mit einer Größe von ca. 6 Meter X 1,50 Meter. Die Kleingärtner leisten damit einen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt.

Etiketten beschreiben ausführlich die einzelnen Pflanzen im Kräutergarten. Für Blinde, Sehschwache und Späterblindete steht ein Daisy-Player zur Verfügung, mit dem die Etikettentexte, zusätzliche Tipps und 80 Vogelstimmen abgerufen werden können.

Ein Schwerpunkt der Öffentlichkeitsarbeit sind die Führungen unter dem Motto „Kräuter mit vielen Sinnen – Sehen, Tasten, Riechen und Schmecken“. Dabei erhalten die interessierten Besucher vielfältige Informationen über den Anbau und die Verwendung der Pflanzen.

Kinder aller Altersgruppen sind im Schaukräutergarten sehr willkommen und erhalten altersgerechte Erläuterungen. Im Sommer finden Schülerprojektwochen statt. Die Schüler werden in die Geheimnisse der Heilkräuter eingewiesen und bekommen zudem gartenfachliche Grundlagen vermittelt. Der Kleingartenverein „Am Fuchsberg“ unterhält eine Patenschaft mit der Schule am Fliederbusch und unterstützte diese bei der Errichtung eines Schulgartens.

Mit der Pflege des Schaukräutergartens leisten die Kleingärtner einen entscheidenden Beitrag zur Erhaltung gartenkultureller Traditionen.

Kiezgärten: "Am Forsthaus", "An der Wendeschleife", "Am Fuchsberg"

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Grüne Oasen auch in anderen Kleingartenanlagen

Die Kleingartenanlage „Gartenfreunde Biesdorf“ wurde um 1910 gegründet und ist damit die älteste Anlage Marzahns.

Mit acht Parzellen und einer Fläche von 3.880 m² ist die Kleingartenanlage „Köpenicker Wiesen“ die kleinste Marzahner Anlage. Direkt am Wuhlewanderweg kann man auf der Parzelle 3 ein öffentlicher Lehrkleingarten besucht werden, der altersgerechte Erleichterungen bei der Gartenarbeit zeigt. Interessierte Besucher werden gerne beraten, bei Gruppen ist eine vorherige Anmeldung notwendig.

Das Besondere an den Kleingartenanlagen „Am Forsthaus“ und „An der Wendeschleife“ ist, dass sie 1988/1989 als Mietergartenanlagen für Familien gegründet wurden. Die Kleingärtner hatten von den Wohnungen zu den Gärten kurze Wege. Bereits mit dem Beitritt der DDR zur BRD wurde die Bindung als Mietergärten aufgehoben. Heute bewirtschaften deutsche, polnische und russische Gartenfreunde die Parzellen.

Zum Bezirksverband Berlin-Marzahn der Gartenfreunde e. V. gehören neben den beschriebenen Anlagen noch die Kleingartenanlagen „Am Ahrensfelder Berg“, „Aufbau“, Hiltrudstraße“, „Klein Biesdorf“, „Rosengarten“, „Sorgenfrei-Marzahn“, „Steintal“ und „Wuhlgarten“. Überall finden sie dort grüne Oasen in der Großstadt.

Ausführliche Informationen zu unserem Bezirksverband und den Mitgliedsvereinen sowie zu den Kleingartenanlagen in Berlin-Marzahn finden Sie auf unserer Homepage: www.kleingarten-marzahn.de

Text: Andreas Rinner