Nachwuchs im Corona-Jahr: Wildpark blickt positiv zurück

Nachwuchs im Corona-Jahr: Wildpark blickt positiv zurück

Das zweite Corona-Jahr ist beim Nachwuchs im Wildpark Schorfheide durchaus erfolgreich gewesen. «Das Leben im Wildpark geht trotz Pandemie weiter», sagt Chefin Imke Heyter. Luchs-Nachwuchs komme etwa jedes Jahr. Demnach hat der Wildpark im Landkreis Barnim Erfahrung mit den Wildkatzen - seit 14 Jahren sind Luchse im Park zuhause. Der jüngste Luchs wurde im Juni dieses Jahres geboren und wächst bei seiner Mutter «Luna» im Wildpark auf. Einen Namen hat er noch nicht, Chefin Heyter tendiert aber zu «Ludwig».

Der Luchs ist die größte in Europa vorkommende Katzenart. Durch intensive Bejagung wurde er vor etwa 100 Jahren in Deutschland ausgerottet. Auswilderungsprojekte beispielsweise im Harz und in Bayern erhöhen die Bestände wieder. In freier Wildbahn in der Schorfheide gibt es die Wildkatzen noch nicht. Wildpark-Chefin Heyter geht aber davon aus, dass sie sich «über kurz oder lang wieder ansiedeln».
Momentan ist in der Region noch ein anderes Tier in aller Munde: Im Landkreis leben zwei Wolfsrudel mit Nachwuchs. Die Besiedelung wird seit gut einem Jahr von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde in Kooperation mit dem Landesbetrieb Forst Eberswalde und den ehrenamtlichen Wolfsbeauftragten des Landkreises beobachtet. In Brandenburg wurden demnach im Monitoringjahr 2020/21 knapp 60 Territorien erfasst, die von Wölfen besiedelt wurden, meist im Süden.
Auch Wölfe sind im Wildpark Schorfheide zu sehen. Das Wolfsinformationszentrum wird nach Angaben von Parkchefin Heyter sehr gut angenommen. Interessierte finden etwa verschiedene wolfssichere Zauntypen vor und können die Arbeit von Herdenschutzhunden beobachten, wie die Parkchefin erklärt. Die Veranstaltungsreihe «Vollmondwolfsnächte» mit Vorträgen und Führungen ist für die nächsten Monate zum großen Teil ausgebucht.
Die Fischotterfamilie ist inzwischen auf sechs Tiere angewachsen - darauf ist der Wildpark stolz. Ein Jungtier sei etwas Besonderes, weil sich Otter «in Menschenhand» nicht so gern paarten, erklärt Heyter. Gerade hat sie ein Otter-Mädchen für die Einsetzung eines Transponderchips zur Identifizierung, für Vitamin-und Wurmkur zur Tierärztin gebracht. Das sei nicht ganz einfach gewesen, die Mardertiere ließen sich nur schwer einfangen, erzählt sie.
Luchse und Fischotter werden jeden Vormittag gefüttert, immer wieder eine Attraktion für Besucher. In Zeiten ohne Beschränkungen draußen sei der Wildpark sehr gut besucht worden, sagt Heyter. Wegen der 2G- Regel mache sich derzeit allerdings ein Rückgang der Gäste bemerkbar - schlecht für den Wildpark, der sich seit 25 Jahren aus Spenden und Eintrittsgeldern finanziert. Heyter regt Spaziergänge über Weihnachten im weitläufigen Areal an als Alternative zu engen Räumen. «Wenn wir etwas haben, dann Platz.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 19. Dezember 2021 09:45 Uhr

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