Streik bei Asklepios-Kliniken: Arbeitgeber wollen verhandeln

Streik bei Asklepios-Kliniken: Arbeitgeber wollen verhandeln

Im Tarifstreit bei den Asklepios-Kliniken in Brandenburg kehrt die Arbeitgeberseite nach Angaben der Gewerkschaft Verdi wieder an den Verhandlungstisch zurück. Für den kommenden Montag (8.11.) sei ein erster Termin angesetzt, wie Verdi-Verhandlungsführer Ralf Franke der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag mitteilte. Bedingung der Arbeitgeber sei, dass der Streik ausgesetzt werde. Dem werde die Gewerkschaft nachkommen und am Montag und Dienstag nicht streiken.

Streik in Asklepios-Kliniken

© dpa

Mitarbeiter der Asklepios-Kliniken demonstrieren für bessere Arbeitsbedingungen.

Bei einer Urabstimmung Anfang Oktober hatten knapp 91 Prozent der befragten Mitglieder für unbefristete Streiks gestimmt. Seit Juni haben die Brandenburger Asklepios-Beschäftigten in der laufenden Tarifauseinandersetzung nach Angaben der Gewerkschaft bereits an 18 Tagen gestreikt, ohne dass es ein verbessertes Angebot der Arbeitgeber gegeben hätte.
Unterdessen traten am Donnerstag um 6.00 Uhr an den Standorten in Brandenburg (Havel), Teupitz, Lübben und zehn Tageskliniken Beschäftigte wieder in den Ausstand. Rund 1300 nichtärztliche Mitarbeitende waren zum Streik aufgerufen. Mehr als 170 Beschäftigte demonstrierten am Vormittag vor dem Bundesgesundheitsministerium in Berlin für bessere Arbeitsbedingungen. «Die Kollegen sind wütend, es war ihnen wichtig ins Zentrum der Politik zu gehen und dort ihre Botschaft loszuwerden», sagte Franke.
Anschließend zogen die Beschäftigten zur FDP-Parteizentrale und vor den Sitz von Bündnis 90/ Grüne. Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck sprach kurz zu den Streikenden. «30 Jahre nach der Deutschen Einheit sind solch erhebliche Lohnunterschiede zwischen Beschäftigten in Ost und West nicht mehr zu rechtfertigen», sagte Habeck.
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Hintergrund ist laut Verdi, dass die rund 1450 Brandenburger Beschäftigten nach einem Haustarifvertrag für die gleiche Arbeit teilweise bis zu 10 600 Euro weniger pro Jahr verdienten als die Kollegen an den Hamburger Standorten des Konzerns. Denn dort gelte der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, so Verdi. Die Gewerkschaft verlangt für alle Asklepios-Beschäftigten die gleichen Konditionen.
Der letzte Vorschlag der Arbeitgeber sah nach deren Angaben je nach Berufsgruppe innerhalb der zweijährigen Laufzeit Gehaltssteigerungen um bis zu 16 Prozent vor. Die Gewerkschaft bezeichnet das als «Falschmeldung». Nach Berechnungen der Gewerkschaften entspräche das Angebot der Arbeitgeber nur einer Gehaltssteigerung zwischen 5,3 und 8,5 Prozent. Hinzu käme eine einmalige Corona-Sonderzahlung von 1200 Euro, für die es aber ein Jahr lang keine Tarifsteigerung geben solle, so Verdi.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 4. November 2021 18:08 Uhr

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