Gewalt bei Familienstreit: Angeklagter freigesprochen

Gewalt bei Familienstreit: Angeklagter freigesprochen

Mehr als vier Jahre nach einem gewalttätigen Streit zwischen zwei Familien ist ein Strafprozess gegen einen 30-Jährigen mit einem Freispruch zu Ende gegangen. Es habe nicht nachgewiesen werden können, dass er an einem Überfall auf mehrere Männer beteiligt war, begründete das Berliner Landgericht am Freitag. Zuvor hatten sich drei Zeugen über einen Anwalt auf ein Auskunftsverweigerungsrecht berufen. «Die Geschädigten wollten nicht mehr an der Aufklärung mitwirken», hieß es weiter im Urteil.

Justitia

© dpa

Eine Statue der Justitia steht mit Waage und Schwert in der Hand.

Mehrere Männer hatten im August 2017 im Stadtteil Wedding ein Auto ausgebremst und die Insassen mit Baseball- und Eishockeyschlägern attackiert. Einer der Angreifer habe den Beifahrer aus dem Wagen gezogen und dem Mann mit einem Bajonett in das Gesicht gestochen. Der Beifahrer sei erheblich verletzt worden. Ein weiterer Insasse sei aus dem Fahrzeug gezogen und mit einem Stock geschlagen worden. Die Attackierten hätten aus Angst vor weiteren Verletzungen 3000 Euro Bargeld übergeben. Die Anklage lautete unter anderem auf gefährliche Körperverletzung und schwere räuberische Erpressung.
Der Vorfall hatte im November 2020 zu einem ersten Prozess am Landgericht geführt. Angeklagt waren drei Männer im Alter von 25 bis 41 Jahren. Auch damals hatten die mutmaßlichen Opfer - ein Vater und zwei seiner Söhne - als Zeugen geschwiegen. Sie hätten lediglich erklärt, sie seien mit den Angeklagten verwandt, hieß es im jetzigen Urteil. Auch Staatsanwältin und Verteidiger hatten auf Freispruch plädiert.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 10. Dezember 2021 14:46 Uhr

Weitere Polizeimeldungen