Opferbeauftragter: Berliner Terroranschlag 2016 ist Zäsur

Opferbeauftragter: Berliner Terroranschlag 2016 ist Zäsur

Vor dem fünften Jahrestag des Terroranschlags am Berliner Breitscheidplatz hat der Landes-Opferbeauftragte Roland Weber Verständnis für die Unzufriedenheit der Angehörigen geäußert. Die Kommunikation staatlicher Stellen sei von Anfang an nicht glücklich gewesen, und die Opfer hätten sich bei Anträgen auf Unterstützung wie Bittsteller gefühlt, sagte der Anwalt am Samstag im Deutschlandfunk. «Das führt zu Wut und Frust.»

Roland Weber

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Roland Weber, Opferbeauftragter des Landes Berlin.

Gleichwohl sieht der Berliner Opferbeauftragte seit dem Anschlag Verbesserungen. «Der Breitscheidplatz, denke ich, kann durchaus als Zäsur im Opferschutz angesehen werden», sagte er. Inzwischen hätten alle Bundesländer Opferbeauftragte oder planten eine solche Einrichtung, ebenso wie der Bund. Wenn der Verdacht eines Terroranschlags bestehe, werde sofort aktiv reagiert und Hilfe angeboten.
Am 19. Dezember 2016 hatte der Tunesier Anis Amri einen entführten Lastwagen in den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz an der Berliner Gedächtniskirche gesteuert. Infolge des Anschlags starben 13 Menschen. Am Sonntagabend will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier der Opfer gedenken.
Deren Angehörige hatten sich in einem offenen Brief an die Bundesregierung unzufrieden geäußert. Sie forderten einen würdigen Umgang mit den Betroffenen und die umfassende Aufklärung der Tat. Aus ihrer Sicht hätten die Sicherheitsbehörden den Anschlag verhindern können und müssen.
Auch die Berliner Feuerwehr erinnerte am Samstag an den Anschlag und ihren damaligen Rettungseinsatz mit 160 Helfenden. «Der 19. Dezember steht in Berlin für einen Tag, der einen tiefen Riss hinterlassen hat», erklärte der Ständige Vertreter des Landesbranddirektors, Karsten Göwecke. «Wir werden das Erlebte nicht vergessen.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 18. Dezember 2021 12:02 Uhr

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