Teppiche aus Papier: Upcycling-Preis für Mecklenburgerin

Teppiche aus Papier: Upcycling-Preis für Mecklenburgerin

Der erste deutsche Upcycling-Kunstpreis upc geht an die Künstlerin Ramona Seyfarth aus Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern). Die 41-Jährige bekam die Ehrung am Samstag im Zentrum für zirkuläre Kunst in Lübz (Ludwigslust-Parchim). Eine Jury, zu der auch die Leiterin der Drap-ART-Schau Barcelona, Tanja Grass, gehört, wählte Seyfarths Arbeit in einer Finalrunde unter sieben Werken zum Sieger. Die Neubrandenburgerin hat Werbeprospekte aus Papier zerschreddert und daraus kunstvolle Farbteppiche installiert. Die Jury hob besonders die Qualität des Materials und flüchtige künstlerische Form hervor, erläuterte Julia Theek als Leiterin des Zentrums. Die weichen Teppiche dürfen von Besuchern begangen werden, Verformungen sind erwünscht.

Beim Upcycling verwenden die Macher Alltagsdinge, die sonst im Abfall landen würden, erklärte Theek. Diese Bewegung gebe es weltweit. Sie setzt auf Ressourceneinsparung und Ökologie im Kunstsektor. An dem Wettbewerb hatten sich rund 1200 Künstler aus ganz Europa beteiligt.
Seyfarth ist Grafikerin, Glaskünstlerin und schafft Installationen. Sie hat in Koblenz studiert und war 2020 mit einem Kunstpreis in Rostock geehrt worden. Auf Platz zwei wählte die Jury in Lübz die Bojagi-Stoffkunst von Kerstin Bruchhäuser (Hamburg) und auf Platz drei die «Kunstmaschinen» aus Metallresten - wie Posaunen - des Bonner Künstlers Willi Reiche.
Die Ausstellung mit allen Finalisten wird derzeit in Lübz gezeigt und soll von Montag an ein Jahr in Berlin-Mitte zu sehen sein. Dort kann das Publikum einen Publikumspreis vergeben. Die drei Ersten dürfen ihre Arbeiten beim jährlichen Höhepunkt der Upcycling-Kunst, der Drap-Art in Barcelona, 2022 zeigen. Seyfarth erhält als Siegerin außerdem 2000 Euro. Den Preis hatten der Landkreis und die Stadt Lübz mit Unterstützung von EU-Mitteln ausgeschrieben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 5. Juni 2021 15:06 Uhr

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