Eine Person aus Berlin mit West-Nil-Virus infiziert

Eine Person aus Berlin mit West-Nil-Virus infiziert

In Deutschland haben sich weitere Menschen mit dem von Mücken verbreiteten West-Nil-Virus infiziert - überwiegend in Sachsen und in einem Fall in Berlin.

Das West-Nil-Virus unter dem Elektronenmikroskop

© dpa

Das West-Nil-Virus unter dem Elektronenmikroskop.

Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am 10. September 2020 berichtete, ist bei sieben Betroffenen in Leipzig der Nachweis geführt worden, nachdem sie Symptome einer Erkrankung gezeigt hätten. Bei je einer Person aus Berlin und Meißen sei die Infektion beim Test von Blut- oder Plasmaspenden entdeckt worden.

Weitere Verdachtsfälle auch in Berlin

Sowohl in Leipzig wie in Berlin gibt es den Angaben zufolge weitere Verdachtsfälle. Am 3. September hatte das RKI die ersten vier Fälle des Jahres in Deutschland gemeldet. Wie es weiter hieß, habe unter den Betroffenen zum Beispiel ein 76-jähriger Mann eine Enzephalitis entwickelt, zwei weitere Patienten - eine 32-jährige Frau und 85-jähriger Mann - eine Meningitis, beides entzündliche Erkrankungen des Gehirns. Die Ermittlungen zum Beginn der Erkrankung und dem genauen Infektionsort der Patienten laufen noch.

Infektionen wohl innerhalb Deutschlands ausgelöst

Keiner der Betroffenen habe von einer Reise berichtet, so dass von in Deutschland erworbenen Infektionen ausgegangen werde. Zudem werde erwartet, dass es vor allem in Leipzig, aber auch in den anderen betroffenen Regionen im August wahrscheinlich zu weiteren Infektionen gekommen ist, wo es jedoch zu keinen oder keinen schwerwiegenden Symptomen gekommen sei.

Kein Impfstoff gegen den West-Nil-Virus

Das West-Nil-Virus ist ein aus Afrika stammender Erreger. Infizierte Mücken können neben Vögeln auch Säugetiere - vor allem Pferde - und den Menschen anstecken. Vor allem in Südeuropa gibt es seit einigen Jahren solche Fälle. Einen Impfstoff für Menschen gibt es bisher nicht. Häufig verläuft eine Infektion ohne Symptome. Wenn Erkrankungen auftreten, sind diese oft mit grippeähnlichen Erscheinungen wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Erbrechen verbunden.

RKI: West-Nil-Virus könnte sich in Deutschland etablieren

2019 gab es in Ostdeutschland erstmals fünf diagnostizierte Infektionen beim Menschen, die vermutlich auf eine Übertragung im Inland zurückgingen - in Berlin, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Das RKI hält Ansteckungen in Deutschland dauerhaft für möglich.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 11. September 2020 08:15 Uhr

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