«Ein Europa für alle»: Demonstration gegen Nationalismus am Sonntag

«Ein Europa für alle»: Demonstration gegen Nationalismus am Sonntag

Am 19. Mai 2019, genau eine Woche vor der Europawahl, wollen zahlreiche Initiativen und Gruppen mit einer großen Demonstration in Berlin gegen Nationalismus und Ausgrenzung protestieren.

Eine Demonstrantin schwingt die Europafahne

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Eine Kundgebungsteilnehmerin schwingt die Europafahne.

50 000 Teilnehmer sind laut Polizei dazu ab Sonntagmittag angemeldet. Der Demonstrationszug mit dem Titel «Ein Europa für alle» soll vom Alexanderplatz (12 Uhr) zum Großen Stern führen. Die Route führt vom Alex über die Grunerstraße, Leipziger Straße, Ebertstraße und die Straße des 17. Juni zur Siegessäule. Weitere Demonstrationen sind nach Angaben der Organisatoren in anderen deutschen Großstädten geplant sowie in 42 Städten in 12 weiteren Ländern. Berliner Künstler und Vertreter von Kultureinrichtungen ziehen am 19. Mai 2019 mit einem eigenen Demonstrationszug durch die Hauptstadt.

Aufruf wurde auch von mehreren Parteien unterstützt

Die Organisationen wie Campact und die Naturfreunde wollen sich für eine offene Gesellschaft einsetzen. Die Europawahl am 26. Mai 2019 sei eine «Richtungsentscheidung über die Zukunft der Europäischen Union», heißt es in dem Aufruf. Der Vormarsch der Nationalisten müsse verhindert werden. «Tretet ein gegen Nationalismus und für ein demokratisches, friedliches und solidarisches Europa.» Außer in Berlin soll auch in Hamburg, München, Frankfurt am Main, Köln, Leipzig und Stuttgart demonstriert werden.

Gleichzeitig demonstrieren Berliner Kunst- und Kultureinrichtungen

Für die parallele Demonstration der Künstler und Kultureinrichtungen sind 3000 Teilnehmer angemeldet. Sie beginnt an der Volksbühne und zieht ebenfalls zur Siegessäule. «Kunst entsteht nicht innerhalb nationaler Grenzen», heißt es im Aufruf für Berlin. Kunstfreiheit, Asylrecht und Freizügigkeit seien unteilbar miteinander verbunden. Einschränkungen oder Bedrohung der Kunstfreiheit seien in Europa außer- und innerhalb der Europäischen Union «bittere Realität».

Wolfgang Tillmans, Paweł Łysak und Ingo Schulze wollen sich zu Wort melden

Zur Demonstration in Berlin sind Redebeiträge des Schriftstellers Ingo Schulze, des Warschauer Theaterintendanten Paweł Łysak und des Künstlers Wolfgang Tillmans angekündigt, der für seine Fotografien den britischen Turner Prize gewonnen hat. «Gemeinsam demonstrieren wir für die Kunstfreiheit, eine offene Gesellschaft und ihre demokratische Gestaltung in Respekt, Vielfalt und Toleranz», hieß es im Berliner Aufruf, den mehrere Häuser verschickten. Künstler, Intellektuelle, Andersdenkende würden «durch eine rechtsextreme Politik» immer weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt.
Ein Mann steckt eine Europafahne in  eine Wahlurne
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Wahl zum 9. Europäischen Parlament 2019

Hier finden Sie unter anderem den Terminplan mit Terminen und Fristen (die sich aus dem festgesetzten Wahltermin ableiten) sowie den den Wahlaufruf der Landeswahlleiterin. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 17. Mai 2019 20:17 Uhr

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