Inhalte:
Wann werden Vorstellungen von Ehre, familiärer Zugehörigkeit, sozialen Erwartungen und Traditionen zur Rechtfertigung von Kontrolle, Zwang und Gewalt? Welche Dynamiken können dazu beitragen, dass Menschen Gewalt ausüben oder diese als legitim betrachten? Und welche Handlungsmöglichkeiten ergeben sich daraus für Fachkräfte im Justizvollzug? Wo liegen Möglichkeiten und Grenzen präventiver Täterarbeit?
Die Fortbildung beleuchtet Hintergründe und Erscheinungsformen von traditionell legitimierten Formen von Gewalt. Thematisiert werden Gewalt im Namen der Ehre, Zwangsverheiratungen, sogenannte „Ehren“-Morde, weibliche Genitalverstümmelung und weitere Formen familiärer und geschlechtsbezogener Gewalt. Dabei werden auch familiäre Macht- und Kontrollstrukturen sowie soziale Sanktionsmechanismen in den Blick genommen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen, aber auch die Betroffenheit von Kindern und Männern werden berücksichtigt. Ziel ist es, unterschiedliche Gewaltkonstellationen besser zu verstehen, ohne sie auf einzelne kulturelle oder religiöse Erklärungen zu reduzieren.
Die Fortbildung verbindet fachliche Inputs mit praxisnahen Fallbeispielen, interaktiven Arbeitsphasen und kollegialem Austausch. Sie bietet Raum, eigene Erfahrungen zu reflektieren, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und Handlungsmöglichkeiten für den beruflichen Alltag zu diskutieren.
Vorbereitung der Fortbildung: Teilnehmende haben die Möglichkeit, vorab anonymisierte Fallbeispiele oder Fragestellungen aus ihrer beruflichen Praxis einzureichen. Diese können in die inhaltliche Vorbereitung einfließen und – soweit zeitlich möglich – im Rahmen der Fortbildung gemeinsam reflektiert werden. Bitte übermitteln Sie keine personenbezogenen oder anderweitig identifizierenden Angaben zu Inhaftierten oder anderen beteiligten Personen.
Zielgruppe: alle Berufsgruppen (JVollz)
Dozent: Frau Myria Böhmecke
Teilnehmendenanzahl: Min.6/max.16
Ort: IG Metall, Alte Jakobstraße 149, 10969 Berlin
Zeit: 09:00 – 16:30 Uhr
Termin:
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