Chronik Steglitz

1375 Erste urkundliche Erwähnung im Ortsregister des Landbuchs Kaiser Karl IV; das Dorf ist wohl während des 13. Jahrhunderts im Rahmen des askanischen Landausbaus gegründet worden.
1801 Carl Friedrich von Beyme, Staatsminister und Großkanzler, erwirbt Gut und Dorf Steglitz.
1806 Beyme hebt die Erbuntertänigkeit der Steglitzer Bauern auf und den Gesindezwang. Er veranlasst eine Flurbereinigung und lässt sich anstelle des alten Gutshauses an der Chaussee nach Potsdam ein neues von Heinrich Gentz erbauen, das heute nach seinem späteren Bewohner, dem preußischen Feldmarschall, auch “Wrangelschlösschen” genannt wird.
1840 Ansiedelung einer Maulbeerplantage mit Seidenraupenzucht durch den Berliner Seidenhändler und Fabrikanten Johann Adolph Heese im Gebiet der heutigen Bergstraße, das zur damaligen Zeit als das bedeutendste Seidenbauzentrum Preußens galt.
1865 Der Hamburger Kaufmann Johann Anton Wilhelm Carstenn erwirbt die Güter Giesensdorf und Lichterfelde, um einen Villenvorort anzulegen.
1880 Einweihung der Matthäus-Kirche an der Schloßstraße
1881 In Lichterfelde fährt die von Werner Siemens und Georg Halske gebaute erste elektrische Straßenbahn der Welt (vom Bahnhof Lichterfelde-Ost zur Kadettenanstalt) mit einer Spitzengeschwindigkeit von 15 bis 20 Stundenkilometern.
1894 Erste Flugversuche mit selbstkonstruierten Gleitern des Lichterfelder Flugpioniers Otto Lilienthal, der (nach über 2000 Gleitflügen von bis zu 350 m Länge) 1896 in Rhinow nach einem Flugversuch ums Leben kommt.
1896 Grundsteinlegung Rathaus Steglitz (heute Schloßstraße 37) und Entstehung der Stadtbibliothek Steglitz
1897-1909 Neuanlage des Botanischen Gartens in Groß-Lichterfelde
1900-1906 Bau des Teltowkanals, der den Schiffen eine Fahrt durch die Spree im Stadtinnern erspart.
1901 Im Ratskeller des Steglitzer Rathauses wird die Jugendbewegung „Wandervogel“ gegründet.
1920 Schaffung der Stadtgemeinde Groß-Berlin: Aus Steglitz, Groß-Lichterfelde, Lankwitz und der bisher zu Mariendorf gehörenden Villenkolonie Südende wird der 12. Verwaltungsbezirk von Berliner (Steglitz) gebildet.
1926 – 1928 Bau des Titania-Palastes als Filmtheater und Konzertsaal nach den Plänen der Architekten Schöffler, Schloenbach und Jacobi, wo u.a. 1951 die ersten Internationalen Filmfestspiele Berlins gefeiert werden und im Dezember 1948 die Gründungsveranstaltung der Freien Universität stattfindet.
1932 Bau der Gedenkstätte für Otto Lilienthal (1848-1896) an der heutigen Lichterfelder Schütte-Lanz-Straße nach Plänen von Fritz Freymüller
1945 Wiedereröffnung des Schlosspark-Theaters durch Boleslaw Barlog (03.11.)
1967 Namensgebung für die Steglitzer Volkshochschule: “Victor-Gollancz-Volkshochschule” (01.10.)
1974 Eröffnung des U-Bahnhofs “Rathaus Steglitz” (30.09.)
1980 Das Bezirksamt Steglitz nimmt seine Arbeit im sog. „Steglitzer Kreisel“, dem 118 m hohen Bürohochhaus an der Schloßstraße 80, auf.
1990 Eröffnung des Musikpavillons im Stadtpark Steglitz
1994 Abzug der amerikanischen Streitkräfte, die in Steglitz mit einer großen Parade über die Steglitzer Schloßstraße geehrt werden.
1995 Errichtung der „Spiegelwand“ auf dem Hermann-Ehlers-Platz zur Erinnerung an die Verschleppung und Ermordung jüdischer Bürgerinnen und Bürger durch die Nationalsozialisten.Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten werden in diesem Jahr das Gutshaus Steglitz und die Schwartzsche Villa als neue, kulturelle Veranstaltungsorte präsentiert.
1999 Im September wird eine neue Schule – die Deutsch-Griechische Europaschule – in der Lichterfelder Curtiusstraße ihrer Bestimmung übergeben. Der ehemalige Groß-Lichterfelder Ortsteil Giesensdorf feiert vom 09.09. bis 19.09. sein 700-jähriges Bestehen. Der ehemalige Groß-Lichterfelder Ortsteil Giesensdorf feiert vom 09.09. bis 19.09. sein 700-jähriges Bestehen.
01.01.2001 Fusion der Bezirke Steglitz und Zehlendorf (Gebietsreformgesetz vom 26.03.1998) zu dem neuen Bezirk „Steglitz-Zehlendorf“, der mit rund 300.000 Einwohnern größer sein wird, als viele Landeshauptstädte.