Kopfläuse ... und wie man sie los wird

Kopflaus gezeichnet
Bild: Gesundheitsamt Steglitz-Zehlendorf

Juni 2016

Jeder Mensch kann Kopfläuse bekommen. Mangelnde Hygiene spielt beim “Erwerb” von Kopfläusen keine Rolle. Sie werden in der Regel bei direktem Kontakt von Kopf zu Kopf übertragen; der indirekte Weg über gemeinsam benutzte Kämme, Bürsten, Schals, Kopfbedeckungen, wie z.B. Mützen und Fahrradhelme und weiteren Textilien ist möglich. Kopfläuse sind alle 2–3 Stunden auf eine Blutmahlzeit angewiesen, sonst trocknen sie aus und sterben spätestens nach 55 Stunden. Haustiere können Läuse nicht übertragen.

Kopfläuse sind in Europa heimisch. Sie können weder springen noch fliegen. Sie leben auf dem behaarten Kopf von Menschen und ernähren sich von Blut, das sie – nach einem Stich – aus der Kopfhaut saugen. Sie verursachen lästigen Juckreiz und infolge des Kratzens entstehen entzündliche Wunden auf der Kopfhaut. Lausweibchen legen täglich mehrere Eier. Diese befinden sich in durchsichtigen Hüllen, die am Haaransatz festkleben und Nissen genannt werden. Aus den Eiern schlüpfen nach 6-10 Tagen Larven. Danach werden die Nissen heller und besser sichtbar. Mit dem Wachstum des Haares entfernen sie sich ca. 1 cm pro Monat von der Kopfhaut und können noch Monate nach erfolgreicher Behandlung am Haar kleben. Nissen, die weiter als 1 cm von der Kopfhaut entfernt sind, sind fast immer leer. Die Larven können in den ersten 10 Tagen den Kopf ihres Wirts noch nicht verlassen und entwickeln sich in diesem Zeitraum zu geschlechtsreifen Läusen.

Bei Verdacht auf Kopflausbefall müssen die Haare gründlich auf das Vorhandensein von Kopfläusen untersucht werden. Am besten scheitelt man das Haar streifenweise mit einem Kamm und sucht unter guter Beleuchtung die Kopfhaut und den Kamm mit einer Lupe ab. Besonders gründlich sollten die Stellen an der Schläfe, um die Ohren und im Nacken nachgesehen werden.

Läuse sind meist grau, werden 3 mm groß und sind ziemlich flink. Deshalb findet man oft nur Nissen. Sie zeigen an, dass auf diesem Kopf Läuse waren oder noch sind. Sind Läuse, Larven oder Nissen weniger als 1 cm von der Kopfhaut entfernt, weist dies eindeutig auf einen aktuellen Kopflausbefall hin.

Es sollte dann unverzüglich eine Behandlung mit einem apothekenpflichtigen für die Kopflausbehandlung zugelassenen Arzneimittel / Medizinprodukt durchgeführt werden.

In der amtlichen Bekanntmachung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit über geprüfte und anerkannte Mittel zur Bekämpfung von tierischen Schädlingen sind unter Teil A und der Rubrik III. “Mittel gegen Kopflausbefall” jene Arzneimittel und Medizinprodukte gelistet, die für diesen Zweck auf Wirksamkeit und Verträglichkeit geprüft wurden (in der Apotheke nachfragen!). Daneben gibt es weitere Arzneimittel und Medizinprodukte, über deren Wirksamkeit hier keine Aussagen gemacht werden können, da sie bisher nicht für die genannte Liste geprüft wurden. Fönbehandlungen, Heißlufthauben, Saunabesuche und andere Hausmittel sind nicht geeignet.

Die Behandlung von Schwangeren und stillenden Frauen sollte ohne Arzneimittel, d.h. nur mechanisch, durch nasses Auskämmen des angefeuchteten Haares mit einem Läusekamm erfolgen. Bei der Behandlung von Kindern im Säuglings- und Kleinkindalter sowie bei Kopfhautentzündungen sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden, ebenso bei dem seltenen MCS-Syndrom (mehrfache Überempfindlichkeit gegen chemische Substanzen) oder einer Chrysanthemenallergie. Ansonsten spricht nichts gegen eine Behandlung in alleiniger elterlicher Regie. Entscheidend für den Erfolg der Behandlung ist, dass die Gebrauchsanweisung des Läusemittels genau befolgt wird.

Zum Auskämmen von Läusen, Larven und Nissen sollte ein Nissenkamm (Metall) aus der Apotheke benutzt werden.

Da Larven und Läuse bei korrekter Behandlung abgetötet werden, ist eine Weiterverbreitung des Kopflausbefalls nach einer solchen Behandlung zunächst nicht zu befürchten. Deshalb können Kinder den Kindergarten, die Schule oder sonstige Gemeinschaftseinrichtungen am Tag nach der Behandlung wieder besuchen.

Allerdings können Läuseeier eine korrekte Behandlung mit Läusemitteln überleben. Deshalb ist eine zweite Behandlung, 8-10 Tage nach der ersten, erforderlich, um die Läuseplage sicher loszuwerden. In diesem Zeitraum sind alle Larven aus den verbliebenen Eiern geschlüpft, haben den Kopf ihres Wirts noch nicht verlassen und selbst noch keine Eier gelegt.

Nissen, die weiter als 1 cm von der Kopfhaut entfernt sind, sind in aller Regel „leer“. Dennoch sollten sie zur Vorsicht entfernt werden.

Zusätzlich ist eine Reinigung der Kämme, Haar- und Kleiderbürsten, Kopfunterlagen (auch Kindersitze und Fahrradhelme) und Polstermöbel erforderlich. Weiterhin empfehlen wir, Handtücher, Leib- und Bettwäsche, Kleidung und Plüschtiere bei 60° zu waschen und im Wäschetrockner zu trocknen oder chemisch reinigen zu lassen. Auch Überwärmen (+45°C über 60 Minuten) oder Unterkühlen (-15°C über 1 Tag) oder Abschließen über 2 Wochen in einem Plastiksack vernichtet Kopfläuse.

Weitere Informationen finden Sie unter:

  • Kopflausbefall. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblatt für Ärzte, Epidemiologisches Bulletin 47/2003 – Aktualisierte Fassung November 2008
  • Kopflausbefall. Merkblatt für Ärzte, Leitungen von Gemeinschaftseinrichtungen und Gesundheitsämtern. Empfehlungen für die Wiederzulassung in Schulen und sonstigen Gemeinschaftseinrichtungen. Bundesgesundheitsblatt 44 (2001), S. 830-843 – Aktualisierte Fassung Juli 2006
  • Kopfläuse … was tun? (in verschiedenen Sprachen) Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Köln – Stand Oktober 2014

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Tel.: (030) 90299-3624/ -3634/ -3695/ -3696/ -3661/ -3632/ -3635/ -3644

Kopflaus-Sprechstunde Steglitz-Zehlendorf:
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