Club der Lebensfrohen

Schwung hält jung! oder: Bleib fit mit Berbé Schmidt!

Club der Lebensfrohen
Bild: BA Reinickendorf

ist das Motto des Clubs der Lebensfrohen.

Mit annähernd 460 Mitgliedern ist der Club der Lebensfrohen im Fontanehaus einer der großen Seniorenclubs im Bezirk Reinickendorf. Dies mag sicherlich an den vielen attraktiven Angeboten liegen, die Leiterin des CDL Berbé Schmidt zusammen mit dem Vorstand für die Mitglieder und Besucher organisieren: Feiern zu verschiedensten Anlässen, Veranstaltungen im Fontanehaus und im Ernst-Reuter-Saal, Busfahrten und der Gymnastikball im Palais am See.

In 20 Gruppen treffen sich wöchentlich mehr als 320 bewegungsfreudige Menschen im Gymnastiksaal des Fontanehauses, um unter der fachlichen Anleitung von Berbé Schmidt fit zu bleiben oder wieder fit zu werden. Die Showtanz- und Showgymnastikgruppen des Clubs der Lebensfrohen sind besonders zu erwähnen.

Wer sich dem anschließen möchte und Freude an körperlichen Aktivitäten hat, findet immer noch ein Plätzchen in einer ihm genehmen Gruppe.

Täglich finden geselliges Beisammensein, Kartenspielnachmittage oder das beliebte Bingo statt.
Der Club organisiert monatlich Tanznachmittage mit einem Tanzorchester, Musikquiz und Preisskat.
Zudem werden regelmäßig Unterhaltungsveranstaltungen, Ausflüge und Bustouren geplant.

Angebote:

    • Azubi-Step (Anfänger)
    • Bastelgruppe
    • Gesellschaftsspiele
    • Gymnastikgruppen
    • Rommé / Canasta / Kartenspiele
    • Spielegruppe / Gesellschaft
    • Tanz – Unterhaltung
    • Showstep
    • Showtanz

Ballett hält Berbé Schmidt das ganze Leben fit

Ballett des Clubs der Lebensfrohen

“Kommen Sie mal mit dem Kind! Das ist begabt.” Knapp aber wohlmeindend gab eine Ballettmeisterin vor 60 Jahren den Startschuss für die lebenslange Tanzfreude von Berbé Schmidt. Das damals vierjährige Kind war mit seiner Mutter und Tante in den Friedrichstadtpalast gegangen, um eine Kinderrevue anzuschauen. Anschließend ließ die Kleine sich von der Ballettmeisterin auf die Bühne mitnehmen. Die zierliche Berbé war sofort in ihrem Element.

Von dem Tag an packte sie regelmäßig begeistert ihr Köfferchen, um dem Rat der Ballettmeisterin zu folgen. In Begleitung ihrer Mutter ging sie in den Friedrichstadtpalast, um dort zu tanzen, wie es die Ballettmeisterin vorgeschlagen hatte. Zwar musste die Kleine dreimal die Woche den Weg von Reinickendorf nach Mitte (bei katastrophalen Verkehrsbedingungen) zurücklegen, doch zuviel wurde es ihr nicht.

Obwohl sie zart und klein war, hat sie leider nur sehr wenig gegessen. “Aber genau damit hat mich meine Mutter gekriegt”, lacht die Balletteuse heute. “Nur wenn ich genug gegessen habe, durfte ich tanzen.”

Von 1945 bis 1951 blieb Berbé im Friedrichstadtpalast in der Kinderrevue. Sie tanze auch abends in den großen Revuen. Fast täglich musste sie zum Training, obwohl sie bisweilen, wie in dem letzten Srück “Rummel, Rummel”, das einzige Kind war.

Später ging sie bis 1954 in die Staatsoper und tanzte dort abends als Kind, unter anderem in “Dörnröschen”, mit. 1958 legte Berbé ihre staatliche Prüfung als Tänzerin ab. Dann zog sie nach Trier, sräter nach Rheidt und Mönchengladbach ans Theater. Es folgten Auftritte an verschiedenen Orten des Bundesrepublik.

So “zwischendurch” bekam sie ihre Kinder. Zwei Wochen vor der Geburt von Sohn Marco hat sie sogar noch getanzt … Und schon zehn Monate später wurde Daniela geboren. Sie tanze bis kurz vor der Geburt.
Dann kam die zierliche Frau zurück nach Berlin ins Theater des Westens. 1964 heiratete sie zum zweiten Mal. Und zwei Jahre später erblickte Tochter Nancy das Licht der Welt. Kaum zu glauben, dass Berbé trotzdem immer wieder auf der Bühne stand – und “nebenbei” – noch Fernsehshows gemacht hat.

1971 startete die großartige “Ballettratte” in Reinickendorf mit Tanzgruppen. Die ersten gründete sie in der Stargardtstraße. Ihr persönliches großes Glück fand die kleine, rührige Frau aber erst, als sie Bodo Schmidt kennen lernte, mit dem sie seit 1976 verheiratet ist. Als sie im selben Jahr ins Fontanehaus zog, gründete sie dort das CdL-Ballett (Club der Lebensfrohen). Der Club zählt inzwischen 440 Mitglieder, davon stehen 40 auf der Bühne im Ernst-Reuter-Saal.

Im Laufe der Zeit sorgte Berbé Schmidt auch dafür, dass sie und ihr Ballett beachtliche Auftritte außerhalb des Fontane-Hauses hatten. So traten sie öfter bei “Mit RIAS in die Ferien” auf und blickten über den Tellerrand hinaus bei Veranstaltungen von ARD, ZDF und RBB: Oder sie waren Gäste im ZDF-Fernsehgarten. “Insgesamt hatten wir mehr als 1000 Auftritte”, kann die rührige Tänzerin stolz berichten.

Vor allem aber richtete Reinickendorfs heimliche Ballettkönigin im Fontane-Haus im Laufe der Zeit feste Tanzgruppen ein. Die bekamen klasse Namen wie “CdL-Ballett”, “Show-Gymnastik”, “Fonni-Girls” oder das “Panik-Ballett” (Herren), und Berbe Schmidt organisierte regelmäßig bunte Auftritte mit ihnen. “Da tragen unsere Damen richtig schicke Kostüme, wenn sie über die Bühne rauschen”, erklärt die Choreographin, die immer auch selber mittanzt. Dreimal in jedem Jahr startet sie “Schmidt´ns Varieté”- vor stets ausverkauftem Haus! Die Show organisiert die Balletteuse zusammen mit Dieter Heldt vom Bezirksamt.

Am 19. Juni 2005 feierte Berbé Schmidt im Friedrichstadtpalast ihr 60-jähriges Bühnenjubiläum. “Der Kreis hat sich geschlossen. Ich wurde wiwder aufgenommen in die Familie des Friedrichstadtpalastes. Das war ein unvergesslich schönes Erlebnis.”

Und wie lange will sie noch so weiter tanzen? Berbé Schmidt überlegt nur zwei Sekunden. “So lange, bis ich umfalle.”
Berbé Schmidt füllt trotz ihres Ruhestandes auch weiterhin den Gymnastiksaal des Fontane-Hauses mit Leben.