ZUWANDERUNG SÜDOSTEUROPA

In neuer Nachbarschaft

Zwei Hände erreichen einander und symbolisieren moralische Unterstützung
Bild: svetap/Depositphotos.com

Seit Januar 2016 koordiniert das Bezirksamt Reinickendorf, Büro des Integrationsbeauftragten, das Projekt „In Neuer Nachbarschaft“.
Zielgruppe des Projekts sind neu zugewanderte Eltern/ Erziehungsberechtigte mit kleinen Kindern bis zu 7 Jahren aus der Europäischen Union, die besonders sozial benachteiligt sind. Ziel des Projekts ist, den Zugang zu Angeboten der Tagesbetreuung und frühen Hilfen zu verbessern. Die Träger Albatros gGmbH, Aufwind e.V. und Horizonte gGmbH beraten im Projektverbund an sechs Standorten mit insgesamt 11 Mitarbeiter*innen, welche die besonders nachgefragten Sprachen abdecken.

Darüber hinaus findet aufsuchende Beratungsarbeit an Orten statt, an denen ein niedrigschwelliger Zugang zur Zielgruppe gegeben ist (Grund- und Oberschulen, Wohnheimen/ Wohnhäuser, Sozialraum). Neben der Beratungsarbeit sind die Träger und die EHAP-Koordinierungsstelle im Büro des Integrationsbeauftragten in den Bereichen Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit aktiv, um das Projekt bekannter zu machen und andere Träger/ Einrichtungen/ Kooperationspartner für das Thema „Zuwanderung Südosteuropa“ zu sensibilisieren.

Das Projekt „In Neuer Nachbarschaft“ wird durch die Bundesministerien für Arbeit und Soziales (BMAS) und Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie den Europäischen Hilfsfonds (EU) für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) gefördert. Der EHAP leistet einen Beitrag zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung und erfüllt eine „Brückenfunktion“ zwischen den oben genannten Personengruppen und bestehenden Beratungs- und Unterstützungsangeboten des regulären Hilfesystems.

Weitere Informationen zu den einzelnen Teilprojekten finden Sie unter:

EHAP Projekt - In neuer Nachbarschaft

Projekt "StraInWo"

Projekt StraInWo TeaserFoto
Bild: bunte111_hofgestaltung2: Gewobag MB mbH / Tina Merkau

Strategien und Instrumente zur Integration von besonders benachteiligten Bevölkerungsgruppen in den Wohnungsmarkt im Zuge eines nachhaltigen Transformationsprozesses von Stadtquartieren

Geflüchtete und benachteiligte EU-Zuwanderer sind Teil des gegenwärtigen Wandels städtischer Quartiere. Besonders in Großstädten konkurrieren Geflüchtete und beispielsweise Roma auf dem Wohnungsmarkt mit anderen Menschen in prekären Wohn- und Lebensverhältnissen. Prekäre Einkommensverhältnisse, fehlende Deutschkenntnisse oder Stigmatisierungen erschweren ihren Zugang zum Wohnungsmarkt. Die gesellschaftliche Integration dieser Gruppen wird als Schlüssel für eine zukunftsfähige und krisenfeste Transformation von Quartieren angesehen, da nur so langfristig die Entstehung urbaner Armutsinseln mit Folgen für deren städtisches Umfeld zu vermeiden ist.

Einige Kommunen und Wohnungsunternehmen stellen sich dieser besonderen Herausforderung. In Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure wurden vielfältige Strategien und Instrumente zur Integration entwickelt, die im Forschungsprojekt „StraInWo“ untersucht werden sollen. Es handelt sich um ein Verbundprojekt der vier Partner:

  • Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation der FH Erfurt
  • HafenCity Universität Hamburg (Fachgebiet Stadt- und Regionalsoziologie)
  • Bezirksamt Reinickendorf von Berlin (Büro des Integrationsbeauftragten)
  • Grundstücksgesellschaft TRAVE mbH Lübeck
  • in enger Zusammenarbeit mit der Gewobag Wohnungsbau- Aktiengesellschaft Berlin, GESOBAU AG und der Hansestadt Lübeck

Das bis 2019 laufende Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert. Ziel ist es, bereits erprobte Strategien und Instrumente an Wohnprojekten in Berlin Reinickendorf und Lübeck auszuwerten und anschließend Konzepte zu entwickeln, welche die Anforderungen unterschiedlicher Bewohnergruppen an das gemeinsame Wohnen und Leben im Quartier berücksichtigen. Sie bilden die Grundlage für die Entwicklung von Handlungsempfehlungen für Kommunen und die Wohnungswirtschaft auf lokaler, Landes- und Bundesebene.

Die Beteiligung des Bezirksamtes Reinickendorf an dem Forschungsprojekt bietet die Möglichkeit, die hier geleisteten integrativen Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit und Entwicklungspotenziale hin zu untersuchen und bei der Entwicklung neuer Konzepte an der Schnittstelle zwischen Forschung und Praxispartnern direkt mitzuwirken. Ziel ist es, die Integration benachteiligter Gruppen auf dem Wohnungsmarkt voranzubringen.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf den Seiten der FH-Erfurt

sowie auf in der Forschungsdatenbank des Umwelt Bundesamts

Flyer zum Projekt "StraInWo"

PDF-Dokument (2.6 MB)