Evangelische Kirche am Hohenzollernplatz

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Kirche am Hohenzollernplatz, 20.12.2011, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Baudenkmal
Die Kirche wurde 1930-33 von Fritz Höger, dem Architekten des Chilehauses in Hamburg, als dreischiffige Langhausbasilika am Hohenzollernplatz erbaut. Umgangssprachlich wird das futuristisch anmutende Gebäude auch als “Kraftwerk Gottes” bezeichnet.
Der rote Klinkerbau mit grünem Kupferdach ist ein Hauptwerk des norddeutschen Backsteinexpressionismus und ist ein herausragendes Beispiel expressionistischer Sakralarchitektur. Charakteristisch ist die kalkulierte Lichtdramaturgie (“Licht als Baustoff”). Höger legte den Baukörper parallel zur Längsachse des Hohenzollernplatzes an und plazierte den hohen, schlanken Turm als dominanten Bezugspunkt am Schnittpunkt der Achsen zweier Straßen. Zusammen mit der zurückgesetzten Pfarrei bildet das seitliche Längsschiff einen Kirchplatz für die Gläubigen. Der Außenbau wird durch die strenge Syntax der Flächen bestimmt. “Bauedelsteine” (Höger) bilden die Schale des Stahlskelettbaus: rotviolette, z.T. vergoldete Klinker, deren unterschiedliche Lichtwerte für die lebendige Wandtextur sorgen. Über die monumentale Freitreppe betritt man das Innere durch ein spitzbogiges Portal. Der Kirchenraum kontrastiert mit dem kubisch kompakten Äußeren: gotisierende Spitzbögen und der Wechsel von Licht- und Schattenzonen formieren den aufstrebenden, geradezu mystischen Raumeindruck.

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Eingang, 20.12.2012, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

1943 wurde das Gebäude bei einem Bombenangriff schwer beschädigt. Viele wichtige Ausstattungsteile wie Fresken und Wandgemälde, fielen den Flammen zum Opfer. Nach Abschluss des 1951 begonnenen Wiederaufbaus wurde die Kirche 1966 unter Denkmalschutz gestellt. 1990-91 erfolgte eine umfangreiche Sanierung durch Gerhard Schlotter, bei der auch die Fenster und die Räume neu gestaltet wurden. Die neuen Seitenfenstern wurden von Achim Freyer geschaffen. Auch der Theatersaal, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg die Berliner Philharmoniker spielten, wurde renoviert und mit Bühnentechnik versehen.Z u dem Kirchenkomplex gehört ein Gemeindehaus und das Pfarrerrwohnhaus mit teilweise erhaltener Ausstattung.
In der Kirche wird ein vielschichtiges Kulturprogramm veranstaltet, unter anderem mit Konzerten und Ausstellungen zeitgenössischer Künstler.
Seit dem 1.11.2008 findet jeden Samstag um 12.00 Uhr in der Kirche der deutschlandweit einzigartige ‘NoonSong – 30 Minuten Himmel’ statt, eine kostenlose Veranstaltung, bei welcher das Vokalensemble sirventes berlin, 8 professionelle Sänger, in Form einer 30-minütigen Liturgie a-cappella-Werke Alter und Neuer Meister vortragen.
Am 1.11.2010 wurde hier das Theater unterm Turm eröffnet.