Ruhwaldpark

Bildvergrößerung: Ruhwaldpark -8,20.05.2011 Foto:Behrendt
Kolonade im Ruhwaldpark Bild: Bezirksamt

Denkmalgeschützte Gesamtanlage, Gartendenkmal
1867/68 Bau des spätklassizistischen “Schlosses” Ruhwald und Anlage des umgebenden Parks am Teltower Höhenrand durch Carl Schwatlo (Autorschaft für die Parkanlage nicht gesichert) für den durch seine 1854 gegründete iIlustrierte Damen-und Modezeitschrift “Basar” zu Reichtum gelangten Kommerzienrat von Schaeffer-Voit . Im Park amerikanische Nadelhölzer, kleine Teichanlage.
1872 Verkauf des Schlosses an eine Malzfabrik, Restaurantbetrieb; Plünderungen im Park und Niedergang des Restaurationsbetriebes führten zur Einstellung desselben. (Die Berliner spotteten: “Nun ruhen alle Wälder, vor allem Ruhwald selber.”) 1887 Nervenheilanstalt, Nutzung des Parks als Kurpark.
1924 erwarb der Bezirk Charlottenburg das 5,6 ha große Anwesen mit Schloss und Park, 1936 das angrenzende Grundstück. 1937 wurden das Schloss und Nebengebäude mit Ausnahme von Remise und Wirtschaftsgebäuden abgerissen und der Park der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. An der tiefsten Stelle wurde ein Teich angelegt. Erhalten sind auch die eine breite Freitreppe fassenden Arkaden (1873-80) des im Stil der italienischen Frührenaissance erbauten Kavalierhauses. 1936-42 gestaltete J. Pertl die Gartenanlage um. 1950 wurde sie nach Kriegsschäden wieder hergestellt. Das verbliebene Kavalierhaus wurde 1952 abgetragen. Erhalten blieben lediglich die Kolonnaden, der Stall und die Villa Rheinberg, in der eine Kita eingerichtet wurde. Sie musste im Herbst 2003 wegen zu hoher Betriebskosten aufgegeben werden. Seit 2005 betreibt die jüdisch-orthodoxe Vereinigung Chabad Lubawitsch die Kindertagesstätte Gan Israel. Am 25.2.2007 wurde auf die Kita ein antisemitischer Anschlag mit Rauchbomben und Nazi-Symbolen verübt.
Seit 1987 steht der Park unter Denkmalschutz. Die Höhenlage 30 Meter über dem Spree- und Haveltal ermöglichte früher attraktive Rundblicke. Jetzt sind allerdings alle Aussichten zugewachsen.
Seit Juli 2006 war der Ruhwaldpark für einige Zeit wegen Gefahren durch Sturmschäden gesperrt.

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