Jüdisches Bildungs- und Familienzentrum mit Synagoge und Tora Kolleg

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Bildungs- und Familienzentrum von Chabad Lubawitsch, 18.6.2009 Bild: Bezirksamt, KHMM

Das alte Umspannwerk der Bewag an der Münsterschen Straße 6 wurde im Auftrag der jüdisch-orthodoxen Vereinigung Chabad Lubawitsch von dem russischen Architekten Sergei Tchoban umgebaut zu einem Bildungs- und Familienzentrum mit Synagoge, Kita, Medienzentrum, Mehrzweckräumen und einer Nachbildung der Jerusalemer Klagemauer auf rund 1.000 Quadratmetern. Es ist das größte jüdische Bildungszentrum in Europa und eine Begegnungsstätte verschiedener Kulturen. Die Synagoge erstreckt sich über zwei Etagen und bietet 250 Plätze. Richtfest war am 2.4.2006. Am 18.2.2007 wurde mit einer feierlichen Zeremonie die neue Tora-Rolle eingeführt. Am 2.9.2007 war die Einweihung mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier.

Der Rabbiner und Direktor des Zentrums, Yehuda Teichtal, kam 1996 als Vertreter der weltweit aktiven jüdischen Organisation Chabad Lubawitsch aus New York nach Berlin. Die Szloma-Albam-Stiftung, die jüdisches Leben und jüdische Bildung in Deutschland unterstützt, hatte den Kauf des Bewag-Gebäudes mit unterstützt. Finanziert wurde der Bau durch zahlreiche Spenden.

Chabad Lubawitsch betreibt seit 2005 die Kindertagesstätte Gan Israel im Ruhwaldpark am Spandauer Damm 220. Am 25.2.2007 wurde auf die Kita ein antisemitischer Anschlag mit Rauchbomben und Nazi-Symbolen verübt.
Zum Schuljahresbeginn 2008 wurde im Bildungs- und Familienzentrum ein Tora-Kolleg eröffnet, das am 14.10.2009 vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit offiziell eingeweiht wurde. Das Internat bietet jungen jüdischen Männern die Möglichkeit, in Berlin die Schule zu besuchen und gleichzeitig intensive jüdische Studien zu betreiben.

Am 2.5.2010 veranstaltete Chabad Lubawitsch anlässlich des Lag Baomer-Festtags vom Adenauerplatz über die Brandenburgische Straße bis zum Zentrum in der Münsterschen Straße eine “Unity Parade”, die erste jüdische Parade in Berlin seit dem Zweiten Weltkrieg. Sie wurde von mehr als 20 Organisationen unterstützt.