Gedenken an 8. Mai: Wer wann wo demonstriert

Gedenken an 8. Mai: Wer wann wo demonstriert

Am 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges demonstrieren in Berlin Gruppen aus allen möglichen politischen Lagern. Wer wann wo demonstriert.

  • Panzer am  dem sowjetischen Ehrenmal in Berlin© dpa
    Panzer am dem sowjetischen Ehrenmal in Berlin
  • Laura von Wimmersperg© dpa
    Die Moderatorin der Friedenskoordination, Laura von Wimmersperg. Foto: Britta Pedersen/Archiv
Der 70. Jahrestag des Weltkriegs-Endes am 8. Mai wird in Berlin von zahlreichen Demonstrationen und Kundgebungen begleitet. Für den Freitag (8.Mai) und das Wochenende (9./10.Mai) haben verschiedene Friedensinitiativen, linke Gruppen sowie rechtsgerichtete Vereinigungen kleinere und größere Veranstaltungen angemeldet. Einige finden im Regierungsviertel statt, aber auch in anderen Teilen der Hauptstadt wird demonstriert. In der ganzen Stadt wird es immer wieder Verkehrsbehinderungen und Staus geben.

Kundgebung am Sowjetischen Ehrenmal in Treptow

Am Freitagvormittag (8. Mai) und -abend erinnern zwei Kundgebungen mit jeweils einigen hundert angemeldeten Teilnehmern am Sowjetischen Ehrenmal im Volkspark Treptow an den 8. Mai 1945, als die deutsche Wehrmacht nach einem langen Angriffskrieg mit Millionen Opfern kapitulierte. Veranstalter sind ein Kulturverein und der Bund der Antifaschisten in Treptow.

Gedenken am am Sowjetischen Ehrenmal in Tiergarten

Am Samstagmittag (9.Mai) gibt es am Sowjetischen Ehrenmal an der Straße des 17. Juni ein «Gedenken an das Kriegsende».

Rechtspopulisten-Demo am Hauptbahnhof

Wenige Meter weiter haben ebenfalls für Samstagmittag (9.Mai) Rechtspopulisten und Neonazis eine Kundgebung am Hauptbahnhof angekündigt. Erwartet werden rund 1000 Demonstranten. Bei einem der beiden Anmelder handelt es sich laut Bundesinnenministerium um ein früheres Mitglied der rechtsextremen NPD. Wegen der Zusagen im Internet sei auch mit anderen Teilnehmern aus dem rechtsextremen Spektrum und der Hooligan-Szene zu rechnen, hieß es.
Ursprünglich sollte diese Demonstration schon am 8. Mai vor dem Reichstag auflaufen. Sie wurde dann verlegt. Zeitweise war auch von einer Stürmung des Parlaments die Rede. Ob dort auch die russische Rockergruppe «Nachtwölfe» auftaucht, ist ungewiss, weil mehrere Mitglieder nicht einreisen durften.

Gegendemo vor dem Kanzleramt

Dagegen demonstrieren mehrere Parteien und Initiativen. Aufgerufen haben unter anderem die Grünen, die Linken und ein Bündnis gegen Rassismus. Man wolle zum 70. Jahrestag des Weltkriegsendes alles tun, um «die Provokation der Rechten zu verhindern», teilte das «Bündnis 9. Mai» mit. Angemeldet sind am Bundeskanzleramt 500 Teilnehmer.

Motorradkorso am Sonnabend durch die City

Schon am Samstag startet ein traditioneller Motorradkorso unter dem Motto «Gewalt fährt nicht mit» beim TÜV in der Alboinstraße in Schöneberg. Die Strecke für einige hundert Motorradfahrer führt durch die ganze Stadt bis zum Brandenburger Tor und wieder zurück.

Fruiedenbewegung demonstriert am Sonntag

Auch die Berliner Friedensbewegung will mit zahlreichen Demonstrationen und Gedenkveranstaltungen an das Kriegsende erinnern. Das Aktionsbündnis «8. Mai - 70 Jahre Tag der Befreiung», zu dem verschiedene Friedensinitiativen gehören, plant für Sonntag (10.Mai) um 12.00 Uhr eine Demonstration, die am Hackeschen Markt in Mitte beginnt. Die Schauspieler Peter Sodann und Rolf Becker sollen auftreten.

Die Gestrigen bleiben unter sich oder zuhause

Bei mindestens einer Kundgebung der rechtsextremen NPD sind nur so wenige Teilnehmer angemeldet, dass es bislang kaum Mobilisierung linker Gegendemonstranten gibt.
Unklar war noch, ob an einem der Tage ein sogenannter Traditionsverband der DDR-Armee NVA wie in vergangenen Jahren in alten Uniformen am einem sowjetischen Ehrenmal aufmarschieren wird. Eine Ankündigung des Verbandes gibt es nicht, möglicherweise, um zu viel Öffentlichkeit zu meiden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 8. Mai 2015