Komische Oper holt Regisseur Serebrennikov nach Berlin

Komische Oper holt Regisseur Serebrennikov nach Berlin

Die Komische Oper holt den am Montag aus seinem Hausarrest entlassenen, russischen Regisseur Kirill Serebrennikow nach Berlin.

Kirill Serebrennikow

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Kirill Serebrennikow, Regisseur aus Russland, spricht nach einer Gerichtsverhandlung mit Journalisten.

Serebrennikow werde in der nächsten Spielzeit Igor Strawinskys Oper «The Rake's Progress» inszenieren, kündigte Intendant Barrie Kosky am 09. April 2019 an. Er habe am Montag Kontakt zu Serebrennikow gehabt, der Regisseur habe sehr froh geklungen. Kosky äußerte sich zuversichtlich, dass der Russe auch ausreisen dürfe.

Serebrennikow war überraschend auf freien Fuß gesetzt worden

Der 49-Jährige darf Moskau aber nicht unerlaubt verlassen. Serebrennikov hatte an der Komischen Oper unter anderem «Der Barbier von Sevilla» inszeniert. «Er gehört zur Familie», sagte Kosky. Die russische Justiz wirft Serebrennikow sowie weiteren Angeklagten die Veruntreuung von Fördermitteln vor.

Komische Oper mit neun Premieren in der Spielzeit 2019/20

Darunter sind wieder mehrere Operetten, die zum Markenzeichen von Koskys Ära geworden sind. Geplant ist unter anderem die Aufführung einer lange verschollenen Operette des jüdisch-tschechischen Komponisten Jaromir Weinberger (1896-1967) für den einstigen Star-Tenor Richard Tauber. «Frühlingsstürme» gilt als letzte Operette, die noch in Zeiten der Weimarer Republik entstand. Nach 20 Aufführungen im Admiralspalast wurde sie im März 1933 von den Nazis abgesetzt.
Komische Oper
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Komische Oper

Die Komische Oper ist neben der Deutschen Oper und der Staatsoper Unter den Linden die dritte und kleinste Oper in Berlin. Das Opernhaus ist bekannt für seine ungewöhnlichen Inszenierungen. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 9. April 2019