Die MKS ist eine reine Tierseuche und nicht auf den Menschen übertragbar, auch der Verzehr von pasteurisierter Milch, daraus hergestellten Milchprodukten oder von Fleisch stellt für den Menschen keine Gefahr dar.
Hervorgerufen wird die Maul- und Klauenseuche durch Viren des Genus Aphthovirus der Familie Picornaviridae mit verschiedenen Serotypen, die in zahlreiche Untertypen und Stämme unterteilt werden.
Das Virus der MKS hat eine sehr hohe Widerstandskraft gegenüber der Außenwelt. Im Erdboden, in Abwässern oder Jauche sowie gefroren – auch in Gefrierfleisch – bleibt es lange ansteckungsfähig. Eingetrocknet in Haaren, Kleidern, Schuhen, Heu, etc. kann es über Monate bis Jahre überleben. Auf hohe Temperaturen (z. B. bei der Pasteurisierung der Milch) reagiert das Virus empfindlich und wird abgetötet, An MKS erkrankte Tiere verbreiten das Virus in großen Mengen mit der Flüssigkeit aufgeplatzter Blasen, aber auch mit Speichel, Milch, Dung und der Atemluft. Die häufigste Übertragungsart der MKS ist der Kontakt zwischen erkrankten und empfänglichen Tieren. Es besteht aber auch ein hohes Risiko für eine Ansteckung über kontaminiertes Futter, Gegenstände, Fahrzeuge oder Personen.
Im Allgemeinen zeigen Milchrinder die schwersten Krankheitsanzeichen, bei Schafen und Ziegen verläuft eine Infektion meist unauffällig; die Tiere können die Krankheit aber dadurch unerkannt verbreiten.
Nach einer Inkubationszeit von meist 2-7 Tagen treten hohes Fieber und die folgenden möglichen Anzeichen auf:
- Störung des Allgemeinbefindens (Fieber, Appetitlosigkeit, Teilnahmslosigkeit)
- Blasenbildung im Bereich der Lippen, des Zahnfleisches und auf der Zunge
- Blasenbildung im Bereich der Klauen, insbesondere im Zwischenklauenbereich
- Blasenbildung im Bereich der Euter- und Zitzenhaut sowie ggf. Milchrückgang
- Vermehrtes Speicheln bei erkrankten Tieren
- Schmerzen beim Aufstehen und Lahmen beim Gehen (insbesondere Schafe und Schweine)
In den Blasen ist der MKS-Erreger massenhaft enthalten. Die Blasen reißen nach kurzer Zeit auf und der Inhalt entleert sich. Dadurch verbreitet sich der Tierseuchenerreger schnell weiter.
Die Erkrankungsrate liegt in den meisten Fällen bei 100%, die Sterblichkeitsrate bei 2-5%.
Viele Erkrankungen der Paarhufer zeigen ähnliche klinische Symptome, z.B. die Infektion des ebenfalls grassierenden Virus der Blauzungenkrankheit. Deshalb sollte ein Verdacht auf MKS immer durch Laborproben an den Untersuchungseinrichtungen der Länder ausgeschlossen werden.
Die Bekämpfung der MKS bei einem Ausbruch erfolgt europaweit durch die Tötung infizierter Bestände sowie der Einrichtung von um den Ausbruchsherd gelegenen Überwachungszonen zur Verhinderung einer Weiterverbreitung des Virus..