Mutter Teresa – Die Ikone der Barmherzigkeit

Juli August 2020

19 Jahre nach ihrem Tod wird Mutter Teresa am 4. September 2016 von Papst Franziskus in Rom heilig gesprochen
19 Jahre nach ihrem Tod wird Mutter Teresa am 4. September 2016 von Papst Franziskus in Rom heilig gesprochen
Bild: REUTERS

von Ursula A. Kolbe

Agnes Gonxha Bojaxhio, so ihr richtiger Name, war eine aus Albanien stammende indische katholische Nonne, die mit ihrem Orden der „Missionarinnen der Nächstenliebe“ Wohlfahrtsstationen und Sterbestationen betrieb. Der Welt weithin bekannt ist sie aber als Mutter Teresa, auch die Ikone der Barmherzigkeit bekannt. Für Ihre Arbeit mit Armen, Obdachlosen, Kranken und Sterbenden erhielt sie 1979 den Friedensnobelpreis; in der katholischen Kirche wird sie als Heilige verehrt.

Als Kind einer wohlhabenden katholischen albanischen Familie wuchs sie gemeinsam mit Schwester und Bruder auf. Ihre Schulausbildung erhielt Gonxha an einer katholischen Mädchenschule in Shkodra. Als sie acht Jahre alt war, starb ihr Vater überraschend; sie widmete sich daraufhin noch mehr dem Glauben. Schon im Alter von 12 Jahren entschied sie sich für ein Leben als Ordensfrau und bat mit 18 Jahren um Aufnahme ins Noviziat der Loretoschwestern; ein irischer Zweig der Englischen Fräulein (IBMV – Abkürzung für den lat. Ordensnamen Institutum Beatae Mariae Virginis, Englische Fräulein) und besonders im Unterrichtswesen in Bengalen engagiert.

Ihre Lebensbestimmung fand Mutter Teresa schließlich in Kalkutta. Hier hatte sie die Professur abgelegt und 17 Jahre an der St. Mary`s School als Lehrerin und später Schulleiterin gearbeitet. Kurz nach der Unabhängigkeit Indiens im Jahre 1947 nahm die Ordensfrau die indische Staatsbürgerschaft an. Jesu Schrei am Kreuz „Mich dürstet“ wird für Mutter Teresa zur Lebensaufgabe. Sie legt das Habitat der Loretoschwestern ab und kleidet sich wie arme indische Frauen. Allein und mittellos beginnt sie ihre Arbeit in den Slums, geht an ihre Grenzen. Auch frühere Schülerinnen schließen sich ihr an.

1950 gründet sie die Gemeinschaft der Missionarinnen der Nächstenliebe. Die Ordensgemeinschaft kümmert sich um Sterbende, Waisen, Obdachlose und Kranke, ihr besonderes Engagement liegt jedoch in der Betreuung von Leprakranken. Heute gehören ihr über 3.000 Ordensschwestern und mehr als 500 Ordensbrüder in 710 Häusern in 133 Ländern der Erde an. Mutter Teresas Sterbehaus in Kalkutta, wo liebevoll Todkranke gepflegt werden, machte sie weltweit berühmt. Wenigstens am Ende ihres Lebens sollten die Armen sich als Menschen mit eigener Würde und dem Anspruch auf Achtung erfahren. Diese Menschen waren ihre Berufung.

Mutter Teresa starb am 5. September 1997 in Kalkutta und wurde mit einem Staatsbegräbnis beerdigt. Ihr Geburtstag jährt sich am 26. August zum 110. Mal.