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Tierische statt maschinelle Mahd

Januar Februar 2021

Rinder aus den Gärten der Welt beim „Ernte-Einsatz“ auf dem Tempelhofer Feld
Rinder aus den Gärten der Welt beim „Ernte-Einsatz“ auf dem Tempelhofer Feld
Bild: Thomas Uhlemann

von ast/jueko

Kein Scherz! Am Tempelhofer Feld sind seit Anfang Dezember Rinder und Pferde zu sehen. Dort können sie genüsslich ihrem Sein nachgehen und dabei auch noch Gutes für die Umwelt tun.

Die Tiere haben die Aufgabe, dort auf ganz natürliche Weise den besonderen Grasbewuchs auf dem Tempelhofer Feld zu pflegen und zu erhalten. Über die Wintermonate werden nun also auch Rinder und Pferde etliche Flächen beweiden. Bisher lebten und weideten dort nur Skuddenschafe.

Durch dieses „tierische“ Nachweiden kann auf eine zusätzliche maschinelle Mahd im Winter verzichtet werden. Mit dem Dung der Tiere wird zudem die Pflanzenstruktur gefördert und auch die Insektenwelt unterstützt. Das wäre mit der Maschinenmahd nicht so einfach.

Die Rinder und Pferde werden in den nächsten Tagen sukzessive aus dem „Arche-Park am Kienberg“ und den Gärten der Welt in Marzahn zum Tempelhofer Feld gebracht. Dort werden sie vorerst bis zum Frühjahr 2021 bleiben.

Im Frühjahr verlassen die Marzahner Tiere das Tempelhofer Feld wieder und kehren zu ihren Flächen im Kienbergpark und in den Gärten der Welt zurück. Dann überlassen sie das Tempelhofer Feld wieder dem Wachstum der Gräser und Pflanzen. Die Maßnahme erfolgt in enger Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Umwelt- und Artenschutz in einem

Die eingesetzten fünf Rinder gehören zum selten gewordenen Roten Höhenvieh. Sie sind wie die drei Dülmener Pferde und auch die Skuddenschafe vom Aussterben bedroht und stehen auf der „Roten Liste“ der „Gesellschaft zu Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.“ (GEH).

Seit Anfang 2017 sind sie auf den Weiden des “Arche-Parks am Kienberg“ im Kienbergpark und den Gärten der Welt zu Hause. Durch das Projekt ist dort ein Refugium für diese bedrohten Haustierrassen entstanden. Alles dank der Zusammenarbeit der Gruppe Grün Berlin und der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.