Jahrestage 2019 – November/Dezember

November / Dezember 2019

Blick auf den S-Bahnhof Springpfuhl
Blick auf den S-Bahnhof Springpfuhl
Bild: Hans-Jürgen Kolbe

von Kempen Dettmann

Die Geschichte der Dörfer Marzahn, Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Hellersdorf, die heute den Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf bilden, erweckt immer wieder das Interesse unserer Leser. Alle fünf Ortsteile gehörten einst zum Landkreis Niederbarnim und wurden 1920 durch das Groß-Berlin-Gesetz nach Berlin eingemeindet. So ist es auch seit mehreren Jahren zu einer guten Tradition geworden, dass der Heimatverein Marzahn-Hellersdorf e.V. alljährlich ausgewählte Daten von Jahrestagen herausgibt. Es handelt sich um eine Übersicht von wichtigen Jahres- und Gedenktagen, die den Bezirk betreffen. Denn Marzahn und „seine Dörfer“ sind ja schon viel, viel älter als der jetzige Bezirk. Bedeutsame Ereignisse, die Entstehung historischer Bauten, Geburts- und Todestage bekannter Persönlichkeiten des Bezirks sind in dieser Zusammenstellung zu finden. Wir schauen in die Monate November und Dezember:

400 Jahre
Nach der Anordnung von Friedrich Wilhelm I. zur Seidenraupenzucht in Preußen werden 1719 in Biesdorf die ersten 25 Maulbeerbäume auf dem Kirchhof gepflanzt. Ein Jahr später beginnt auch in Kaulsdorf mit der Anpflanzung von 24 Maulbeerbäumen auf dem Kirchhof die Seidenraupenzucht.

150 Jahre
Der jüdische Kaufmann Hermann Lachmann erwirbt 1869 das von vermutlich Johann Friedrich Kaapke errichtete Gutshaus in Mahlsdorg und lässt es zeitgemäß rekonstruieren und modernisieren.

130 Jahre
1889 erhalten Kaulsdorf und Mahlsdorf erstmals eine direkte Postverbindung mit täglicher zweimaliger Zustellung.

125 Jahre
Die Marzahner Gemeindevertretung beschließt am 22. November 1894 Eröffnung eines neuen Friedhofs. Am 5. Dezember 1898 wird eine Friedhofsordnung verabschiedet. Bis 1984 erfolgten Bestattungen auf dem neuen Friedhof.

100 Jahre
Die Gemeindevertretung Biesdorf beschließt am 6. November 1919 mit knapper Mehrheit die Auflösung des in der Novemberrevolution 1918 gebildeten Arbeiterrates. Das Ende des Kaulsdorfer und Mahlsdorfer Arbeiterrates ist unbekannt.
Die Stadt Lichtenberg kauft 1919 das Mahlsdorfer Rittergut.

75 Jahre
Der Mahlsdorfer Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime Arthur Weisbrodt (KPD) wird am 6. November 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet.
Maria (Marie-Luise) Hotze aus Kaulsdorf, die im September 1943 verhaftet worden war, wird am 6. November 1944 im KZ Ravensbrück ermordet. Sie hatte zusammen mit ihrem Mann Carl den jüdischen Jungen Michael Degen und dessen Mutter versteckt.

70 Jahre
Das Stadtgut (Rieselgut) Hellersdorf wird am 6. Dezember 1949 durch Verordnung des Berliner Magistrats VEG. Es gehört mit weiteren 36 Betrieben zur Vereinigung Volkseigener Güter.

35 Jahre
Die S-Bahnstrecke zwischen Springpfuhl und Hohenschönhausen wird in Betrieb genommen.

25 Jahre
Der Chefarchitekt der Großsiedlung Marzahn-Hellersdorf Heinz Graffunder verstirbt am 9. Dezember 1994. Anlässlich seines 10. Todestages werden Grün- und Freiflächen im Quartier Marzahner Südspitze in „Heinz-Graffunder-Park“ benannt.