Mein Kiez

September/Oktober 2017

Eine Postleuchtschrift über einem Eingang
Bild: LoB/pixelio.de

von Susanne Danowski

In meinem Kiez bin ich zu Hause
ich kenn alles, hier wohn ich gern.
Die wilde Hektik macht mal Pause,
der Lärm Großstadt bleibt hier fern.

Aus dem Wuhletal strömt frischer Duft
mischt sich mit Auspuffgas und Straßenstaub
das macht dann die Berliner Luft,
die frisst sich sommerfrüh ins grüne Laub.

In ruhigen Bahnen läuft das Leben
Der Nachbar grüßt im Treppenhaus
und nimmt Waren an, die abgegeben
so geht das schon jahrein-jahraus

Und ständig wandelt sich der Kiez
man zieht hier weg, man zieht hier her.
Meist nimmt man davon kaum Notiz.
Nur wenn’s im eig’nen Aufgang wär’.

Fremd klingt der Name an der Tür,
und die Düfte aus der Küche, unbenommen.
Die Neuen sind wohl nicht von hier?
Aus Krieg und Elend hier nun angekommen?

Der Kinder Lachen dringt durch die Wände
das macht, dass mir im Regen Sonne scheint.
Ach hätte doch alle Not endlich ein Ende,
und jeder wär nur Mensch, nie Feind.